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Panorama Der neue Trend: Wies‘n-Wadeln
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00:26 21.09.2015
Quelle: Fotolia
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München

Oans, zwoa, gsuffa. Mit Böllerschüssen und Bier begann gestern das traditionelle Oktoberfest in München. Mit zwei Schlägen (vergangenes Jahr waren es vier) zapfte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das erste Fass Bier an und eröffnete das größte Volksfest der Welt mit den Worten: „O‘zapft is! Auf eine friedliche Wies‘n.“ Sie dauert bis zum 4. Oktober.

Und während vor dem offiziellen Start bereits die ersten Bierzelte wegen Überfüllung geschlossen wurden und Frauen sich in ihren schönsten Kleidern präsentierten, warnen Chirurgen vor einem Schönheitstrend. Immer öfter würden Männer nach Waden-Implantaten anfragen. Speziell in den Wochen vor der Wies‘n, so Professor Werner Mang von der Bodenseeklinik in Lindau, wachse der Wunsch nach strammen Waden. Mang warnt: „Natürlich kann man das machen, aber auch hier ist der Tastbefund sehr unnatürlich, und es kann zu Lageveränderungen und Entzündungen kommen.“ Oder, weniger medizinisch ausgedrückt: Wadenimplantate zählen zu den sinnlosesten Eingriffen in der Schönheitschirurgie überhaupt. Wer etwa Muskeln vom Format eines Arnold Schwarzenegger wünsche, solle statt in die Klinik lieber ins Fitnessstudio gehen. Denn auch von imponierenden Brustimplantaten und Sixpacks aus Silikon raten die Experten entschieden ab.

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Das Wadenaufspritzen ist dabei allerdings nur ein Trend: Immer öfter versuchen Herren allgemein, der Schöpfung künstlich nachzuhelfen. Lag der Männeranteil bei Schönheitsoperationen 1990 noch bei fünf Prozent, so rangiert der Wert aktuell bei rund 15 Prozent. Beliebtester Eingriff ist derzeit die Lidstraffung, knapp dahinter kommen schon Fettabsaugen und Falten glätten mittels Botox. Dabei sind die Wünsche der Generationen durchaus verschieden. Während Ältere ihren Chirurgen gerne an Hals und Stirn herumoperieren lassen, wünschen sich Jüngere lieber gerichtete Nasen und straffe Bauchdecken.

Gut, dass die Männer von der schneidenden Zunft auch einen hilfreichen Tipp haben für alle Oktoberfestbesucher, die sich mit ihren mickrigen Waden nicht in die Festzelte zwischen die vielen Dirndlträgerinnen trauen. Einfach statt der traditionellen „Loferl“ ein paar zünftige, lange Wadenstrümpfe anziehen und gut mit Watte auspolstern. Fertig ist der beinharte Wies‘n-Look.

Die Wies‘n — alles begann mit einer Hochzeit
Die Ur-Wies‘n war eine königliche Hochzeitsfeier. Ganz München feierte mit, als im Oktober 1810 Kronprinz Ludwig — der spätere König Ludwig I. — Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen heiratete. Ein Pferderennen war am 17. Oktober auf dem Gelände der heutigen Wies‘n Höhepunkt und Abschluss der fünftägigen Feiern. Das Fest wurde dann alljährlich wiederholt und wuchs stetig. Findige Wirte stellten ab 1896 erste Bierburgen auf, bereits 1818 gab es das erste Karussell und zwei Schaukeln. Außerdem kamen Kegelbuden und diverse Spielangebote auf, vom Sacklaufen bis zum Wagenradlaufen. Die Pferderennen wurden 1938 abgeschafft.



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