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Medien & TV Prominente Mandanten: Das Geschäft der Medienanwälte
Nachrichten Medien & TV Prominente Mandanten: Das Geschäft der Medienanwälte
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11:00 19.10.2018
Medienanwälte sollen nicht nur schlechte Nachrichten für Prominente verbreiten – sondern zugleich darauf hinwirken, eine weitere Berichterstattung zu unterlassen. Quelle: epd
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Dortmund

Anwälte sind häufig nicht nur Rechtsexperten.Sie dienen auch als Beistand für alle Lebenslagen. Gerade Medienanwälte nehmen diese Rundumbetreuung besonders ernst. Sie gehört für viele gewissermaßen zum Geschäftsmodell. Für Prominente verkünden sie auf Honorarbasis Hochzeiten, Scheidungen und Todesfälle. Häufig mit identischen Textbausteinen: „Unsere Mandanten haben sich einvernehmlich und freundschaftlich getrennt.“

Wäre es nicht kostengünstiger und genauso wirksam, eine solche Mitteilung kurzerhand selbst zu verfassen? Fast entsteht der Eindruck, jemand sei nur dann prominent, wenn diese Verlautbarungen über Medienanwälte erfolgen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Auf die Zusätze kommt es an: „Wir bitten, von weiteren Anfragen Abstand zu nehmen und die Privatsphäre zu respektieren.“ Medienanwälte sollen also nicht nur schlechte Nachrichten für Prominente verbreiten – sondern zugleich darauf hinwirken, eine weitere Berichterstattung zu unterlassen.

Letztlich steht hinter dem Geschäftsmodell „anwaltliche Pressearbeit“ ein ambivalentes Verhältnis zur Öffentlichkeit: Einerseits entsteht Prominenz nur durch Bekanntheit, anderseits soll das Medieninteresse dabei dosiert erfolgen. Die Rechtsprechung spricht hier von einer „Hahn auf, Hahn zu“-Theorie: Öffnet ein Prominenter sein Privatleben beispielsweise durch Homestorys oder die Vermarktung von Hochzeiten für Medien, muss er grundsätzlich auch eine Berichterstattung über eine Trennung dulden. Wäre es also nicht eine Alternative, öfter mal Privates ganz privat sein zu lassen – und einfach zu schweigen?

Tobias Gostomzyk ist Medienrechtler an der TU Dortmund.

Von Tobias Gostomzyk

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