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Panorama Jede Menge Holz: Wo die Weihnachtsbäume wachsen
Nachrichten Panorama Jede Menge Holz: Wo die Weihnachtsbäume wachsen
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14:00 22.12.2018
Auf 100 Hektar Land züchten die Melchers Christbäume, Zehntausende verkaufen sie jährlich. Ein Besuch in der Weihnachtsforstwirtschaft. Quelle: Jacqueline Schulz
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Finnentrop

Wer Bernd Melcher besucht, gurkt dafür zunächst durch allerlei sauerländische Hausansammlungen, die sich wie sture Trotzlinge auf Bergwände und in dazwischenliegende Täler zwängen. Sie tragen Namen, die ebenso bockig auf der Zunge liegen. Attendorn heißt eine von ihnen, Lüttringhausen eine andere, Finnentrop diejenige, in der sich die Weihnachtsbaumzucht Melcher findet. Melchers Betrieb ist ein Familienbetrieb, wie er familiärer kaum sein könnte.

Wer ihn besucht, rumpelt mittenrein ins Klischee: Der Namensgeber des Betriebs, Bernd Melcher, ist gerade dabei, die heutige Berlin-Lieferung zu prüfen, Ehefrau Ina Melcher bekommt im Minutentakt Bestellungen und Nachfragen, Tochter Claudia Melcher schiebt mit einer Raupe Paletten zusammen.

Tausende Nordmanntannen in akkurater Ordnung

Auf 100 Hektar Land züchten die Melchers Christbäume, Zehntausende verkaufen sie jährlich. Bernd Melcher hat diesen Koloss von einem Betrieb aufgebaut. Die Forstwirtschaft seines Vaters formte er über 45 Jahre hinweg zu einer Weihnachtsforstwirtschaft. Melcher ist stolz darauf. Das spricht er nicht aus, aber Gestik und Mimik sagen das ganz deutlich.

Beim Vorgespräch sitzt er ganz ungeduldig auf seinem Stuhl, trinkt seinen Kaffee in wenigen Zügen aus. Immer wieder setzt er an zum Aufstehen. Bis er es nicht mehr aushält: „So, jetzt zeige ich Ihnen endlich, was ich hab.“ Sein Gang federt, als er zum Auto schreitet. Gleich sehen wir sein Lebenswerk.

Auf dem ersten Feld angelangt, stehen dort Tausende Nordmanntannen in akkurater Ordnung, genau so hoch gewachsen, wie der Deutsche sie sich gern ins Wohnzimmer stellt. In wenigen Tagen werden hier nur noch Stümpfe stehen. Schon jetzt hängen Schilder an den Spitzen der Bäume. Sie geben die Qualitätsklasse der jeweiligen Bäume an. A ist die beste Kategorie, C die schlechteste.

Ein britischer Kunde sagt: „Du musst die Bäume gernhaben, du musst die umarmen.“ Bernd Melcher belässt es lieber beim Streicheln. Quelle: Jacqueline Schulz

Bestimmen Sie selbst, welcher Baum welche Qualität hat?

Melcher: Ja, das machen wir. Aber die Kunden überprüfen das genauso, wie wir es tun. Da kannst du nicht flunkern. Wenn du da Mist baust – das lohnt sich nicht. Dann verlierst du Aufträge.

Und was braucht so ein Baum, damit er Spitzenklasse ist?

Melcher: Pyramidenförmig muss er sein, kein Loch darf er haben, dafür braucht er eine kurze Spitze. So einen richtigen Baum wollen die Leute ja gar nicht mehr haben. Denn wenn Sie so einen Nordmann einfach wachsen lassen, dann geht der richtig in die Breite. So was werden Sie heute nicht mehr los. Ist ja auch klar: Wenn die Leute immer kleiner wohnen, da können die sich nicht einfach so ein richtiges Vieh reinstellen. Gerade ältere Menschen haben ja oft nur kleine Wohnungen. Was sollen die mit so einem Kaventsmann?

