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Medien Gefeierte Serie „Chernobyl“: Macher war vorher für Klamauk wie „Scary Movie 4“ bekannt
Nachrichten Medien Gefeierte Serie „Chernobyl“: Macher war vorher für Klamauk wie „Scary Movie 4“ bekannt
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11:45 12.06.2019
Hatte irgendwann genug vom Witzeschreiben: US-Drehbuchautor Craig Mazin. Quelle: picture alliance / dpa
Los Angeles

War „Chernobyl“ nur der Beginn einer neuen Serienära des US-Filmemachers Craig Mazin? Das hoffen zumindest viele Fans nach dem Ende der HBO-Miniserie um das ukrainische Reaktorunglück von 1986. Eine Fortsetzung soll es nicht geben. Das hat der Autor und Erfinder der hochgelobten Katastrophenepisoden jüngst in einem Twitter-Post offenbart. Doch zuvor sprach er in einem Interview mit dem US-Magazin „Decider“ immerhin über eine eventuelle Anthologie – und die Möglichkeit, andere verheerende Unglücke zu verfilmen.

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Craig Mazin: Vom Witzeschreiber zum „Chernobyl“-Experten

Er ist konsequent, das muss man ihm lassen. Zweieinhalb Jahre lang recherchierte Craig Mazin über Tschernobyl, las laut eigener Aussage unter anderem wissenschaftliche Aufsätze und Regierungsberichte. Dann erst setzte er sich an das Drehbuch, das nicht nur wegen seiner Detailversessenheit bemerkenswert ist. Auch dramaturgisch und inszenatorisch überzeugte „Chernobyl“ die Zuschauer, stieß sogar die US-Fantasyserie „Game of Thrones“ vom imdb-Thron und wird bereits als die beste TV-Serie weltweit gehandelt.

Eine Konsequenz, eine Besessenheit, die viele überraschte. Machte sich Mazin zuvor eher durch Klamaukfilme wie die Fortsetzungen von „Scary Movie“ und „Hangover“ einen Namen. Doch irgendwann reichte ihm das Witzeschreiben für Bradley Cooper, Charlie Sheen und Co. nicht mehr. „Ich hatte das Gefühl, auf dem Gipfel des Comedy-Berges zu sein“, sagte er mal in einem Interview mit dem Magazin „Men’s Health“.

Chernobyl“ sei eine Geschichte gewesen, die so noch nicht erzählt worden ist, begründete der 48-Jährige seine Serienintention. Vielschichtig und vielperspektivisch kommt sie daher. Ein Ansatz, der sich auch für die Verfilmung anderer Katastrophen eignen würde. Das Netz schlägt Mazin bereits die Nuklearkatastrophe von Fukushima (2011) oder den Untergang des russischen Atom-U-Bootes K-141 Kursk (2000) vor. Am liebsten wäre den Nutzern aber wohl eine Fortsetzung der HBO-Serie.

Chernobyl“: Wird ein weiterer Aspekt verfilmt?

Doch genauso konsequent wie er „Chernobyl“ vorbereitete – Drehbuchänderungen erklärte er sogar ausführlich in einem Podcast –, schob er einer zweiten Staffel prompt den Riegel vor. In einem Twitter-Post nahm er Stellung zu einer Überschrift des Magazins „Decider“ und schrieb: „Mit allem Respekt gegenüber Decider, aber die definitive Antwort auf die Frage in der Überschrift ,Wird es eine zweite Staffel ‚Chernobyl‘ geben?’ lautet ‚Nein‘.“

In einem vorangegangenen Interview sprach Mazin allerdings noch über eine mögliche Anthologie – „eine weitere Investigation eines anderen Aspekts des sowjetischen Lebens“, heißt es da schlicht. Wenn er zu HBO gehen und sagen würde, er wolle noch etwas zu „Chernobyl“ oder zu einer anderen Tragödie wie das Chemieunglück im indischen Bophal oder Fukushima machen, würde man ihm wohl durchaus interessiert zuhören, sagte Mazin weiter.

Eine fast bescheidene Aussage, für jemanden, der gerade sein Meisterwerk geschaffen hat. Wer bis zum nächsten, akribisch recherchierten Drehbuch nicht warten möchte, der kann sich seit Dienstag die komplette Miniserie auf Sky noch mal ansehen.

Von RND / ali

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