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Medien & TV Alles über die Screenforce Days 2019 – Die TV-Branche flieht nach vorn
Nachrichten Medien & TV Alles über die Screenforce Days 2019 – Die TV-Branche flieht nach vorn
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15:33 27.06.2019
In diesem Krankenhaus geht es lustig zu: Meike (Caroline Frier, links) und Charly (Anna Julia Kapfelsberger) sind die Stars der neuen RTL-Comedyreihe „Schwester, Schwester“, die in Köln vorgestellt wurde. Quelle: RTL
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Köln

Zweieinhalbtausend Medienschaffende sitzen in einem Studio in Köln-Ossendorf, Senderchefs, Werbeleute, Programmacher. Es blitzt, es donnert auf der Bühne. Superlative jagen sich. Man feiert die eigene Großartigkeit. Eine Disziplin, die keine Branche so perfekt beherrscht wie die Fernsehbranche. Es geht um viel. Es geht um die Zukunft.

Screenforce Days – Eine weiße Elefantenherde steht im Saal

Denn sie sind nicht alleine hier. Ein weißer Elefant steht im Raum. Eine unsichtbare Macht, über die niemand spricht. Es ist kein einzelner Elefant, es ist eine ganze Herde, und sie wird immer größer.

Die weißen Elefanten heißen Amazon, Netflix, Apple, Warner und Disney. Sie sind, sagen die TV-Pessimisten, die Totengräber des klassischen, analogen, werbefinanzierten deutschen Privatfernsehens. Sie sind aber auch, sagen die TV-Optimisten, der Beweis für den Wahrheitsgehalt des alten Satzes: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Schluss mit dem jahrelangen Dornröschenschlaf. Hier auf den Screenforce Days buhlt die alte, sich mühsam erneuernde Fernsehwelt noch einmal um Werbegelder. Preist sich und ihre Zielgruppen und lüftet den Schleier über den Programmplänen für die Fernsehsaison 2019/20.

Screenforce Days – 50 deutsche Sender investieren 8 Milliarden Euro

Denn der Streamingboom zwingt sie, nach Jahren des Sparens, Kürzens und Optimierens, wieder Geld ins Programm zu stecken. Acht Milliarden Euro sind es in diesem Jahr. Fast so viel, wie Netflix für eigene Serien, Filme und Shows ausgibt. Allerdings: Netflix zahlt allein. Acht Milliarden – das ist die Gesamtsumme von mehr als 50 deutschen Sendern und Plattformen.

Das letzte Aufgebot also? Die letzte Blüte vor dem unvermeidlichen Untergang? Ganz so schlimm ist es nicht. Aber die Branche ist zum Handeln gezwungen. Sie müht sich nach Kräften, aber so ehrlich muss man sein: Hinter all dem Feuerwerk bleiben die Pläne vage und dürftig.

Screenforce Days – Der Streamingdienst Joyn als Verbundmediathek

Sat.1 verhilft „Big Brother“ zu einem Comeback am Vorabend – 20 Jahre, nachdem der Endemol-Hit ein hitzig diskutierter Aufreger war. Pro7 lässt Heidi Klum mit Bill Kaulitz und Conchita Wurst nach Drag Queens suchen („The Queen of Drag“). Das klingt nach Edeltrash mit Goldkante und könnte mit seinem Spiel um Gender, Identitäten und Sexualität sogar leidlich an den Zeitgeist angebunden sein. Allein: das Personal verheißt nicht viel mehr als eine oberflächliche Paillettensause.

Sie alle gehen ins Risiko: Pro7 hat jüngst seinen (vorläufig kostenlosen) Streamingdienst Joyn gestartet, der in Wahrheit eine XL-Verbundmediathek ist. Es ist der bisher ambitionierteste Versuch der Branche, ihr größtes Problem in den Griff zu bekommen: Warum soll man analoges, mit Zwangswerbung durchsetztes Konventionalfernsehen gucken, wenn der gute Stoff werbefrei und in Ultra-HD für kleines Geld gleich nebenan zu haben ist?

