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Medien & TV Schlüpfer-Alarm und Kuchentratsch: So war die siebte Folge der „Höhle der Löwen“
Nachrichten Medien & TV Schlüpfer-Alarm und Kuchentratsch: So war die siebte Folge der „Höhle der Löwen“
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09:17 17.10.2018
An die Kuchengabeln: Carsten Maschmeyer (v.l.), Judith Williams und Frank Thelen nehmen das „Kuchentratsch“-Angebot geschmacklich genau unter die Lupe. Quelle: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer
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Köln

In der Show „Die Höhle der Löwen“ kämpfen Gründer um Gelder von den Unternehmern Ralf Dümmel, Judith Williams, Georg Kofler, Dagmar Wöhrl, Frank Thelen und Carsten Maschmeyer, um ihr Start-Up ausbauen und ihr Produkt besser am Markt platzieren zu können. Die siebte Folge des Vox-Formats am Dienstagabend beginnt allerdings erstmal mit zwei Gründern, auf die Wöhrl so gar nicht zu stehen scheint.

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Wöhrls Frontalangriff beim „Abdeckblitz“

Eine Folie sie alle zu knechten. Na gut, in diesem Fall nur Boden, Wand, Fenster- und Türrahmen. Aber immerhin – der „Abdeckblitz“, ein selbstklebendes Schutzvlies, das die Arbeit von Heimstreichern massiv erleichtern soll, wird den „Löwen“ von Erfinder Mario Ballheimer als der innovative Bezwinger von Farbverläufern an Wänden und Klebeband-Tapetenabrissen präsentiert.

Aber ist das als zeitsparendes und umweltschonendes, weil wiederverwendbares angepriesene Maler-Utensil wirklich so neu? Dagmar Wöhrl hat da so ihre Zweifel und geht in den Frontalangriff: „Wieso kenne ich Ihr Produkt schon seit über einem Jahr?“ – „Dann haben Sie das Produkt wahrscheinlich schon gekauft“, entgegnet Ballheimer noch gefasst. „Nein“, kommt prompt die Antwort von Wöhrl.

Egal, was die Gründer sagen und präsentieren – Wöhrl kennts schon. Selbstklebend, die Folie – schon gesehen. Wasserabweisend – „war meine Folie auch“. Beim Zuschauer schnellt verwundert eine Augenbraue in die Höhe. Ballheimer weiß so langsam auch nicht mehr weiter, widerspricht. Maschmeyer verdreht die Augen.

Was ist da los? Malverdrossenheit? Gibt es das Produkt wirklich schon? Oder sind es einfach nur fehlende Sympathien für die Gründer? Maschmeyer jedenfalls hat genug: „Ich habe das Gefühl, Sie wollen immer das letzte Wort haben.“ Die Chemie passt nicht. Maschmeyer und Wöhrl sind raus. Frank Thelen hat – wie sollte es anders sein – im Bereich Malen und Lackieren „überhaupt keine Passion“. Dümmel hält sich erstaunlich zurück, kritzelt in seinem Block. Eigentlich doch DAS Produkt für den Regal-König! Georg Kofler mischt sich ein: „Sie gefallen mir“. Ob es das Produkt schon einmal gibt oder nicht, das findet der Unternehmer „nicht so dramatisch“.

Wöhrl guckt etwas pikiert, schmunzelt. Was für eine Klatsche! Kofler würde die 100.000 Euro geben – allerdings für 35 statt der gewünschten zehn Prozent der Firmenanteile. Ballheimer guckt etwas irre und bedankt sich. Dümmel meldet sich endlich zu Wort – „Sie passen zum Produkt.“ Selbstklebend, äh, -redend. Ist ja schließlich auch ein Malermeister, der Ballheimer. Dümmel wiederholt Koflers Angebot. Und weil die Chemie wenigstens hier stimmt, schlagen die Gründer ein. Holpriger Start, rasante Zielgerade.

Williams zerlegt den „Kaiserschlüpfer

„Das wird ne schlüpfrige Angelegenheit“, orakelt Judith Williams beim Anblick der in der „Höhle“ aufgebauten Damenpuppen mit Unterhosen, die mehr an Bridget Jones fleischfarbenen Liebestöter als an royale Haute Couture erinnern. Aber Moment mal, die Kaiserschlüpfer sollen ja auch gar nicht kaiserlich sein, sondern haben ihren Namen vom Kaiserschnitt, erklären die Gründerinnen, Hebamme Daniela Westberg-Heuer und Marketingfachfrau Julia Steinbach. Ach so!

