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Panorama Bremen erinnert an Opfer der Geiselnahme von Gladbeck
Nachrichten Panorama Bremen erinnert an Opfer der Geiselnahme von Gladbeck
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18:22 30.03.2019
Eine Erinnerungstafel mit den Namen der drei Getöteten des Gladbecker Geiseldramas wurde nahe der Bushaltestelle in Bremen-Huckelriede eingerichtet. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
Bremen

Rund 30 Jahre nach dem Gladbecker Geiseldrama erinnert Bremen mit einem Gedenkstein an die drei Todesopfer. An einer Bushaltestelle im Stadtteil Huckelriede wurde am Samstag ein Erinnerungsort eingerichtet.

An diesem Ort hatten die Geiselnehmer Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner bei ihrer mehrtägigen Irrfahrt im August 1988 einen Bus gekapert. Auf dem Stein stehen die Namen der getöteten Businsassen Silke Bischoff und Emanuele di Giorgio sowie des Polizisten Ingo Hagen, der bei einem Verkehrsunfall umkam.

Gladbecker Geiseldrama hielt Deutschland tagelang in Atem

Der Fall hatte Deutschland 1988 tagelang in Atem gehalten. Nach einem Banküberfall im nordrhein-westfälischen Gladbeck flüchteten die Gangster quer durchs Land und nahmen mehrfach Geiseln. Journalisten interviewten Geiselnehmer und Geiseln. Die Polizei zögerte mit einem Zugriff.

Medien und Polizei hätten damals viele Fehler gemacht, sagte der Bremer Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) bei der Zeremonie. Vor allem aber seien hinterher die Betroffenen und Hinterbliebenen allein gelassen worden. Dafür entschuldigte sich der Regierungschef.

Erinnerung an die Opfer des Gladbecker Geiseldramas wachhalten

„Das Geschehene können wir nicht ungeschehen machen“, sagte er. „Aber wir können die Erinnerung an die Opfer hier in Bremen wachhalten und den Hinterbliebenen zeigen, dass sie mit ihrer Trauer nicht vergessen sind.“ Auch die neugewählte Vorsitzende der Bremer Bürgerschaft, Antje Grotheer (SPD), nahm an der Zeremonie teil.

Von RND/dpa