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Panorama Gesunkenes Segelschiff „No. 5 Elbe“: Video zeigt dramatische Sekunden vor Zusammenprall
Nachrichten Panorama Gesunkenes Segelschiff „No. 5 Elbe“: Video zeigt dramatische Sekunden vor Zusammenprall
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21:59 14.06.2019
Der Lotsenschoner No.5 Elbe auf der Einlaufparade der Schiffe zum 824. Hafengeburtstag in Hamburg. Quelle: imago stock&people
Hamburg

Eine Woche nach dem Untergang des historischen Zweimasters „No 5 Elbe“ könnte ein Video von einem Gast helfen, den Fall aufzuklären, wie die Hamburger „Morgenpost“ berichtet. Es zeigt die dramatischen Sekunden vor der Kollision. Wie darin zu sehen ist, versuchte der Kapitän vermutlich noch, den Containerriesen „Astrosprinter“ zu kreuzen. Als sich diese Option zerschlug, bemühte er sich anscheinend noch um einen Kurswechsel. Doch auch dafür war es bereits zu spät.

„Nee, das ist nicht gut. Das ist Scheiße, was er da jetzt macht“, schwant einer Passagierin Böses. Auch ein Mann sieht das Unheil kommen und stellt nüchtern fest: „Den treffen wir“. An Bord bricht Panik aus. Zwei Männer greifen zum Ruder und lenken das Boot in die falsche Richtung. Laute Schreie sind zu hören, bevor das Video abbricht.

Am Samstag Sondierungen des Rumpfes

Inwiefern es zur Aufklärung des Falls beitragen kann, wird sich zeigen. Am Wochenende soll mit den Vorbereitungen für die Bergungsarbeiten begonnen werden. Geplant sei ein mehrstufiges Verfahren, das gezeitenabhängig von spanischen Bergungsexperten durchgeführt werde, teilte die Stiftung „Hamburg Maritim“ am Freitag mit. Die Experten waren am Freitag bereits vor Ort und entluden ihre Ausrüstung an Land direkt neben dem gesunkenen Schiff.

Am Samstag werden den Angaben zufolge Sondierungen des Rumpfes und des Untergrunds vorgenommen, am Sonntag sollen dann Luftsäcke am gesunkenen Lotsenschoner angebracht werden. Mit dem eigentlichen Aufrichten, Abdichten und Leerpumpen des Rumpfes werde voraussichtlich Anfang nächster Woche begonnen.

Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung

Das erst jüngst aufwendig sanierte historische Segelschiff war am 8. Juni aus bislang ungeklärter Ursache auf der Elbe mit einem Containerschiff kollidiert und anschließend gesunken. An Bord des Segelschiffes waren 43 Menschen, davon 14 Besatzungsmitglieder. Bei der Havarie wurden acht Personen leicht verletzt, darunter zwei Kinder.

Mittlerweile hat die Polizei Ermittlungen gegen den 82 Jahre alten Kapitän des historischen Zweimasters eingeleitet. Es gehe um den Verdacht der Gefährdung des Schiffsverkehrs und der fahrlässigen Körperverletzung, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Kapitän soll auf warnende Funksignale nicht reagiert haben

Nach ersten Erkenntnissen war der historische Segler am Samstag auf der falschen Elbseite gefahren und dort mit dem Containerschiff kollidiert. An Bord waren 43 Menschen. Bei der Havarie gab es glücklicherweise nur acht Leichtverletzte. Der Kapitän gilt nach Angaben des Schiffbetreibers, der Stiftung Hamburg Maritim, als sehr erfahren. Er habe erst wenige Monate zuvor seine vorgeschriebene Seediensttauglichkeit nachgewiesen.

Nach Angaben der Polizei ist klar, dass sich der Lotsenschoner zum Zeitpunkt des Unglücks auf der falschen Fahrtseite befunden hat. Unklar sei aber, ob dies mit einem Kreuzen unter Segeln zu tun gehabt habe. Nach unbestätigten Angaben hatte der 82-jährige Kapitän auch auf warnende Funksignale eines vorausfahrenden Frachtschiffs nicht reagiert, dem aufgefallen war, dass sich der Schoner auf der falschen Seite befand.

Letztes Seeschiff aus der Ära des Holzschiffbaus

Die Stiftung Maritim betonte, der Kapitän sei ein sehr erfahrener Elblotse, der von Anfang an auf dem Schiff gefahren sei. Auf Traditionsschiffen müssten Kapitäne alle zwei Jahre ihre Seediensttauglichkeit nachweisen, und das habe der 82-Jährig erst wenige Monaten zuvor gemacht.

Der 37 Meter lange Gaffelschoner ist Hamburgs letztes verbliebenes Seeschiff aus der Ära des Holzschiffbaus. Er lief 1883 auf der Werft von H.C. Stülcken auf Steinwerder vom Stapel. 2002 erwarb die Stiftung Hamburg Maritim das Schiff in Seattle und brachte es wieder zurück nach Hamburg. Hier nahm das Traditionsschiff an Veranstaltungen wie dem Hafengeburtstag teil und wurde für Ausfahrten genutzt. Zuletzt lag es acht Monate in einer dänischen Werft und erhielt für 1,5 Millionen Euro unter anderem neue Außenplanken.

Von RND/ak/dpa

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