Pro7 setzt also auf das Netflix-Modell plus Verzahnung mit dem Muttersender: Die dritte Staffel „Jerks“ mit Fahri Yardim und Christian Ulmen läuft als sogenannte „Pre-Roll“ erst auf Joyn, dann im Free-TV, ebenso die Flughafenserie „Check Check“ mit Klaas Heufer-Umlauf als Sicherheitsdienst-Mitarbeiter. Und die Serie „Frau Jordan stellt ein“ mit Katrin Bauerfeind als Gleichstellungsbeauftragter darf auch erst nach einer Joyn-Runde bei Pro7 laufen. Zehn Millionen Nutzer will (um nicht zu sagen: muss) Joyn in zwei Jahren zählen. Das ist mutig.

Screenforce Days – Es ist nicht leicht, Live-Events zu schaffen, RTL!

Und wie rettet sich RTL? Das Zukunftsmodell bei den Kölnern lautet: Ausbau der Multichannelplattform TV Now mit ihren derzeit fünf Millionen Nutzern. Und: Eventfernsehen. Liveerlebnisse also. Ein Genre, von dem Netflix & Co. bisher die Finger lassen.

Die Sehdauer der Jüngeren wird im analogen Fernsehen immer kürzer – das will man mit mehr Shows auffangen. Aber es wird nicht einfacher, TV-Events zu schaffen, die auch jenseits einer sehr spitzen, eher leicht zu begeisternden Zielgruppe wie zum Beispiel im Fall von „Let‘s Dance“ wirklich zum Stadtgespräch werden – nicht nur in der Digitalblase und nicht nur bei den eher Bildungsfernen.

„Jenseits der Show“ soll es mehr Livefernsehen geben. Live will man etwa eine Herzklappen-Operation am offenen Herzen zeigen – eingebettet in einen Gesundheitsthementag. Das kann auch schiefgehen. Man ist im Gespräch mit Ärzten und Experten, der Sendetermin ist noch offen. Es ist ein Tabubruch. Mit „Bin ich schlauer als Günther Jauch?“ ist ein neues Quizformat geplant Und Ostern 2020 ist „Die Passion“ als Liveereignis bei RTL geplant.

Screenforce Days – Überraschungen sind das Wichtigste

„Mist, die richtig durchgeknallte Zeit des Privatfernsehens habe ich wohl knapp verpasst“, scherzte RTL-Chef Bernd Reichart. Tatsächlich gehört der langjährige Marktführer inzwischen zum alten Eisen. Die großen Sendermarken sind in die Jahre gekommen: „Deutschland sucht den Superstar“, „Wer wird Millionär?“ (knapp 20 Jahre alt), „GZSZ“ (seit 27 Jahren am Start), der „Bachelor“. „Kleine, feine Ideen veredeln und groß machen“ – darin sieht Reichart trotzdem die Zukunft der Mediengruppe RTL.

„Überraschen“ – das sei für Fernsehmacher das Wichtigste. Aber womit bloß? Das Neuheiten-Portfolio ist dünn. RTL-Geschäftsführer Jörg Gräf, seit fünf Monaten im Amt spricht von „Markenerhalt und Verlässlichkeit“. Neu sind die Comedyreihe „Schwester, Schwester“ mit Anette Friers Schwester Caroline und Christian Tramitz und die Krimiserie „Der König von Palma“ mit Henning Baum.

Neu außerdem: Die Geschichte der Hitler-Tagebücher als Serie namens „Faking Hitler“. Für den Vorabend hat man eine neue „Crimenovela“ ausgeheckt, eine Art Krimi-Soap. Bei RTLplus bekommt Beatrice Egli eine eigene Musikshow namens „Ich find Schlager toll“.

Screenforce Days – Digitale Angebote sind gut für die Werbeindustrie

Auch Pro7 setzt auf Talk-of-the-Town-Firmate wie etwa „The Masked Singer“, ein südkoreanisches Format, bei dem maskierte Promis anhand ihrer Vokalkünste zu identifizieren sind. RTL II plant die Coming-of-Age-Reihe „Wir sind jetzt“. Und MTV holt gar „MTV Raps“ aus der Mottekiste. Die Entstaubungsbeauftragte hier ist Palina Rojinski.

Für die Werbeindustrie ist der drohende schleichende Tod des analogen Privatfernsehens in seiner alten Form auch ein Vorteil: Denn in digitalen Angeboten lassen sich Werbebotschaften viel präziser an die Kundschaft bringen, fein sortiert etwa nach Alter, Interessen und Geschlecht. Von „Adressable“-Kampagnen spricht man hier und „Cross Device Advertising“.