Einfach wachsen lassen funktioniert nicht: Der perfekte Weihnachtsbaum muss alle paar Wochen einer Schönheitskur unterworfen werden. Quelle: Jacqueline Schulz

Um dem Otto-Normal-Weihnachtsbaum-Käufer also Wohnzimmer voll Baum zu ersparen, schneiden die Melchers jeden Baum mehrmals jährlich in die Wunschform der Deutschen. Damit die Spitze nicht zu hoch wuchert, verletzen sie die Rinde am oberen Ende des Baums. Damit die Tanne nachher wunschgemäß in den Ständer passt, entfernen sie die Äste am unteren Ende. Damit sich keine Vögel in die Krone setzen, platzieren sie eine Stütze auf der Spitze des Baums.

Alle paar Wochen erfahren die Bäume also eine Reihe von Schönheitskuren. „Den Fehler haben viele nach Kyrill gemacht. Da kamen viele, die plötzlich auch in Weihnachtsbäumen gemacht haben. Nur haben die das völlig unterschätzt“, sagt Melcher.

Kyrill war Fluch und Segen zugleich

Kyrill, das ist der Orkan, der im Jahr 2007 über die Wälder des Sauerlands hinwegfegte. Für die deutschen Waldbauern war er Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil der Sturm mit seinen bis zu 225 Stundenkilometern gigantische Waldbestände, 300 Quadratkilometer in etwa, zerstörte, und damit rund 15 Millionen Kubikmeter Holz abknickte.

Der Holzpreis sank und bedrohte Existenzen. Die anschließenden Aufräumarbeiten zogen sich über Jahre. Ein Segen war der Sturm, weil er Holzbauern wie Melcher die Chance bot, die leer gepusteten Flächen neu zu nutzen. So weitete Melcher seine Tannenbaumanbaufläche nach 2007 massiv aus.

Denn im Vergleich zur klassischen Fortwirtschaft ist die Weihnachtsbaumzucht deutlich erträglicher. Bis eine Tanne geerntet werden kann, braucht‘s rund sieben Jahre. Bis Bäume der klassischen Fortwirtschaft geerntet werden, vergehen gut und gerne 60 Jahre. So sind Melchers verbliebene 100 Hektar Wald heute seine Leidenschaft und Sparkasse, die Christbäume sein Geschäft.

Bis eine Tanne als Christbaum geerntet werden kann, vergehen rund sieben Jahre. Bäume der klassischen Fortwirtschaft brauchen gut und gerne 60 Jahre. Quelle: Jacqueline Schulz

Nach 2007 jedoch wollten immer mehr Waldbauern ein Stück vom weihnachtlichen Kuchen. „Viele von denen, die damals kamen, um auch Weihnachtsbäume zu pflanzen, sind mittlerweile gescheitert. Sie haben einfach Nordmanntannen gepflanzt und gedacht: Das war’s jetzt – abwarten und Geld verdienen. Die haben nicht damit gerechnet, dass man Naturbäume so nicht mehr verkaufen kann. Dass man sie richtig bearbeiten muss“, sagt Melcher.

Sie sagen das mit dem Bearbeiten jetzt schon zum zweiten Mal – und es kommt mir ein wenig komisch vor. Ich habe recherchiert, dass natürliche Bäume immer beliebter werden. Und dass auch die Nachfrage nach ursprünglicheren Baumarten steigt.

Melcher: Ach, das ist so: Die Leute sagen: Bau doch mal das an. Das ist natürlicher oder schöner oder riecht besser. Dann sehen sie, was dabei herumkommt – und am Ende nehmen sie doch wieder den Nordmann.

Aber Nachhaltigkeit liegt doch im Trend. Zum Beispiel steigt die Zahl der im Topf verkauften Bäume.

Melcher: Nein, Baum mit Wurzeln, das gibt es eigentlich nicht mehr. Ist ja auch eine Unart.

Warum das?

Melcher: Die gehen doch nie im Leben wieder an, das sag ich Ihnen. Da sind so viele Wurzeln kaputt, das schafft der Baum nicht. Sie kaufen also einen Weihnachtsbaum wie alle anderen, nur mit Erde dabei. Und das nur fürs Gewissen. Sonst bringt das nichts. Wenn man wirklich was Lebendiges haben will, muss man die Bäume von Anfang an im Topf halten. Da muss man dann gleich zu einer Baumschule.

Auch die Zahl der im Internet verkauften Weihnachtsbäume steigt. Beteiligen Sie sich daran?

Melcher: Ich weiß, dass die das machen. Amazon, Lidl, Aldi. Und, ja, da gibt es Leute, die machen speziell solche Lieferungen. Aber da wollen wir nichts mit zu tun haben. Die zahlen kleinere Preise für höheren Aufwand.

