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Panorama Horror-Zyklon: Vanuatu bittet die Welt um Hilfe
Nachrichten Panorama Horror-Zyklon: Vanuatu bittet die Welt um Hilfe
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00:07 17.03.2015
Der kleine Samuel hat in den Trümmern seines Elternhauses in der Stadt Port Vila seinen Fußball gefunden. Quelle: Fotos: Dave Hunt/dpa, AFP
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Port Vila

Die enormen Zerstörungen des Zyklons „Pam“ werden drei Tage nach dessen Zug über den Inselstaat Vanuatu immer deutlicher. Aufklärungsflüge im Katastrophengebiet haben erste Befürchtungen zu den Zerstörungen des Tropensturms bestätigt. „Es gibt Berichte über katastrophale Verwüstung auf den Inseln Erromango und Tanna im Süden, wo nicht aus Beton gebaute Gebäude komplett platt sind und die Betonbauten keine Dächer mehr haben“, sagte Colin Collett van Rooyan, Leiter des Büros der Hilfsorganisation Oxfam in der Hauptstadt Port Vila. Rooyan schloss nicht aus, dass mehr als ein Drittel der 250000 Einwohner im ganzen Land obdachlos geworden seien. Bislang wurden 24 Todesopfer gezählt.

Nach den verheerenden Zerstörungen hat Präsident Baldwin Lonsdaleeindringlich um internationale Hilfe gebeten. Vanuatu brauche „sofort“ humanitäre Hilfe, sagte Lonsdale am Rande einer UN-Konferenz zur Katastrophenvorsorge im japanischen Sendai. Sein Land benötige aber auch langfristig Unterstützung, um die zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen. Das ganze Ausmaß der Verwüstung war unterdessen weiter unklar.

Der Zyklon „Pam“ hatte Vanuatu in der Nacht zum Sonnabend getroffen, Sturmböen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 Stundenkilometern. Auch zwei Tage danach wirkte Lonsdale sichtlich betroffen. Seine Regierung habe in den vergangenen Jahren viel für die Entwicklung Vanuatus getan, sagte er vor der Rückkehr in seine Heimat. „Dann kam dieser große Zyklon und hat alles einfach zerstört.“

Zuvor hatte der Präsident den Klimawandel für die Katastrophe mitverantwortlich gemacht. „In diesem Jahr hatten wir mehr Regen, die schweren Niederschläge der vergangenen Wochen waren weit mehr als das, was wir früher erlebt haben“, sagte er. Einwohner in der Hauptstadt Port Vila berichteten, einen derart zerstörerischen Sturm hätten sie noch nicht erlebt. Allein in der Hauptstadt waren demnach 90 Prozent der Häuser beschädigt oder zerstört. Vanuatu zählt sich ebenso wie die anderen Inselstaaten im Pazifik zu den Opfern des Klimawandels, sie sind von dem ansteigenden Meeresspiegel als eine Folge der Erderwärmung besonders bedroht.

Während die Menschen in Port Vila begannen, die Trümmer wegzuräumen und auch die ersten Geschäfte wieder öffneten, herrschte über die Lage in den entlegeneren Teilen des Inselstaats weiter Unklarheit. Doch seien die Schäden immens: Alle traditionellen Hütten sind zerstört, ebenso wie die Vegetation. Nur die Häuser aus Beton haben einigermaßen standgehalten.

Hilfsorganisationen sorgen sich insbesondere um die Einwohner der entlegeneren Inseln wie etwa Tanna, Erromango oder Malicolo. Bis gestern hatte noch keine Hilfe die Inseln erreicht, die Kommunikation blieb unterbrochen. Viele Schulen und Gesundheitszentren seien zerstört, die Auffangzentren überfüllt, es mangele an sauberem Wasser und Toiletten. Angesichts des Regens und der Verwüstung müsse mit Malaria und Dengue-Fieber sowie mit Durchfallerkrankungen gerechnet werden.

Spendenkonten
Wo man spenden kann (eine Auswahl):

Caritas international: Spendenkonto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, BIC: BFSWDE33KRL Stichwort: Tropensturm Pam.

CARE Deutschland-Luxemburg: Sparkasse KölnBonn Konto: 4 40 40 | BLZ: 370 50 198 IBAN: DE93 3705 0198 0000 0440 40 BIC: COLSDE33
Unicef: Konto 300 000, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00.

Stichwort: Vanuatu



OZ

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