Größter TV-Werber ist mit 36 Millionen Euro im Jahr die Reiseplattform Trivago vor Aldi Süd (30,9 Millionen) und Lieferando (27,1 Millionen). Doch mit den Big-Data-Versprechen steigen die Ansprüche der Werbekundschaft an TV-Sender wie an Digitalangebote. Was nicht messbar funktioniert, hat keine zweite Chance mehr.

Screenforce Days – Der Werbemarkt erlebt einen massiven Umbruch

Der Fernsehwerbemarkt schrumpft, genau wie der Printwerbemarkt. 2,5 Prozent waren es in den ersten vier Monaten 2019 im Vergleich zu 2018. Zeitschriften verloren 4,4 Prozent, Fachzeitschriften 2,0 Prozent, Zeitungen 1,4 Prozent. Kinowerbung sackte gar um 10,3 Prozent ab. Gewinner sind das Radio (plus 3,0), Plakatwerbung (7,2) und vor allem Online – mit plus 9,1 Prozent.

Das bedeutet: Der Werbemarkt erlebt wie die gesamte Medienwelt einen massiven Umbruch. Überleben wird, wer sich smart anpasst, einen eigenständigen Mehrwert liefert und erkennbar bleibt.

Beim Fernsehen aber verkaufen inzwischen alle Möglichen alles Mögliche an alle Möglichen. Das hat putzige Folgen: So sind gebührenfinanzierte Klassiker der ARD auch gegen Gebühr in den Mediatheken der Privaten zu finden: „Tatort“ und „Monaco Franze“ sind bei Magenta TV der Telekom unter der Marke „ARD Plus“ abrufbar, alte „Verbotene Liebe“-Folgen und „Schimanski“ auf TV Now von RTL.

Screenforce Days – Selbstkannibalisierung bei Disney?

Was läuft wo? Wie lange? Und was kostet wieviel extra? Wer soll da als Otto Normalglotzer noch durchsteigen? Zwölf Jahre seines Lebens verbringt der Deutsche netto vor dem Fernseher (24,3 Jahre schläft er – dabei soll es Schnittmengen geben). Dabei wird er immer selektiver und verwöhnter.

Geradezu in einer Zwitterrolle ist hier in Köln der Disney Channel. Im Herbst startet mit Disney+ der konzerneigene Netflix-Konkurrent. Trotzdem feiert sich der analoge Disney Channel für 300 Spielfilme pro Jahr und eine Verdoppelung der deutschen Erstausstrahlungen – dazu macht auf der Bühne die Hamburger Blechbläserkombo Men in Blech ordentlich Dampf.

Aber ist das nicht Selbstkannibalisierung, Roger Crotti? 300 Filme beim Disney Channel statt in der neuen Mediathek? Doch der Country Manager für den deutschsprachigen Raum bleibt vage: „Wir sind bestens für die Zukunft aufgestellt“, sagt er nur.

Screenforce Days – Zahlen und Werbung sehen (geht gar nicht)

Irgendwann aber wird sich nicht nur Disney entscheiden müssen: Was wird aus den analogen Sendern mit ihren starren Anfangszeiten, bei denen die Werbekundschaft ihre Botschaften wie ein Blinder mit einem Schrotgewehr ins Volk schießt? Welche Zukunft haben die noch angesichts von cleveren Digitalpaketen? Den goldenen Weg hat noch niemand gefunden.

Und dass RTL sich sein Komfortpaket TV Now Premium mit 4,99 Euro bezahlen lässt und trotzdem noch Werbung zeigt, kann es auf Dauer auch nicht sein.

Für die deutschen Privatsender bestehe die Gefahr, heißt es im Branchenblatt „Horizont“, zwischen „Medien-Übermachten mit beträchtlichem Budget und wertvollen Rechten gnadenlos zerrieben zu werden“.

Screenforce Days – Zwangsfeiern statt jammern

Doch Jammern verkauft sich schlecht. Also wird zwangsgefeiert. „Wir haben einen Kneipensport zum Kult gemacht: Darts!“, jubelt Sport 1. Und präsentiert dann Stefan Effenberg als Experten für das DFB-Pokal-Sendepaket, das sich der Sportkanal gesichert hat. Mit dem Pay-TV-Sender eSports1 setzt Sport 1 auf die boomende Szene der Profi-Zocker – mit 1200 Livestunden „Counterstrike“, „Fifa“ oder „League of Legends“ pro Jahr.

