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Panorama Brandanschlag in Kyoto: Mindestens 33 Menschen sterben in Flammen
Nachrichten Panorama Brandanschlag in Kyoto: Mindestens 33 Menschen sterben in Flammen
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06:17 19.07.2019
Rauch steigt auf aus dem dreistöckigen Studio der Kyoto Animation Co.. Quelle: -/kyodo/dpa
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Kyōto

Bei einem Brandanschlag auf ein Animationsstudio im japanischen Kyoto sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf 33 gestiegen. Zudem gebe es mehrere Verletzte, teilte ein Mitarbeiter der Feuerwehr am Donnerstag mit. Zuvor war von mindestens einem Toten die Rede gewesen. Außerdem seien bis zu 40 Personen verletzt worden.

Bis zu 18 weitere könnten noch im dritten Stock eingesperrt sein, sagte er.

Nach Angaben der Polizei der Präfektur Kyoto brach das Feuer in dem dreistöckigen Gebäude am Donnerstagmorgen aus, nachdem ein Mann hineinstürmte und eine unbekannte Flüssigkeit verteilte.

Ein 41-jähriger Mann hat die Tat mittlerweile gestanden. Der Täter befinde sich unter den Verletzten und wurde ins Krankenhaus gebracht. Er soll eine brennbare Flüssigkeit am Morgen (Ortszeit) an dem Gebäude versprüht und daraufhin das Feuer gelegt haben. Dabei schrie er nach Angaben von Augenzeugen: „Sterbt!“ Er sei kein Kollege von ihnen gewesen, gaben die Überlebenden laut japanischen Medien an.

Die Animationsproduktionsfirma ist bekannt für beliebte TV-Zeichentrickserien wie „K-On!“ und „Suzumiya Haruhi no Yuutsu“.

Nachbarn hörten Klopfgeräusche

Einsatzkräfte errichteten vor dem Gebäude ein Zelt, um Erste Hilfe zu leisten. Zum Zeitpunkt des Feuers befanden sich laut der Feuerwehr mehr als 70 Menschen im Gebäude.

Der Fernsehsender NHK zeigte, wie grauer Rauch aus dem Gebäude aufstieg. Die Fassade war an vielen Stellen schwarz verkohlt. In anderen Aufnahmen war zu sehen, dass das Glas aus den Fenstern gebrochen war. Zeugen aus der Nachbarschaft berichteten, wie sie Klopfgeräusche aus dem Gebäude gehört hätten. Andere schilderten, Menschen seien schwarz vom Ruß, blutend und barfuß herausgerannt.

Es wäre nicht der erste Massenmord in Japan, das eigentlich den Ruf genießt, eines der sichersten Länder der Welt zu sein. Erst im Mai hatte ein Mann mit Messern auf wehrlose Schulmädchen eingestochen. Dabei tötete er ein Kind und einen Vater, bevor er sich selbst das Leben nahm. Bei dem bislang blutigsten Amoklauf in Japan seit Jahrzehnten hatte ein junger Mann vor drei Jahren in einem Behindertenheim 19 wehrlose Menschen erstochen.

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Von RND/dpa