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Panorama Ex-Knacki raubte Bank aus – um wieder ins Gefängnis zu kommen
Nachrichten Panorama Ex-Knacki raubte Bank aus – um wieder ins Gefängnis zu kommen
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08:17 31.01.2019
Hinter einem Gitter laufen Insassen über einen Gefängnishof. Quelle: Daniel Naupold/dpa
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Milwaukee

Normalerweise versuchen Kriminelle alles, um dem Gesetz zu entgehen. Ein verurteilte Straftäter in den USA dagegen tat alles dafür, dass er bei einem Bankraub erwischt wurde. Sein Ziel war es, im Gefängnis zu landen. Die Idee dazu hatte er durch einen Hollywood-Kultfilm.

Der Vietnam-Veteran hatte bis Anfang 2018 eine 20-jährige Haftstrafe in New Jersey wegen versuchtem Mordes abgesessen. Im Knast hörte er von einem Mithäftling, wie vergleichsweise luxuriös die Justizanstalten im Bundesstaat Wisconsin seien. Sechs Monate nach seiner Entlassung fuhr Gallagher deshalb mit dem Zug direkt nach Milwaukee. Sein erster Weg führte in eine nahegelegene Bank. Dort informierte er die Kassiererin, dass er Bill heiße, eine Bombe mit dabei habe und Bargeld in 100-Dollar-Noten haben will. Die nächste Forderung verblüffte die Bankangestellte dann völlig, denn der Räuber wollte, dass sie die Polizei ruft. Anfangs weigerte sie sich zunächst sogar, ehe sie dann doch zum Hörer griff. Als die Polizisten eintrafen, ließ sich Gallagher widerstandlos abführen.

Vor Gericht bekannte sich der Ex-Soldat, dessen Strafakte bis Anfang der 70er Jahre zurückreicht, für schuldig. Dem Staatsanwalt erklärte er als Motiv, dass die Ärzte des Militärkrankenhauses in Brooklyn nach seiner Entlassung Tumore aus seinem Rücken entfernt und auch Metastasen in seiner Lunge und Magen entdeckt hatten: „Da ist für mich alles zusammen gebrochen. Ich habe mich daran erinnert, was Mithäftlinge über die medizinische Versorgung im Knast von Wisconsin gesagt haben.“

Auch sein Verteidiger staunt über das ungewöhnliche Anliegen

Richter David Hansher kam das Ganze bekannt vor: „Haben Sie je den Film ‚Shawshak Redemption‘ gesehen?“ In dem Film mit Tim Robbins and Morgan Freeman begeht der langjährige Gefängnis-Bibliothekar Brooks Hatlen Selbstmord, weil er nach seiner Entlassung in der Freiheit nicht mehr zurechtkommt. Gallaghers Antwort zu Hansher: „Genauso bin ich, wie der Film-Bibliothek-Typ. Ich konnte einfach mich nicht mehr draußen zurechtfinden.“ Aber ich werde nicht Selbstmord begehen. „Es geht nicht nur um die medizinische Versorgung. Ich wollte meinen Kindern nicht zur Last fallen. Ich habe jeden Tag auf die Uhr geschaut und gewusst, was meine Kameraden hinter Gitter grade machen. Das war das einzige Leben, was ich kannte.“

Obwohl der Angeklagte dagegen protestierte, schickte ihn der Richter nicht sofort ins Gefängnis und orderte eine psychologische Untersuchung an, bevor er am 13. Februar endgültig ein Strafmaß festlegt. Der 68-Jährige will unbedingt die mögliche Höchststrafe von zehn Jahren erhalten und hat seinem Pflichtanwalt Charles Roozen befohlen, alles dafür zu tun. Für den ist das juristisches Neuland: „Als Verteidiger versuche ich sonst alles, meine Strafe für Klienten möglichst runterzuhandeln. Diesmal soll ich ihn möglichst lange ins Gefängnis bringen. Das gab’s noch nie, aber ich muss mich nach meinem Mandanten richten.“

Von RND/sin

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