Und der Red-Bull-Zwergsender Servus TV meldet allen Ernstes: „Werbepausen werden bei uns als angenehm empfunden.“ Was ja auch nicht viel Positives über das Programm aussagt.

Und die Öffentlich-Rechtlichen? ARD und ZDF profitieren vom überarbeiteten Telemedienauftrag, der am 1. Mai in Kraft getreten ist. Seitdem dürfen sie Sendungen im Voraus und bis zu 30 Tage in ihren Mediatheken anbieten, reine Online-Sendungen produzieren und auch europäische Filme und Serien zeigen, die sie nicht selbst hergestellt haben.

Nur in Sachen Werbung bleibt es bei der alten Beschränkung: Nach 20 Uhr gibt’s nur noch Sponsorenhinweise, etwa vor Sportsendungen. Doch was für die private Konkurrenz gilt, gilt auch für ARD und ZDF: Die globale Konkurrenz nimmt Fahrt auf.

Das planen die Sender

TV Now

638 eigenproduzierte Serien, Shows und Filme hat RTL inzwischen in der konzerneigenen Mediathek TV Now gebündelt („Tutti Frutti“ ist nicht dabei). Zwei Milliarden Euro pro Jahr investiert das RTL-Mutterhaus Bertelsmann in neue Inhalte, 8000 kreative Mitarbeiter hat das Haus unter Vertrag. „Wir sind der große Geschichtenerzähler in diesem Land“, findet RTL-Inhaltegeschäftsführer Stephan Schäfer. Bei TV Now gibt‘s dann die Kuppelshow „Temptation Island“ und neue Folgen von „Das Jenke-Experiment“. RTL plant mit außerdem „Schwester, Schwester – Hier liegen Sie richtig“ ein neues Comedyformat, das zunächst bei TV Now und erst 2020 bei RTL zu sehen sein wird.

RTL II

Der krawalligere RTL-Ableger zeigt mit „Celebs Go Dating“ eine in Großbritannien erfolgreiche Kuppelshow, bei der C-Prominente mit Normalos anbandeln und umgekehrt. Außerdem soll die Cliquenserie „Wir sind jetzt“ dank allerhand Social-Media-Befeuerung beim jungen Publikum verfangen.

Nitro

Der Männersender Nitro plant allerhand Schrauber-TV, darunter „Axel und Micha – Die zwei vom Schrauberhof“ und die kanadische Doku „Ende Gelände“ (Originaltitel: „Last Stop Garage“). Außerdem bekommt Schauspieler Florian Lukas eine Abenteuershow.

Vox

Vox hat eine neue eigene Serie nach dem Vorbild des Überraschungshits „Club der Roten Bänder“ angekündigt. Möglicherweise ist man etwas weniger risikofreudig, seit das mit großen Hoffnungen gestartete „Milk & Honey“ floppte, aber die Serie „Rampensau“ mit Jasna Fritzi Bauer ist trotzdem ein Wagnis. Eine Nachwuchsschauspielerin als Polizei-V-Frau. Skurrile Figuren, starke Sprüche. Außerdem wird wieder gekocht: Tim Mälzer als Moderator und Tim Raue als Juror präsentieren „Ready to beef!“. „Die Höhle der Löwen“ geht in eine neue Runde. Und in „Survivor“ schickt Vox 18 Spieler knapp 40 Tage lang ins Nirgendwo – ein Format, das in den USA bereits in die 37. Staffel geht.

Sat.1

Der glücklose Ex-Harald-Schmidt-Sender, der ähnlich wie die SPD seit Jahren um seine Identität ringt und ein Reichweitenproblem hat, zeigt eine neue Krimiserie namens „Todesfrist“, die auf den Romanen des Österreichers Andreas Gruber basiert. Dazu gibt’s die siebente Runde der Kochshow „The Taste“, allerdings mit Maria Groß und Tim Raue statt Cornelia Poletto und Roland Trettl. Martina Hill bekommt endlich ihre vielfach angekündigte „Martina Hill Show“. Und „Big Brother“ erlebt am dauerschwachen Sat.1-Vor Abend ein Comeback: das alte Aufregerformat lässt noch einmal einen Trupp geltungssüchtiger TV-Hoffnungsträgerchen aufeinander los. Als wäre zum Thema Containerfernsehen nicht längst alles gesagt.

