Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama Das jahrelange Tauziehen um Julian Assange
Nachrichten Panorama Das jahrelange Tauziehen um Julian Assange
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:28 19.05.2017
Gründer Julian Assange spricht während einer Video-Liveschaltung zum 10. Geburtstag von Wikileaks.
Gründer Julian Assange spricht während einer Video-Liveschaltung zum 10. Geburtstag von Wikileaks. Quelle: Maurizio Gambarini/archiv
Anzeige
London

Seit fast fünf Jahren sitzt Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London fest. In den USA fiel der Whistleblower in Ungnade, weil seine Enthüllungsplattform unter anderem geheimes Material zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak veröffentlichte.

In Schweden wurde er wegen angeblicher sexueller Vergehen gesucht. Ein Rückblick:

August 2010: Schwedische Staatsanwälte erlassen Haftbefehl gegen Assange, heben ihn aber kurz darauf wieder auf. Die Justiz wirft dem Australier vor, er habe bei einem Besuch im Land zwei Frauen vergewaltigt und sexuell genötigt.

Dezember 2010: Assange wird von der britischen Polizei wegen eines neuen Haftbefehls aus Schweden festgenommen. Gegen Kaution und unter Auflagen kommt er frei. Er hält die Vorwürfe für politisch motiviert.

Februar 2011: Ein Londoner Gericht hält eine Auslieferung nach Schweden für rechtens, Assange geht Anfang März in Berufung. Er fürchtet die Auslieferung an die USA, wo ihm eine lange Haft wegen Geheimnisverrats drohen könnte.

November 2011: Der britische High Court entscheidet, dass Assange an Schweden ausgeliefert werden darf. Der legt Einspruch ein.

Juni 2012: Der Einspruch scheitert. Am 19. Juni flieht Assange in die Botschaft von Ecuador in London und beantragt politisches Asyl.

Juli 2014: Seine Anwälte beantragen in Schweden eine Aufhebung des vier Jahre alten Haftbefehls. Der Antrag scheitert.

August 2015: Die schwedische Staatsanwaltschaft lässt die Vorwürfe der sexuellen Nötigung und des Missbrauchs wegen Verjährung fallen. Der Vergewaltigungsvorwurf bleibt aber bestehen.

Februar 2016: Nach Ansicht von UN-Rechtsexperten kommt Assanges Aufenthalt in der Botschaft einer willkürlichen Haft gleich. Sie fordern, er müsse sich wieder frei bewegen können.

November 2016: Schwedische Staatsanwälte befragen Assange in London.

April 2017: Medienberichten zufolge bereiten die USA eine Anklage gegen ihn vor.

Mai 2017: Schwedens Justiz gibt bekannt, dass sie die Ermittlungen gegen Assange einstellt.

dpa

Mehr zum Thema

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kriminelle Sicherheitslücken für Cyber-Angriffe nutzen. Neu ist aber das Tempo, mit dem jüngst Zehntausende Computer befallen wurden. Trägt die Politik eine Mitschuld?

15.05.2017

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kriminelle Sicherheitslücken für Cyber-Angriffe nutzen. Neu ist aber das Tempo, mit dem jüngst Zehntausende Computer befallen wurden. Trägt die Politik eine Mitschuld?

15.05.2017

Mit gereckter Faust zeigt sich Julian Assange auf dem Balkon von Ecuadors Botschaft in London: Der Wikileaks-Gründer muss nicht mehr die schwedische Justiz fürchten. Eine Festnahme droht ihm trotzdem. Ob er sein Exil verlässt, lässt Assange deshalb offen.

19.05.2017