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Panorama 1200 Einsatzkräfte durchsuchen Wohn- und Firmenräumen – zwei Festnahmen
Nachrichten Panorama 1200 Einsatzkräfte durchsuchen Wohn- und Firmenräumen – zwei Festnahmen
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10:16 27.08.2019
Das Amtsgericht in Kiel hatte Durchsuchungsbeschlüsse gegen etwa 50 Beschuldigte in rund 110 Wohn- und Firmenräumen erlassen – am Dienstagmorgen schlugen die Ermittler dann zu. Quelle: Malte Christians/dpa (Symbolfoto)
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Kiel/Neumünster

Es war ein koordinierter Großeinsatz gegen mutmaßlich kriminelle Verantwortliche bei Bauunternehmen: Die Durchsuchungen liefen unter dem Schlagwort „Eisenflechter“, so ist es einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Kiel zu entnehmen.

Das Amtsgericht in Kiel hatte zuvor Durchsuchungsbeschlüsse gegen etwa 50 Beschuldigte in rund 110 Wohn- und Firmenräumen erlassen – am Dienstagmorgen schlugen die Ermittler dann zu: Im Rahmen einer gemeinsamen Maßnahme der Staatsanwaltschaft Kiel, der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Kiel, der Steuerfahndung Kiel, der Bundespolizei in Rostock sowie der Landespolizei vollstrecken die 1200 Einsatzkräfte unter Beteiligung von 13 Staatsanwälten die Durchsuchungsbeschlüsse. Schwerpunkte der Durchsuchungen waren Bad Bramstedt und Neumünster. Weitere Durchsuchungsobjekte liegen in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg.

Bundesweit organisiertes Netzwerk von Scheinfirmen

Es steht der Verdacht auf schweren Sozialversicherungsbetrug, schwere Steuerhinterziehung, des Einschleusens von Ausländern und der Passfälschungen im Raum. Die Ermittlungsverfahren richten sich gegen zahlreiche Firmeninhaber überwiegend ausländischer Herkunft, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Sie sollen über mehrere Jahre Arbeiter als „Eisenflechter“ zur eigenen Gewinnmaximierung „schwarz“ beschäftigt und zur Verschleierung dieser Schwarzarbeit ein bundesweit organisiertes Netzwerk von Scheinfirmen verwendet haben.

Dabei sollen auch Arbeiter aus Drittstaaten, die über keine Aufenthaltstitel verfügten, eingesetzt und mit gefälschten Pässen, die sie als EU-Bürger auswiesen, ausgestattet worden sein. Die Maßnahme richte sich auch gegen die illegalen Arbeiter, so die Ermittler.

Zwei Haftbefehle wurden vollstreckt

Haftbefehle gegen zwei Verantwortliche der beteiligten Unternehmen seien vollstreckt worden, hieß es. Außerdem sei Vermögen mit einem Volumen von insgesamt 4,5 Millionen Euro beschlagnahmt worden.

Die Staatsanwaltschaft in Kiel weist darauf hin, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung jeder Beschuldigte als unschuldig gilt (Artikel 6 Abs. 2 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten).

Von RND/pat