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Panorama Heilpraktiker soll kinderpornografische Fotos in Praxis gemacht haben
Nachrichten Panorama Heilpraktiker soll kinderpornografische Fotos in Praxis gemacht haben
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14:01 04.04.2019
Die Polizei fürchtet, dass es weitere Opfer gibt.
Die Polizei fürchtet, dass es weitere Opfer gibt. Quelle: Friso Gentsch/dpa
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Bad Oeynhausen

Ein Physiotherapeut und Heilpraktiker aus dem westfälischen Bad Oeynhausen soll in seiner Praxis bei Behandlungen mehrfach pornografische Fotos von zwei Kindern gemacht haben. Daneben soll der 60-Jährige zahlreiche Kinder- und jugendpornografische Bilder besessen haben. Wegen Wiederholungsgefahr befinde sich der Mann seit einer Woche in Untersuchungshaft, wie die Polizei Dortmund am Donnerstag mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen den Therapeuten wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern und des Besitzes von Kinderpornografie. Die „Bild“ berichtet, der Mann habe Mädchen und Jugendliche während Behandlungen sexuell belästigt und vermutlich kinderpornografisches Material angefertigt.

Hinweise bereits 2017

Laut des Berichts habe es bereits im Oktober 2017 Hinweise auf den Mann gegeben, als ein Informatiker Kinderpornografie beim Reparieren des Laptops entdeckte. Nach vier Monaten soll es einen Durchsuchungsbefehl gegeben haben, der Mann sei jedoch mehrere Monate lang nicht anzutreffen gewesen. Die Beamten warteten demnach nicht auf den 60-Jährigen und suchten ihn auch nicht in seiner Praxis auf.

Die Ermittler wollen jetzt herausfinden, ob es noch weitere Taten gab. Seit Donnerstag hat die Polizei dazu mobile Anlaufstellen in Bad Oeynhausen und im benachbarten Minden eingerichtet. Bis einschließlich Samstag wollen Ermittler und Opferschutzbeauftragte der Polizei dort Hinweise entgegen nehmen.

Ermittlungen nach Lügde wieder aufgenommen

Weitere Verdächtige gebe es nicht, sagte Staatsanwalt Moritz Kutkuhn von der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Die Kinder seien unter 14 Jahren alt. Telefonisch sind die Opferschutzbeauftragten und Ermittler ab sofort unter der Rufnummer der Dortmunder Polizei 02 31/1327444 erreichbar.

Laut „Bild“-Zeitung kamen die Ermittlungen nun wieder in Fahrt, als nach den Missbrauchsfällen auf einem Campingplatz in Lügde auf Druck des Innenministers alte Fälle neu aufgerollt wurden. Inzwischen arbeiten 80 Polizisten in der Sonderkommission „BAO Bali“.

Von RND/dpa/msk