Der Schlüppi soll die OP-Narbe nach einem Kaiserschnitt schützen und durch eine integrierte Tasche, in die ein Kühlpad eingelegt werden kann, auch kühlen, so die beiden Sympathieträgerinnen weiter. Wie angenehm! Könnte man auch ohne Kaiserschnitt nach der Geburt gebrauchen, wird nun sicherlich die eine oder andere Mutter vorm Fernseher denken. Denn gekühlt werden muss dann eh und der hohe Stützbund hält den Restbauch sicherlich auch noch optimal in Form. Fantastisch!

Vor allem weil es das Ganze auch noch andersherum gibt, also mit Wärme, für diese fiesen Regeltage im Leben einer Frau. Die männlichen Zuschauer hörten sicherlich schon davon. Die „Löwen“ scheinen jedenfalls noch etwas sprachlos. Die „Löwinnen“ lächeln verschmitzt und packen beim Gefühlstest dann auch richtig zu – dehnen, ziehen und streicheln den „Kaiserschlüpfer“. Als geneigter „Löwen“-Kenner ahnt man es schon: Thelen scheint das Ding gar nicht erst anzufassen. Oder die Kameras verweigern Beweisaufnahmen.

Zu intim, zu peinlich das Thema? Ne, aber die Zahlen stimmen nicht, so Maschmeyer. Gibt es schon, so Williams und erzählt von ihren Unterleibs-Operationen. „Ich habe alles im Schlüpfer-Bereich, was es gibt!“ Jetzt kippt Thelen um. Jetzt. Gleich. Bestimmt. Puh, es bleibt bei einem Schnaufer.

Und was jetzt? Ist der „Schlüpfer-Bereich“ – Achtung Bridget-Jones-Assoziationen – zu groß? Williams kritisiert. Konkurrenz zu groß, Idee und Zahlen zu klein. Ach, Williams. Aber „ehrliches Feedback“ muss eben sein, meint Williams. Ach, Williams! Nein, wird nichts mit den gewünschten 100.000 Euro für 15 Prozent, merkt man schon. Kein Deal. Erstmal feste umarmen! Ach, Williams!

Dümmels Liebeserklärung an das Frittier-Gold

„Alles für die Fritte“ könnte das Motto von Sascha Wolter sein – auch wenn er optisch wenig an Hausmeister Krause erinnert. Aber bei diesem „Frittenlover” dreht sich tatsächlich alles um das goldgelbe Frittier-Erlebnis. Restaurant, Michelin-Stern – alles aufgegeben, um Pommes zu machen. Oder genauer: „Kartoffelrösti Fritten“, „Kichererbsen Fritten“ und „Black Truffel Fritten“. Oh Gott, das Wasser läuft schon aus dem Mund! Wo ist die Klingel? Wo der hauseigene Pantoffel-Held mit Schürzen-Affinität? Ok, Scherz – aber einen Lieferdienst anrufen, liegt immerhin im Bereich des männlichen Möglichen.

„Hm“, macht auch Maschmeyer. „Wow, klasse“, schnurrt Wöhrl. Endlich stimmt auch bei ihr die Chemie mit den Gründern. Während Wolters Frau die Fritten für die „Löwen“-Beißerchen zubereitet, fachsimpeln die Investoren und der Koch über die Zahlen. Umsatz, Absatz... Fritten! Selbst Geschäfte-Schacherer Dümmel wird unruhig: „Frank! Können wir jetzt erstmal bitte probieren!“ – „Oh, ’schuldigung!“. „Das ist meine Welt“, sagt Dümmel strahlend den Pommes-Teller auf seinem Schoß balancierend. Und preist sich denn auch mit einem beherzten Wampen-Klopfer als „bestes Testimonial“ an. Er habe als Kind im Imbiss gejobbt, „nur damit ich umsonst Pommes essen konnte“. Man glaubt es ihm sofort.

Thelen war da eher so der Falafel-Typ – früher. Jetzt pocht er dann doch nochmal auf die Nährwerte. Der Zuschauer ist längst im Homer-Simpsons-Donut-Delirium – nur eben mit Pommes – und wacht erst wieder auf, als sich Maschmeyer die dunkle Trüffel-Pommes in den Mund schiebt und dann fast verzweifelt von seinem Auge-Mund-Problem berichtet. „Schwarze Nudeln schmecken mir nicht, weil mein Auge da nicht mitspielt. Oder Risotto, weil die da dieses Tintenzeug reintun – da mach’ ich nicht mit. Oder lila Kartoffeln – krieg’ ich nicht hin!“ Och Mensch, Maschi! Stark sein!

