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MV aktuell Zu wenig Bewerber in MV: Firmen nehmen sich gegenseitig die Azubis weg
Nachrichten MV aktuell Zu wenig Bewerber in MV: Firmen nehmen sich gegenseitig die Azubis weg
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08:09 22.07.2019
Ein Auszubildender demonstriert in einer Werkstatt das Gasschweißen. Für die Ausbildungsbetriebe in MV wird es immer schwieriger, passende Lehrlinge zu finden (Symbolbild). Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild
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Rostock

Angesichts der vielen unbesetzten Ausbildungsplätze in MV wird der Kampf um gute Lehrlinge härter. In ihrer Not setzen manche Firmen offenbar auf Abwerbung: „Es kommt immer wieder vor, dass meine Auszubildenden in der Berufsschule von Banken und Versicherungen angesprochen werden, ob sie nicht wechseln wollen“, sagt Torsten Grundke, geschäftsführender Gesellschafter bei Media Markt in Stralsund.

Der Betrieb wurde vielfach für gute Ausbildung ausgezeichnet. Grundke wertet das als „Hilflosigkeit. Die Unternehmen merken, dass die Luft immer dünner wird.“

Mehr freie Stellen bei weniger Bewerbern ohne Job

Die Lücke am Ausbildungsmarkt ist dieses Jahr erneut gewachsen. Nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit gibt es in MV noch 5500 unbesetzte Ausbildungsplätze, das ist ein Plus von mehr als vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der noch unversorgten Bewerber sank dagegen um neun Prozent auf knapp 3200.

„Wir brauchen jeden Jugendlichen“, appelliert Margit Haupt-Koopmann, Nord-Chefin der Bundesagentur für Arbeit. Die meisten Neu-Azubis starten im August und September in die Arbeitswelt. Die größte Zahl an offenen Stellen gibt es im Einzelhandel und im Gastgewerbe.

Berufsschulen müssen besser werden

Nun werden Forderungen an die Landespolitik laut. Sie müsse für bessere Bedingungen an Schulen und Berufsschulen sorgen, fordert die Vereinigung der Unternehmensverbände in MV. Es fehle an qualifizierten Berufsschullehrern, kritisiert Verbandsgeschäftsführer Sven Müller. Ausfallzeiten von acht Prozent seien „nicht hinnehmbar“. Auch die Qualität des Unterrichts an den allgemeinbildenden Schule müsse verbessert werden. „Die Probleme sind seit Jahren bekannt. Doch die Landesregierung scheut sich vor den notwendigen Entscheidungen“, sagt Müller.

Auch für die MV Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund ist die Suche nach Azubis längst kein Selbstläufer mehr. „Wir sind auf fast allen Jobmessen im Norden präsentiert“, erklärt Sprecher Stefan Sprunk. Die 67 Ausbildungsplätze der Werftengruppen seien inzwischen alle besetzt.

Für viele Berufe fehlen die nötigen Fachklassen im Land

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rostock versucht mit verschiedenen Aktionen gegenzusteuern. Junge Leute, die gerade eine Berufsausbildung absolvieren, gehen als „Ausbildungsbotschafter“ an die Schulen und werben für die Lehre im Betrieb als Alternative zum Studium. „Die Resonanz ist gut“, sagt Angela Koop, zuständige Fachbereichsleiterin bei der IHK.

An jüngere Erwachsene ohne Abschluss richtet sich die neue Möglichkeit, sogenannte Teilqualifikationen für bestimmte Berufe zu erwerben, und so doch noch den Sprung in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Doch auch hier ist der Markt der Bewerber „leergefegt“, so Koop.

Die Linke im Landtag kritisiert unterdessen die ausgedünnte Berufsschullandschaft in MV: Von insgesamt 326 Berufen, in denen bundesweit ausgebildet wird, gebe es im Nordosten nur noch für 143 die nötigen Fachklassen. Und auch die sind oft weit weg, kritisiert Linke-Fraktionschefin Simone Oldenburg: So müsse eine Tischlerlehrling aus Garz auf Rügen fast drei Stunden zur zuständigen Berufsschule nach Wolgast fahren. Damit würden junge Leute formlich dazu gedrängt, in andere Bundesländer zu ziehen.

Kommentar zum Thema: Duale Ausbildung fördern!

 

Gerald Kleine Wördemann

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