Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama Dänisches Königshaus: Prinz Henrik leidet an Demenz
Nachrichten Panorama Dänisches Königshaus: Prinz Henrik leidet an Demenz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 06.09.2017
In guten wie in schlechten Zeiten: Königin Margrethe II. und Prinz Henrik sind seit 50 Jahren verheiratet. Quelle: Steen Brogaard
Anzeige
Kopenhagen

Der Mann der dänischen Königin Margrethe (77) nimmt für gewöhnlich kein Blatt vor den Mund. Doch was Prinz Henrik im Sommer über seine Frau sagte, ist selbst für ihn ungewöhnlich heftig.

„Sie macht aus mir einen Narren“, polterte der 83-Jährige. Die Königin respektiere ihn nicht. Jetzt erscheinen die Skandalaussagen in ganz neuem Licht: Henrik leidet unter Demenz.

„Die Diagnose beinhaltet eine Schwächung der kognitiven Funktionen des Prinzen“, erklärte das dänische Königshaus am Mittwoch. Die Erkrankung könne sein Verhalten und seine Reaktionen verändern, seine Urteilskraft und Gefühle beeinflussen - und so auch die Interaktion mit der Außenwelt.

Demenz, der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit, beeinträchtigt häufig nicht nur das Gedächtnis, sondern auch das zwischenmenschliche Verhalten. Meist sind Ältere über 85 Jahren betroffen - in Deutschland nach Zahlen der Alzheimer-Gesellschaft etwa 1,6 Millionen Menschen.

Die Königsfamilie bat erst einmal um Ruhe für den streitbaren Prinzen. Bis auf Weiteres werde er seine Aktivitäten einschränken. Henrik ist bereits seit 2016 offiziell im Ruhestand, hat aber noch Ehrenämter inne.

Margrethe und er sind seit 50 Jahren verheiratet. Lange hatte der in Frankreich geborene Prinz einen schweren Stand bei den Dänen: Er spreche auch nach Jahren immer noch ein merkwürdiges Dänisch und sei mit seiner Rolle als Prinzgemahl nie zufrieden, hieß es oft. Doch er verdiente sich auch den Respekt seiner neuen Landsleute.

Dass er mit seinem Prinzen-Titel nicht glücklich ist, hat Prinz Henrik nie verschwiegen. Als er im vergangenen Jahr in den Ruhestand ging, legte er auch den Titel „Prinzgemahl“ ab. Im August teilte der Hof mit, Henrik wolle nach seinem Tod nicht neben seiner Frau in der Domkirche von Roskilde beigesetzt werden. Dort hatte Bildhauer Bjørn Nørgaard sogar bereits einen Sarkophag für die beiden gefertigt.

„Wenn sie will, dass wir zusammen begraben werden, muss sie mich zum Königinnengemahl machen. Fertig“, sagte Henrik - fast trotzig - später der Zeitung „Se og Hør“. Wie sehr ihn seine Krankheit zu diesem Zeitpunkt schon beeinflusste, ist unklar. Für ein loses Mundwerk war Prinz Henrik schon früher bekannt. Wegen der Krankheit würden die Begräbnis-Pläne nicht geändert, sagte der Sprecher der Königshauses im dänischen Fernsehen.

Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen betonte nach der Diagnose: „Die vergangenen Monate waren für das Königshaus nicht leicht.“ Die Königin habe ihre Pflichten in der schweren Zeit vorbildlich erfüllt. „Dafür kann ich nur den allergrößten Respekt haben“, sagte Rasmussen. Aus Respekt vor Prinz Henrik müsse die Familie jetzt auch mal privat sein dürfen. „Alle müssen das Recht habe, in Ruhe und Frieden älter zu werden - selbst, wenn sie der Königsfamilie angehören.“

dpa

Mehr zum Thema

Hochzeitspläne am japanischen Hofe: Prinzessin Mako, das erste der vier Enkelkinder von Kaiser Akihito, hat offiziell ihre Verlobung bekanntgegeben.

03.09.2017

Die Highland-Games im schottischen Braemar lässt sich die Queen nie entgehen. Und auch Prinz Philip, der seit Kurzem in Rente ist, war bei dem Spektakel dabei.

03.09.2017

Beim britischen Königshaus kündigt sich neuer Nachwuchs an. Die Royals sind hoch erfreut. Doch Kate leidet unter schwerer Übelkeit.

04.09.2017

Auf Instagram lässt Kim Kardashian regelmäßig die Hüllen fallen. Damit ihren Fans nicht langweilig wird, hat sich der Reality-Star dieses Mal etwas Besonderes ausgedacht und ist nur in Wanderstiefeln auf einen Baum geklettert.

06.09.2017

„Irma“ ist mit Spitzengeschwindigkeiten auf der Insel Barbuda erstmals auf Land getroffen und hat dort für schlimme Verwüstungen gesorgt. Am Wochenende könnte der Tropensturm auf US-amerikanisches Festland treffen.

06.09.2017

Eine Echtlederjacke für 60 Euro, T-Shirts schon ab acht: Aldi Süd und Lidl setzen im Kampf um die Kundschaft auf Starpower und haben Heidi Klum und Anastacia für neue Modekollektionen gewinnen können.

06.09.2017