Und was ist das jetzt? Dümmel macht einen Rückzieher – ist doch eher der Pommes-Rot-Weiß-Typ. Dümmel! Wenigstens ist auf Wöhrls Familienunternehmen Verlass – „Sie sind ein Gottessegen“ – und sie will genau das geben, was sich die Gründer wünschen: 60.000 Euro für zehn Prozent. Thelen zieht mit, fühlt sich bei den Gründern an Anne und Stefan von Ankerkraut erinnert und will 120.000 Euro für 20 Prozent geben. 180.000 Euro für 26 Prozent bietet Kofler dann noch. Wöhrl lockt nochmal mit 120.000 Euro für zehn Prozent. Doch Frank ist einfach der Food-König – für den sich dann auch die Wolters entscheiden. Pommes-Gabel!

„Privalino“: Diese Gründer bringen die „Löwen“ zum Nachdenken

Es wird ernst in der „Höhle“: Kinder im Internet vor Gefahren wie Cyber-Grooming, Sexting, also sexuelle Kommunikation, und Cyber-Mobbing schützen, das wollen die Gründer Nicolai Erbs und Patrick Schneider. „Jedes zehnte Kind wird online belästigt”, sagt Erbs. Sogenannte Cyber-Groomer versuchen Kinder anzusprechen, ihr Vertrauen zu gewinnen, Fotos und Videos zu tauschen und im schlimmsten Fall sogar ein Treffen mit ihnen zu vereinbaren.

„Mit ’Privalino’ haben wir einen kindersicheren Instant Messenger entwickelt“, erklärt Schneider. „Die künstliche Intelligenz bei ‚Privalino’ analysiert den Schreibstil der Chat-Partner und kann so gefährliche Muster erkennen.” Besteht ein hinreichender Verdacht, dass der Chat-Partner ein Cyber-Groomer ist, warnt „Privalino” das Kind. Bei mehreren gefährlichen Nachrichten werden auch die Eltern kontaktiert und der Chat unterbrochen.

Die App ist erstmal umsonst, so die Gründer. Für fünf Euro im Monat gebe es dann Zusatzfunktionen, wie die „White-List“, eine Liste von vertrauenswürdigen Personen wie Eltern oder Geschwister. Dümmel lobt, Wöhrl fragt nach.

Das Problem: Die Kommunikation läuft von App zu App, heißt: Jedes Kind muss quasi „Privalino“ auf dem Handy haben. Die Lösung: Die Technikfilter müssten bei den großen Konzernen wie Facebook eingebunden werden, so Thelen. Für Maschmeyer ist das „ehrenwert“, aber „zu groß“. Und auch Thelen hat Bedenken ob der Konkurrenz-Giganten. Aus dem Kapitalbedarf von 250.000 Euro für 15 Prozent wird nichts.

Williams Kuchenschlacht

An die Gabeln heißt es auch bei diesen Gründern: Katharina Meyer und Anna Bründermann servieren den „Löwen” selbst gebackenen Kuchen. Oh Mann, erst die Pommes, jetzt auch noch Kuchen! „Wenn’s um Essen geht, sind wir da“, sagt Dümmel denn auch. „Wenn’s um Kuchen geht, sind wir erst recht da!“ – „Wenn’s um Kuchen geht, stürmen wir“, ergänzt Williams.

Der Clou der Gründerinnen: „Kuchentratsch“ ist ein soziales Start-up, bei dem mittlerweile über 35 Seniorinnen und Senioren leckeren Omakuchen backen. Göttlich! Wer denkt da nicht sofort an seine eigene Großmutter! Hach! Die „Löwen“ sind begeistert von Opa Norberts Käsekuchen und Oma Annis Rote-Beete-Schokoladen-Gugelhupf. „Wunderbar, wunderbar!“, sagt Williams und fordert gleich den ganzen Kuchen.

Die „Löwen“ springen auf, versammeln sich um Williams. Hat denn keiner von den Investoren mal in Teleskop-Gabeln investiert? Williams flirtet mit Opa Norbert und kriegt Nachschub. Dümmel ist eifersüchtig, ruft nach Oma Anni. Deal, Leute? Wo bleibt der Deal? Die Kuchen werden bereits an Münchner Cafés und über den eigenen Onlineshop geliefert. Der Deal-Wunsch der Kuchen-Feen: 100.000 Euro für zehn Prozent. Maschmeyer und Wöhrl geben 100.000 Euro für zehn Prozent. Na also, geht doch!

Von Amina Linke / RND

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