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Medien & TV Luke Mockridge – Eine Entschuldigung wäre besser gewesen
Nachrichten Medien & TV Luke Mockridge – Eine Entschuldigung wäre besser gewesen
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07:41 11.09.2019
Comedian Luke Mockridge. Quelle: imago images / Future Image
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Der Comedian Luke Mockridge hatte im August im „ZDF-Fernsehgarten“ einen sehr sonderbaren Auftritt. Nach Affensprüngen und Seniorenbeschimpfungen („Sie haben graue Haare, sie sind schrumpelig und sie riechen immer nach Kartoffeln") wurde er vom Publikum ausgebuht. Lange hatte man auf eine Erklärung gewartet, im besten Fall auf eine Entschuldigung. Bis man den 30-Jährigen wieder vergessen hatte. Viel los im Fernsehen. Jetzt bezog Mockridge endlich Stellung. „Vielleicht war ein Achsel-furzender, Affen imitierender, Bananen-telefonierender Luke Mockridge im Fernsehen genau die Abwechslung, die wir diesen Sommer noch gebraucht haben“, sagte er in einem Sat.1.-Interview.

Gemeinhin hat die ältere Generation ja auch ausreichend Humor, verfügt im selben Maß über Selbstironie wie jede andere Gesellschaftsschicht. Aber – jeder lacht eben nur dann über sich, wenn auch Witz im Spiel ist. Zunächst muss Comedy komisch sein, um für einen Sommer (oder beliebige andere Jahreszeiten) gebraucht zu werden. Doch dieses zentrale Kriterium erfüllte der unverständliche Mockridge-Mumpitz im „ZDF-Fernsehgarten“ gerade nicht. In den sozialen Medien gab es am Ende sogar Kritik von irritierten Mockridge-Fans.

Wie der Comedian jetzt nach vorn rudert, um seine neue Sat.1-Show zu promoten, hat schon Chuzpe. „PR-technisch ist es perfekt für uns gelaufen“, sagt er im Interview, „Mehr Aufmerksamkeit für meine Person und für unsere Sendung kann man gar nicht bekommen.“ Dabei inszeniert er sich obendrein als Etappenkünstler, der in größeren Kategorien denkt als der piefige kleine Studiogast und der ihm folgende, stets empörungswillige mediale Echozirkus.

Die Blamage im ZDF war also nur das erste Kapitel von dreien und eine Auflösung des Ganzen wartet in der neuen, eigenen Show – wo sonst. Wer damals „Buh!“ rief statt „Da Capo!“ hat demnach also nur das ganze Ausmaß des Mockridge-Genies nicht verstanden.

Echt jetzt? Das ist nicht komisch, sondern lachhaft. Und: Rechthaberei nach ungebührlichem Benehmen macht noch unsympathischer. Tipps für Mockridge‘ nächsten Mehrteiler: Ein Pappschild mit „Dieses war der erste Streich“ hochhalten oder mit „Fortsetzung folgt“. Niemand kann riechen, dass das Sich-zum-Affen-Machen nur ein unkomischer erster Akt war, dessen brillant-brüllkomische Klimax nun in der „Greatnightshow“ zu besichtigen sein soll. Aber egal: Die Sache ist gegessen, vier Wochen später interessiert die „Auflösung“ keinen Menschen mehr.

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Von Matthias Halbig/RND

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