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Panorama Fataler Irrtum: 79-Jährige für tot erklärt – Karten gesperrt, Rente storniert
Nachrichten Panorama Fataler Irrtum: 79-Jährige für tot erklärt – Karten gesperrt, Rente storniert
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20:42 26.03.2019
Die für tot erklärte Rentnerin. Quelle: Frank Bürstenbinder
Wusterwitz

Gundula H. (79) war mehr als verärgert, als sie von ihrem plötzlichen Tod erfuhr. Und das kam so: Die Rentnerin aus Wusterwitz (Brandenburg), die ihren richtigen Namen aus Scham lieber nicht nennen will, wollte sich nur ein paar Kontoauszüge ausdrucken. Doch dazu kam es nicht mehr.

Denn der Automat in der Wusterwitzer Service-Station der Brandenburger Bank verschluckte die EC-Karte und gab sie nicht mehr her. Weil es im Ort kein Bankpersonal mehr gibt, suchte Gundula H. die Geschäftsstelle in Kirchmöser auf, verlangte Aufklärung über den Einzug ihrer EC-Karte.

In einem persönlichen Gespräch mit dem verdutzten Bankberater kam das Unfassbare zur Sprache. Das Geldinstitut wähnte ihre Kundin schon seit dem 7. Januar 2019 als verstorben. So hatte es der Auszahlungsdienst der Deutschen Post Renten Service der Brandenburger Bank am 13. Februar 2019 mitgeteilt. In einem Brief, welcher der „Märkischen Allgemeinen“ vorliegt, wird der Tod der Rentenberechtigten angezeigt und die Bank zur Rückzahlung der angeblich überzahlten Witwenrente für den Monat Februar aufgefordert.

Kundin höchst lebendig

Die Sache nahm ihren Lauf bis zur Sperrung der EC-Karte von Gundula H. Mit ihrer leibhaftigen Anwesenheit und dem Personalausweis konnte die Wusterwitzerin ihre Bank von ihrem Wohlergehen überzeugen. Dass die Kundin höchst lebendig ist, mussten die Banker schließlich einsehen. Die EC-Karte gab es mit allen guten Wünschen zurück. Doch wer lässt Menschen einfach so auf dem Papier sterben?

Die Quelle der Falschmeldung liegt in der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin. Schriftlich wandte sich Gundula H. an die für ihre Rente zuständige Institution. „Hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass es sich um einen Irrtum handelt. Ich bin noch am Leben. Bitte beheben Sie alle Unanehmlichkeiten die mit mir entstanden sind. Anbei mein Personalausweis“, flehte die 79-Jährige die Rentenversicherung an.

Der Träger der gesetzlichen Rentenversicherung prüfte den Fall und entschuldigte sich wenige Tage später. Die Witwenrente wurde mit sofortiger Wirkung wieder angewiesen, die Stornierung der eigenen Versichertenrente aufgehoben. Es gibt eine Entschuldigung, doch keine schriftliche Erklärung wie es zu der oberpeinlichen Panne kommen konnte.

Bank will Hinweise prüfen

Auf Nachfrage von Gundula H. wurde gegenüber der Rentnerin von einer tragischen Verwechslung der Versichertennummer gesprochen. Für die Wusterwitzerin ein Unding: „Wir sind für die Behörden nur noch Nummern. Ein Abgleich mit meinem vollständigen Namen und meiner Adresse hätte genügt, um den Fehler aufzuklären.“ Auch die “Märkische Allgemeine“ hätte gern auf direktem Weg erfahren, warum Gundula H. für tot gehalten wurde. Doch die Deutsche Rentenversicherung Bund bedauert, ohne eine schriftliche Entbindung von der Schweigepflicht nichts zu dem konkreten Fall sagen zu können.

Ob der Einzug von EC-Karten Verstorbener eine automatische Reaktion des Geldinstitutes ist, um Missbrauch vorzubeugen, wollte die “Märkische Allgemeine“ von der Brandenburg Bank wissen. Doch auch von Vorstand Frank Robby Wallis gibt es keine klare Antwort. Man wolle die Hinweise prüfen und sich dann direkt an die betroffene Kundin wenden, teilte der Vorstand auf Nachfrage mit. „Grundsätzlich raten wir unseren Kunden, sich bei Fragen, Wünschen oder Reklamationen direkt mit unserer Bank in Verbindung zu setzen“, so Robby Wallis.

Auch Krankenkasse sperrt Karte

Doch damit nicht genug. Eigentlich hatte sich die ehemalige Weichenwerkerin schon wieder beruhigt. Bis zum Arzttermin an diesem Montag. Wie sich herausstellte, hatte die Bahn Betriebskrankenkasse ihre Versichertenkarte gesperrt. Die Todesnachricht war offenbar breit gestreut.

„Ich war fix und fertig“, ärgerte sich Gundula H. bei ihrem Besuch in der Redaktion der „Märkischen Allgemeinen“. Wieder musste sie lebendige Überzeugungsarbeit leisten. Doch die Karte bleibt gesperrt. Die Bahn BKK will eine neue Karte ausstellen.

Von Frank Bürstenbinder/MAZ/RND

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