Klingt, als gingen alle Trends an Ihnen vorbei. Wächst also auch das traditionelle Weihnachtsbaumgeschäft?

Melcher: Gerade ja. Die Dänen haben sonst immer sehr viel produziert. Aber bei denen bricht gerade ganz viel weg.

Wie kommt das?

Melcher: Die Produktion ist dort unglaublich teuer. Die Mitarbeiter sind einfach zu teuer in Dänemark. Und der Sommer hat ihnen richtig zu schaffen gemacht. In Dänemark sind reihenweise die Bäume vertrocknet. Dort gibt es vor allem Sandböden, bei Hitze macht so ein Baum, der darin wächst, nicht lange mit.

Und bei Ihnen ist das anders?

Melcher: Wir haben uns im Sommer große Sorgen gemacht. Aber wir haben alles gut überstanden. Vielleicht, weil wir einen sehr steinigen Boden haben. Die Nordmänner lieben das. Keine Ahnung warum, die gehen richtig ab. Dieses Jahr waren die Bäume sogar besser als im letzten Jahr. Keine Pilze, keine Tiere, nichts. Die Bäume hatten ihre Ruhe und sind gewachsen.

Sie mussten nicht bewässern?

Melcher: Noch nie. Da fangen wir auch gar nicht mit an. Das kann richtig hässlich werden, wenn sich Kalk aus dem Trinkwasser in den Nadeln sammelt. Warten Sie mal, ich zeige Ihnen, wie prächtig unsere Bäume dieses Jahr gewachsen sind.

Ausgedünnte Riesen: die großen Tannen dienen als Schnittgrünspender für Gestecke und Kränze. Quelle: Jacqueline Schulz

So viel Glück wie die sauerländischen Waldbauern hatten bei Weitem nicht alle. Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern sind ganze Jahrgänge an Tannen der Hitze zum Opfer gefallen. Während die Hitze älteren Pflanzen wenig anhaben kann, hat ein Großteil der Jungpflanzen den Jahrhundertsommer nicht überlebt. Melchers Jungpflanzen hingegen sind gesund und kräftig. „Ein Traum!“, sagt Melcher, als er daran vorbeifährt.

An den Rändern der nächsten Felder liegen gefällte Tannen in Reihen. Drei Tage bleiben sie dort liegen, ehe sie in die Transportnetze kommen. „Totenruhe“ nennen die Melchers diesen Zeitraum. „Sonst kriegen die Bäume einen Schock. Vielleicht ist das alles Aberglaube, aber wir machen es halt so. Und schlecht getan hat es den Bäumen nicht“, sagt Melcher.

„Damals haben alle gesagt: Du spinnst doch.“

Die Fahrt geht weiter, jetzt vorbei an gigantischen Tannen, die wie gerupft aussehen. Hier schneiden die Melchers Schnittgrün für Kränze und Gestecke. Es gibt Waldbauern, die sich allein darauf spezialisiert haben. Die Melchers produzieren eher kleine Mengen. „Ein paar Tonnen“, sagt der Chef.

Hinter der nächsten Kurve kommt die nächste Plantage. Schon von Weitem ist eine riesige Maschine zu sehen. Melcher zeigt darauf. „Damit können Sie die Bäume direkt einnetzen. Vor 20 Jahren habe ich das Gerät gekauft. Damals haben alle gesagt: Du spinnst doch. Aber es funktioniert großartig. Und jetzt haben sie alle solche Dinger und packen ihre Paletten wie ich.“ Es liegt ein lebenslanger Stolz in seiner Stimme. Und eine wache Freude, die noch größer wird, als Melcher den Wagen direkt auf die Plantage steuert.

„Du spinnst doch“, sagten die Kollegen, als Melcher ihnen von seinem Palettier-Traktor erzählte. Mittlerweile haben sie sich selbst welche gekauft. Melcher: „So ist das: Erst halten sie einen für bekloppt und dann kopieren sie dich.“ Quelle: Jacqueline Schulz

Melcher: Gleich treffen Sie unseren Politiker.

Wie bitte?

Melcher: Na, eigentlich ist der Postbote, drüben in Polen. Aber jetzt ist er dort gerade auch in die Politik gegangen. Und im Winter ist er bei uns. Seit Jahren schon.

