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Panorama Haftbefehl wegen Mordes nach Bluttat von Lünen beantragt
Nachrichten Panorama Haftbefehl wegen Mordes nach Bluttat von Lünen beantragt
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12:43 24.01.2018
Vor der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule werden Kerzen und Blumen abgestellt.
Vor der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule werden Kerzen und Blumen abgestellt. Quelle: Guido Kirchner
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Lünen

Einen Tag nach dem tödlichen Messerangriff auf einen 14 Jahre alten Schüler im westfälischen Lünen soll der verdächtige 15-Jährige dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft beantrage Haftbefehl wegen Mordes, teilte die Anklagebehörde in Dortmund mit.

Der Jugendliche soll den Mitschüler am Dienstag in der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule erstochen haben. Die Mutter des 15-Jährigen, die an der Schule mit ihrem Sohn einen Termin bei einer Sozialarbeiterin hatte, wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zeugin des Verbrechens.

Der Jugendliche hatte nach seiner Festnahme gestanden, den Mitschüler in den Hals gestochen zu haben - angeblich, weil dieser seine Mutter mehrfach provozierend angeschaut habe. Den Behörden zufolge war der Junge polizeibekannt. „Nach Einschätzung der Sozialarbeiterin gilt der 15-Jährige als aggressiv und unbeschulbar“, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt.

Schüler und Lehrer legten Blumen nieder, stellten Kerzen auf und versuchten am Morgen gemeinsam in der Gesamtschule, die Trauer zu verarbeiten. Der Unterricht begann laut Schulleitung zum gewohnten Zeitpunkt. „Den unterrichtlichen Rahmen möchten wir als Schulgemeinde nutzen, um gemeinsam das Erlebte und Geschehene aufzuarbeiten“, erklärte die Schule auf ihrer in Trauerfarben gehaltenen Webseite.

Am Mittag soll in den Schulen und im Rathaus in Lünen mit einer Schweigeminute des Jungen gedacht werden. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) besuchte die Käthe-Kollwitz-Schule.

In einem an die Eltern gerichteten Text betonte die Schulleitung, dass die vertrauten Schulstrukturen den Kindern Halt gäben. Außerdem stünden Schulpsychologen und Notfallseelsorger jederzeit für Gespräche und andere Hilfen bereit.

„Die Stadt steht unter Schock“, sagte Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns dem Radiosender WDR2. Die Betreuung der Schüler sei ein Schwerpunkt der Auseinandersetzung mit der Tat. „Wir müssen überlegen, ob dieses Hilfsangebot ausreicht.“

Der Deutsche Lehrerverband hat eine breitere Unterstützung für die Verhinderung von Gewalt an Schulen gefordert. „Schule alleine und auf sich gestellt kann wenig bewirken“, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur. Natürlich könne man mit Ordnungsmaßnahmen arbeiten. Es sei aber klar, dass Eltern mit den Lehrern an einem Strang ziehen und die Politik den Lehrern in solchen Fällen Rückendeckung geben müssten.

Der Kriminologe Christian Pfeiffer sieht in dem gewaltsamen Tod des 14-jährigen Schülers allerdings einen Ausnahmefall. Alle Statistiken zeigten, dass Gewaltdelikte an Schulen und auch Tötungsdelikte von Jugendlichen extrem rückläufig seien. Daran werde auch die Tat in Lünen nichts ändern, sagte Pfeiffer. „Egal welche Statistik wir nehmen: Wir gelangen zu der Einschätzung, dass Tötungsdelikte durch junge Menschen eine extreme Ausnahme werden.“

dpa

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