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Panorama Ottfried Fischer: „Frank Elstner kann sich immer bei mir melden“
Nachrichten Panorama Ottfried Fischer: „Frank Elstner kann sich immer bei mir melden“
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15:53 25.04.2019
14 Jahre lang spielte Ottfried Fischer die Hauptrolle in „Der Bulle von Tölz“, wurde für seine Arbeit unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Quelle: Foto: Olaf Malzahn/dpa
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Passau

Drei Jahre lang weiß Moderatorenlegende Frank Elstner schon von seiner Parkinson-Erkrankung, bevor der 77-Jährige sie diese Woche in einem Gespräch mit der „Zeit“ öffentlich macht. Dort sagt er: „Ich versuche, die Sache so leicht wie möglich zu nehmen und nicht in Selbstmitleid zu versinken.“

Jemand, dem es vor elf Jahren ähnlich ging, ist Schauspieler Ottfried Fischer (65). Er bekam die Diagnose auch Jahre zuvor, machte sie dann öffentlich. Fischer erinnert sich im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Ich habe es daran gemerkt, dass ich das Schlüsselloch nicht mehr getroffen habe und dass ich angefangen habe zu zittern, wenn ich nervös wurde.“ Fünf Jahre lang behielt er die Diagnose für sich: „Aber irgendwann ging es einfach nicht mehr, das Verheimlichen hat mich zu viel Kraft gekostet.“ Als es dann „raus“ war, habe er Erleichterung verspürt. „Ich konnte etwas nachvollziehen, wie homosexuelle sich nach einem Coming-out bei ihren Eltern fühlen.“

Mit Krücken kann Fischer kurze Wege gehen

Doch wie geht es Fischer eigentlich heute, so viele Jahre nach der Diagnose? „Ich habe nach meiner Blutvergiftung vor zwei Jahren sehr viele Muskeln abgebaut, die ich nur langsam mit Rehamaßnahmen wieder aufbaue. Alle zwei Tage habe ich Physiotherapie, sitze viel im Rollstuhl. Aber mit Krücken kann ich auch kurze Wege gehen. Es könnte schlimmer sein.“

Am Mittwoch wurde bekannt, dass Showmaster Frank Elstner an der unheilbaren Krankheit Parkinson leidet. Es gibt etliche Promi-Kollegen, die ebenfalls erkrankt sind.

Im vergangenen Jahr zog Fischer zusammen mit seiner Freundin weg aus München, zurück in seine alte Heimat Passau, in das ehemalige Haus seiner Großeltern. Er ließ das Haus am Rande der Fußgängerzone barrierefrei umrüsten: „Meine Freundin und ich waren da die Bauherren.“ Seine Freundin, das ist seit mehr als neun Jahren Simone Brandlmeier. Die 49-Jährige ist, so sagt Fischer, „meine große Stütze“. Denn, so gibt der Schauspieler zu: „Ich bin ein Pflegefall. Ich habe Pflegestufe vier, meine Freundin pflegt mich zu Hause.“ Doch seinen Lebensmut hat er dadurch nicht verloren: „Ich möchte auch Frank Elstner sagen: Ja, es ist unheilbar. Aber unterkriegen lassen sollte man sich davon trotzdem niemals. Man kann schwer krank sein, aber es kann einem trotzdem gut gehen. Frank kann sich jederzeit bei mir melden.“

Manchmal denkt sich Fischer: „Scheiß Krankheit“

Heute habe Fischer die Krankheit nicht permanent in seinem Kopf, aber wenn er mal wieder einen „Freeze“ habe, eine neurologische Blockade, dann „denke ich mir manchmal schon: ,Scheiß Krankheit.‘“ Manchmal nimmt er seine zitternden Hände aber auch einfach mit Humor: „Bier ohne Schaum gibt’s bei mir nicht mehr“.

Für sich hat er da einen ganz eigenen Weg gefunden: „Ich habe ein Abkommen mit dem Parkinson“, sagt Fischer, fast als handele es sich um eine Person, über die er spricht. „Ich sage immer: ,Er darf neben mir auf der Bühne stehen, aber er soll die Schnauze halten‘. Und das funktioniert meistens.“

Fischer will nicht wissen, wie die Krankheit weiter verläuft

So hat Fischer es auch geschafft, noch während der Reha einen Kinofilm zu drehen: In „Otto Neururer – hoffnungsvolle Finsternis“ spielt er einen katholischen Pfarrer, der an Parkinson erkrankt ist und im Rollstuhl sitzt. Parallelen sind da Absicht: „Anders hätte ich es nicht machen können.“ Erst kürzlich hat er sein Buch „Heimat ist da, wo dir die Todesanzeigen was sagen“ fertiggestellt, das im Herbst in den Handel kommt.

Macht er sich trotzdem manchmal Sorgen, wie es weitergehen könnte? „Um Geld muss ich mir keine Sorgen machen. Als Bauernsohn habe ich früh meine Sachen ins Trockene gebracht.“ Und gesundheitlich? „Ich bin gut im Verdrängen. Ich lese nur selektiv und möglichst wenig über den Krankheitsverlauf. Aber wenn jetzt das Schlimmste eintreten sollte, kann ich sagen: ,Es gibt nichts mehr, was ich noch zwingend machen müsste.‘“

Von RND/Lena Obschinsky

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