Ohne Gastarbeiter würde die Tannenbaumbranche nicht funktionieren. Denn der Markt ist längst globaler. Das zeigt der Betrieb der Melchers. Die Samen der Nordmanntannen kommen aus dem Südkaukasus. In Georgien pflücken Billiglohnkräfte in nur drei Wochen 90 Prozent der in Europa genutzten Samen. 40 bis 60 Meter hoch klettern sie dazu in die Tannen und ernten Zapfen. In deutschen und dänischen Baumschulen dann werden aus den Samen Setzlinge gezüchtet.

Die Melchers kaufen vier Jahre alte Setzlinge, die sie dann in ihren Boden pflanzen. Nach der Ernte verkaufen die Melchers ihre Bäume dann wiederum ins Ausland. Zwar geht der Großteil der Pflanzen an deutsche Kunden, Tausende gehen jedoch nach England, Kroatien und Holland. Andere Betriebe liefern sogar bis nach Dubai.

Lieferungen nach Osteuropa hingegen sind selten geworden. Dort ist in den vergangenen Jahren ein eigener Markt herangewachsen: Viele der meist osteuropäischen Gastarbeiter haben sich in ihrer Heimat selbstständig gemacht und züchten nun eigene Bäume.

Ist es eigentlich für Sie schwieriger geworden, Hilfsarbeiter zu finden?

Melcher: Ja, sehr. Die jungen Leute bekommt man fast gar nicht mehr. Die haben auf diese Art der Arbeit einfach keine Lust mehr. Wer kommt, sind die, die immer schon kamen. Einige von unseren Helfern sind seit 20 Jahren dabei. Aber auch sie werden immer anspruchsvoller. Wir zahlen deutlich mehr als Mindestlohn und die Zimmer sind mittlerweile sehr schön eingerichtet. Da würdest du am liebsten selbst einziehen.

Vier polnische und einen deutschen Helfer beschäftigen die Melchers ganzjährig. Zusammen mit ihren Familien leben sie in Finnentrop. Die Maschinen haben die Arbeit der Angestellten in den vergangenen Jahren massiv erleichtert. „In ein paar Jahren“, sagt Melcher, „übernehmen Roboter die schweren Arbeiten hier komplett.“

Stolz auf sein Lebenswerk: Bernd Melcher Quelle: Jacqueline Schulz

Dann setzt er sich wieder in den Geländewagen seiner Tochter und fährt weiter auf eine Anhöhe. Das Auto piepst ständig währenddessen. „Was hat der Wagen denn jetzt schon wieder?“, ruft Melcher. Der Pieps-Ärger verfliegt jedoch, als Melcher sein nächstes Ziel erreicht. Von diesem Ort aus kann der Unternehmer auf einen Großteil seiner Felder blicken. Seine Bäume, überall. Es ist ein Ausblick auf sein Lebenswerk.

Herr Melcher, was denken Sie, wenn Sie das hier sehen?

Melcher: Schön! Schön ist das. Was sonst?

Wie würden Sie die Beziehung zu Ihren Bäumen beschreiben?

Melcher: (lacht.) Ich habe einen Kunden in England. Der kommt jedes Jahr einmal her und schaut sich die Bäume an. Und jedes Jahr sagt er: Man muss die Bäume gerne haben! Man muss sie in den Arm nehmen! Das mache ich nicht, aber ich streichle sie. Es ist wichtig, zu schauen, ob es ihnen gut geht.

Noch eine Weile schaut Melcher auf seine Plantagen, dann geht’s zurück zum Winterquartier. Zwei Verkaufshütten und aufblasbare Riesenweihnachtsmänner stehen dort noch an einer Seitenwand. Sie sollen Kunden zur Verkaufsstelle locken.

Wie eingesponnen: Christbäume in ihren Transportnetzen. Quelle: Jacqueline Schulz

Wenn Sie so richtig Umsatz machen wollen: Wo bauen Sie dann am besten einen Verkaufsstand auf?

Melcher: Die großen Städte sind abgegrast, da ist die Konkurrenz überall. Da geht es nur noch über die Qualität. Die Leute da sagen oft: Ach nein, der Melcher ist viel zu teuer. Dann gehen sie erst mal empört weg und einige Tage später kommen sie eben doch wieder, weil es keine besseren Weihnachtsbäume gibt.