Pro7

Der frühere Raab-Sender versucht, seine anhaltenden Phantomschmerzen mit einer erhöhten Dosis Joko und Klaas zu kurieren. Klaas Heufer-Umlauf versucht sich nach „Jennifer“ im NDR erneut als Seriendarsteller: In „Check Check“ spielt er einen Sicherheitsmann am Flughafen (zuerst bei „Joyn“). Katrin Bauerfeind versetzt sich in „Frau Jordan stellt ein“ in die Rolle einer Gleichstellungsbeauftragten. Und „Die Höhle der Löwen“-Aussteiger Jochen Schweizer sucht in „Der Traumjob – bei Jochen Schweizer“ ab dem 9. Juli einen Geschäftsführer für seine Firmen. Donald Trump lässt grüßen. Aktuell arbeitet Pro7 außerdem an zehn Filmen für die Prime Time. Aktuell gedreht wird der Mystery-Thriller „Schattenmoor“ mit Max von Thun und Timur Bartels. Im Herbst folgt „Neun Tage wach“, die Verfilmung des Bestsellers von Eric Stehfest.

RTL

„Mist, die richtig durchgeknallte Zeit des Privatfernsehens habe ich wohl knapp verpasst“, scherzte RTL-Chef Bernd Reichart. Tatsächlich gehört der langjährige Marktführer inzwischen zum alten Eisen. Die großen Sendermarken sind in die Jahre gekommen: „Deutschland sucht den Superstar“, „Wer wird Millionär?“ (knapp 20 Jahre alt), „GZSZ“ (seit 27 Jahren am Start), der „Bachelor“. „Kleine, feine Ideen veredeln und groß machen“ – darin sieht Reichart trotzdem die Zukunft der Mediengruppe RTL. „Überraschen“ – das sei für Fernsehmacher das Wichtigste. Aber womit bloß? Das Neuheiten-Portfolio ist dünn. RTL-Geschäftsführer Jörg Gräf, seit fünf Monaten im Amt spricht von „Markenerhalt und Verlässlichkeit“. Neu sind die Comedyreihe „Schwester, Schwester“ mit Anette Friers Schwester Caroline Frier und Christian Tramitz und die Krimiserie „Der König von Palma“ mit Henning Baum. Neu außerdem: Die Geschichte der Hitler-Tagebücher als Serie namens „Faking Hitler“. Für den Vorabend hat man eine neue „Crimenovela“ ausgeheckt, eine Art Krimi-Soap. Bei RTLplus bekommt Beatrice Egli eine eigene Musikshow namens „Ich find Schlager toll“. Und: Auf der Suche nach neuen Live-Events plant RTL eine Live-Herzoperation.

Sky

Der Pay-TV-Pionier versteht sich nicht mehr als Pay-TV-Sender, sondern als Entertainment-Multiplattform. Tatsächlich soll die neue Software Sky Q am Ende alles bündeln, was der Kunde in seinem digitalen Portfolio versammelt hat: Streamingdienste, Mediatheken, Channel, YouTube und so weiter. Aber ohne eigene Inhalte wird man sich Netflix kaum stellen können. „Im Lauf des Winters“ soll die dritte Staffel des Welterfolgs „Babylon Berlin“ zu sehen sein, auch das Remake von „Das Boot“ geht in eine zweite Runde. Die Formel 1 ist zu Sky zurückgekehrt, die Bundesliga dagegen gibt’s nicht mehr vollständig, seit der junge Herausforderer DAZN auf den Platz getreten ist.

Von Imre Grimm/RND

ProSieben zeigt ab dem 27. Juni die Rate- und Castingshow „The Masked Singer“, moderiert von Matthias Opdenhövel, live. Darum hofft der Sender auf wochenlange Aufmerksamkeit.

27.06.2019

Bei den Screenforce Days in Köln haben die Privatsender ihre Zukunftsideen vorgestellt. RTL überraschte dabei mit einem sehr ungewöhnlichen Format.

27.06.2019

Comeback in Dresden: Der lange Zeit in der Türkei inhaftierte „Welt“-Journalist Deniz Yücel kehrt wieder in seinen Beruf zurück. Sein erstes großes Thema sind die Landtagswahlen in Sachsen.

27.06.2019