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Panorama Hamburger Ärzte appellieren an Fahrer von E-Tretrollern
Nachrichten Panorama Hamburger Ärzte appellieren an Fahrer von E-Tretrollern
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12:38 07.09.2019
Ein Mann fährt mit einem E-Scooter. Quelle: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild
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Hamburg

Seit Einführung der E-Tretroller in Hamburg sind in der Innenstadt-Klinik St. Georg 35 Verletzte nach Unfällen mit diesen Fahrzeugen behandelt worden. Elf Menschen wurden so schwer verletzt, dass sie operiert werden mussten.

„In den vergangenen beiden Monaten haben wir in unserer Klinik mehr Verletzte durch E-Scooter-Unfälle behandelt als Verletzungen durch Fahrradunfälle“, sagte Prof. Christian Kühne, Chefarzt des chirurgisch-traumatologischen Zentrums der Asklepios Klinik St. Georg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Fünfmal stärker betroffen

„Bei den operationsbedürftigen Verletzungen sind Scooter-Fahrer beziehungsweise Verletzte nach Scooter-Unfällen aktuell sogar fünfmal stärker betroffen“, berichtete Kühne weiter. „Das ist schon erstaunlich, auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist.“ Die Hamburger Innenstadt ist der Hotspot für die Anbieter der elektrisch betriebenen Tretroller, der erste brachte seine Fahrzeuge am 21. Juni auf die Straßen. Zahlen zu Unfällen mit E-Tretrollern in ganz Hamburg liegen laut Polizei nicht vor.

Den Angaben zufolge gibt es auch in einigen anderen Asklepios Kliniken E-Scooter-Unfälle – jedoch deutlich weniger als in St. Georg. Dort wurden unter anderem Verletzungen am Schädel oder im Hirnbereich, schwere Gelenkverletzungen und Prellungen behandelt.

Ärzte: Helm tragen!

Der Klinikbetreiber geht davon aus, dass „der Zustrom an Verletzten anhalten wird“. Zumal damit zu rechnen sei, dass die Anzahl der E-Scooter zunehme. Mehrere Ärzte der Kliniken appellierten an alle Fahrer dieser Tretroller, unbedingt einen Helm zu tragen, auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht gebe. Mit den bis zu 20 Stundenkilometer schnellen Scootern dürfen über 14-Jährige Radwege oder – wenn nicht vorhanden – Straßen befahren.

Weitere Infos zu den E-Tretrollern

August 2019: Klimaretter, Ökosünde, Ärgernis? Zwischenbilanz zu E-Scootern

August 2019: Tödlicher Unfall in Frankreich – Mann fährt mit Tretroller auf Autobahn in Frankreich

August 2019: Stolperfalle E-Scooter –Verbände genervt

Juli 2019: Handynutzung, Helmpflicht und Promillegrenze – das müssen Sie zu E-Rollern wissen

Mai 2019: Der Elektroroller kommt nach Lübeck – Die LN haben ihn getestet

Mai 2019: Schweden bringen E-Roller nach Lübeck

Themenseite: Alles zu E-Tretrollern

In Hamburg sind derzeit rund 3000 E-Scooter von fünf Anbietern im Einsatz. In den freiwilligen Vereinbarungen mit der Stadt ist die Flottengröße im innerstädtischen Bereich auf 1000 E-Scooter pro Anbieter begrenzt.

Nach Angaben der Hamburger Polizei hat allein die Fahrradstaffel 17 Schwerpunktkontrollen durchgeführt (Stand August). Das Befahren des Gehwegs oder der Fußgängerzone sei dabei der häufigste Verstoß von E-Scooter-Fahrern gewesen. In weiteren Fällen sei das Rotlicht missachtet, die falsche Radwegseite genutzt oder ein Mitfahrer mitgenommen worden.

Regeln zu wenig bekannt

Ein Polizeisprecher erklärte auf Anfrage: „Wir stellen immer wieder fest, dass die Nutzer sich im Vorwege offenbar nicht ausreichend über die im Zusammenhang mit E-Scootern geltenden Regeln auseinander gesetzt haben.“ Jeder solle sich beispielsweise bewusst sein: Wer alkoholisiert auf einem E-Scooter erwischt werde, riskiere seinen Führerschein.

Klicken Sie hier, um wichtige Tipps zu sehen, wie Sie bei einem Verkehrsunfall Erste Hilfe leisten können.

Von RND/dpa

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