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Panorama Fall Susanna: Verdächtiger Ali B. im Nordirak gefasst
Nachrichten Panorama Fall Susanna: Verdächtiger Ali B. im Nordirak gefasst
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14:24 09.06.2018
Susanna war vor zwei Wochen verschwunden - ihre Leiche war in einem Erdloch an einer Bahnstrecke in Wiesbaden gefunden worden. Quelle: Arne Dedert
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Quedlinburg

Wenige Tage nach seiner Flucht aus Deutschland ist der Tatverdächtige im Fall der getöteten 14-jährigen Susanna, Ali B., im Irak festgenommen worden. Das sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Rande der Innenministerkonferenz in Quedlinburg.

Der irakische Flüchtling steht im Verdacht, das Mädchen aus Mainz vergewaltigt und umgebracht zu haben. Der 20-Jährige war nach Aussagen der Staatsanwaltschaft vermutlich am vergangenen Donnerstag mit seiner gesamten Familie überhastet abgereist.

Wörtlich sagte Seehofer: „Der im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt an Susanna F. beschuldigte Ali B. ist heute Nacht, am 8. Juni 2018, gegen 2.00 Uhr durch kurdische Sicherheitsbehörden im Nordirak auf Bitten der Bundespolizei festgenommen worden.“ Er fügte hinzu: „Das mit der Auslieferung läuft jetzt nach den internationalen Regeln.“ Mit Hilfe von Polizei und Auswärtigem Amt würden alle nötigen Anträge gestellt. Ein weiterer Verdächtiger in dem Fall war am Donnerstag wieder freigelassen worden.

Das 14-jährige Mädchen war vor zwei Wochen verschwunden. Seine Leiche wurde am Mittwoch in einem Erdloch bei Wiesbaden gefunden. Am Donnerstag gaben die Behörden in einer Pressekonferenz bekannt, dass es sich bei der Leiche um das vermisste Mädchen handele.

Der Fall sorgte deutschlandweit für großes Aufsehen - auch in der Politik. So wird über die Frage diskutiert, weshalb Ali B. trotz unterschiedlicher Namen in den Ausweispapieren und auf der Bordkarte ungehindert in die Türkei fliegen konnte.

Seehofer sagte dazu am Freitag mit Blick auf den mutmaßlichen Täter und dessen vergebliche Flucht: „Mir ist wichtig, der Bevölkerung mitteilen zu können, dass nach diesem furchtbaren Verbrechen sich Gott sei Dank aufgrund der internationalen Zusammenarbeit niemand mehr - an welcher Stelle in dieser Erde (auch immer) - sicher fühlen kann.“

„Das ist für betroffene Familien natürlich nicht der Trost“, sagte der Minister weiter. Dennoch sei es für die „staatliche Gemeinschaft“ wichtig, „dass auf ein so furchtbares Verbrechen dann möglicherweise auch die Sühne kommt“.

Seehofer dankte den beteiligten kurdischen Sicherheitskräften, dass diese die Verhaftung möglich gemacht hätten. „Dieser Erfolg ist das Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen den kurdischen Sicherheitsbehörden im Irak und der deutschen Bundespolizei.“

Im Fall Susanna weist das Auswärtige Amt darauf hin, dass es kein Auslieferungsabkommen mit dem Irak gibt. In Einzelfällen sei die Auslieferung eines Tatverdächtigen aus dem Irak nach Deutschland aber möglich, sagte eine AA-Sprecherin.

Wie das Bundesinnenministerium bestätigte, war der tatverdächtige Iraker Ali B. vom Flughafen Düsseldorf ausgereist. Zu diesem Zeitpunkt sei er noch nicht zur Fahndung ausgeschrieben gewesen. Er habe gültige Papiere besessen, vermutlich ein sogenanntes Laissez-Passer-Dokument.

dpa

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