Sie sind jetzt 75 Jahre alt. Wann kommt der Zeitpunkt, an dem Sie das Geschäft Ihrer Tochter übergeben?

Melcher: Ich weiß es nicht. Vielleicht, wenn meine Tochter verheiratet ist. Einen angehenden Schwiegersohn gibt es ja auch noch. Oder wenn ich wirklich nicht mehr kann. Es ist schon jetzt schwer zu sehen, dass einiges nicht mehr so geht wie früher. Da muss ich jetzt schon Schritt für Schritt ein bisschen weniger machen. Aber wenn ich aus dem Geschäft raus bin, habe ich ja immer noch meinen Wald. Der ist und bleibt meine Leidenschaft.

Tochter Claudia Melcher wird den Betrieb in einigen Jahren übernehmen. Die Weihnachtsbaumzucht hat es ihr angetan. Quelle: Jacqueline Schulz

Eine kleine Baumschule

Nordmanntanne, abies nordmannia

Die Nordmanntanne ist der Klassiker unter den Weihnachtsbäumen. Quelle: Jacqueline Schulz

Die Nordmanntanne wächst gleichmäßig und dicht. Ihre Nadeln sind weich und dunkel. Vor allem jedoch sind sie widerstandskräftig. Während andere Weihnachtsbaumarten ihre Nadeln längst verlieren, glänzt die Nordmanntanne noch wochenlang in voller Pracht. Ihre kräftigen Zweige halten auch schwerem Christbaumschmuck stand. Dafür riecht der Nordmann nur schwach und macht sich stärker im Portemonnaie bemerkbar. Denn weil er langsamer wächst als seine Baumkollegen, ist er etwas teurer.

Blaufichte, picea pungens

Riecht gut, sticht aber: die Blaufichte. Quelle: Agnieska Krus

Die Blaufichte füllt Räume, in denen sie steht, mit wohligem Tannenduft. Zartbesaitete schreckt sie jedoch durch ihre pieksigen Nadeln ab. Ihre Kritiker schimpfen sie deswegen auch Stech-Fichte. Die Nadeln der Blaufichte schimmern bläulich, sind allerdings nicht allzu haltbar. Nach zwei bis drei Wochen im Wohnzimmer beginnt das große Rieseln. Dafür sind die Zweige der Blaufichte äußerst stabil und eignen sich somit auch für jene, die ihre Christbäume gern mit allerlei Klunkern behängen. Preislich liegt die Blaufichte auf dem Niveau der Nordmanntanne.

Fichte und Rotfichte, picea abies und picea rubens

Fichte und Rotfichte sind die Preiskracher unter den Weihnachtsbäumen, dafür jedoch sind sie zickig: Bereits nach wenigen Tagen schmeißen sie ihre Nadeln um sich, die Äste sind dünn und tragen nur ungern Schmuck. Der Wuchs ist buschig, die Nadeln sind dunkelgrün. Immerhin sind diese nur leicht stechend.

Nobilistanne, abies nobilis

Weiche Nadeln und lange Haltbarkeit: die Nobilistanne. Quelle: Dietrich Flechtner

Die Nobilistanne ist dicht bewachsen, das allerdings recht unregelmäßig. Der pflänzerne Struwwelpeter schimmert grün bis blaugrün, ist äußerst stabil und vor allem für Menschen geeignet, die ihren Weihnachtsbaum lange im Wohnzimmer stehen haben: So behält sie ihre weichen Nadeln über viele Wochen, ohne an Glanz zu verlieren. Die Zweige von Nobilistannen werden daher gerne als Schnittgrün verwendet.

Douglasie, pseudotsuga menziesii

Die Douglasie ist Pflanze gewordene Mittelklasse. Bei allen Eigenschaften bildet sie die Mittelkategorie. Sie ist teurer als die Fichte, aber günstiger als Nordmanntanne und Blaufichte. Sie hat dünne, weiche Nadeln und lässt sich nur mit leichtem Schmuck behängen. Ihre Nadeln fallen später als die der Fichte, aber früher als die von Nordmann- und Nobilistanne. Ungefähr zwei bis drei Wochen dauert es bis zum Nadellass. Ihr Nadeln pieksen weniger als die der Fichten, dafür mehr als die von Nordmann- und Nobilistanne.

Von Julius Heinrichs

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