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Panorama Sind wir in diesem Sommer alle „lucky“?
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03:39 17.07.2013
Strand, Sonne, Leichtigkeit — so entspannt wie das Lebensgefühl in der wärmsten Jahreszeit soll auch der Sommerhit sein. Quelle: Fotos: fotolia, Universal
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Hannover — Zur Weihnachtszeit gibt‘s „Last Christmas“, zur Sommerzeit „Macarena“ — jedes Jahr aufs Neue. Doch während die Weihnachtshits Jahr für Jahr größtenteils dieselben bleiben, findet sich im Laufe jedes Sommers irgendwann DER eine Hit. Was aber nicht heißt, dass man die beliebtesten Titel vergangener Sommer nicht wieder hören würde. Ein Leitfaden:

Die Lieder haben Titel wie „Ab in den Süden“, „Macarena“ oder „Samba de Janeiro“. Ein besonders erfolgreicher Sommerhit war der „Ketchup Song“ von Las Ketchup (2002) — er hielt sich sieben Wochen auf Platz 1 der Charts. Auch dieses Jahr gibt es mehrere Anwärter auf den Sommerhit: Etwa „Get Lucky“ (Daft Punk), „Blurred Lines“ (Robin Thicke) oder „Safe and Sound“

(Capital Cities). Komiker Helge Schneider versucht es mit „Sommer, Sonne, Kaktus“.

Der Text sollte nicht zu anspruchsvoll sein. „Beim Hören des Songs wollen wir uns leicht fühlen, wie wir uns das vielleicht bei einem Sommertag am Strand vorstellen“, erklärt Musikexperte Prof.

Udo Dahmen, einer der beiden Geschäftsführer der Popakademie Mannheim.

Tatsächlich zählte Ricky Martin in seinem Megasommerhit „Maria“ (1995) nur bis drei — auf Spanisch. Rumänisch funktioniert auch: Mit „Dragostea din tei“ („Liebe auf dem Lindenbaum“) landeten die drei Jungs von O-Zone 2004 einen Riesenhit. Unabhängig von der Sprache sollte es um Sonne und Strand gehen: „Vamos a la Playa“ (spanisch: „Lass uns zum Strand gehen“) singen oder das Wort „Summer

einstreuen, ist immer gut. „Alle können nach kurzer Zeit mitsingen — ob betrunken oder nicht“, so Musikpsychologe Prof. Andreas Lehmann.

Die Melodie muss direkt ins Ohr gehen. „Es zählt eine eingängige Melodie, gepaart mit nicht zu langsamem Rhythmus und einem Groove, der vielleicht an Sommerwind und sanftes Fächeln erinnert“, beschreibt es Prof. Dahmen. Viele Songs lebten von Einflüssen jamaikanischer Musik, wie Reggae. Auch Samba-Rhythmen seien öfter zu hören, so der Wissenschaftler. Ganz wichtig: Man muss zu den Liedern tanzen können.

Die Zielgruppe sind wir alle! „Sommerhits sind das Vehikel, das die Leute zusammenbringt“, sagt Prof. Lehmann. Draußen sein, warme Temperaturen, zusammen trinken und tanzen — zum besonderen Lebensgefühl im Sommer gehörten bestimmte Lieder, so der Psychologe. „Der Sommerhit ist der Kulminationspunkt all dieser Sehnsüchte“, sagt auch Experte Dahmen. Und gerade weil viele in dieser Jahreszeit Positives erlebten, erinnerten sie sich auch oft noch Jahre danach an diesen einen Hit, zu dem sie damals dieses und jenes taten.

Die Musikindustrie ist nicht wirklich schuld. „Die meisten Sommerhits ergeben sich eher“, sagt der Business-Direktor und ebenfalls Geschäftsführer der Popakademie Mannheim, Prof. Hubert Wandjo. Es gebe zwar immer wieder Produzenten, die bewusst versuchten, solche Hits zu produzieren. Entscheider sei aber das Publikum. Große Neuveröffentlichungen gibt es laut Wandjo im Sommer selten — Hauptzeit für neue Alben sind das Frühjahr und der Herbst.

Die Künstler sind meist Eintagsfliegen, die mit ihrem Sommerhit über Nacht berühmt werden. Oder wüsste irgendwer, was Las Ketchup („The Ketchup Song“), Los del Rio („Macarena“) oder Bellini („Samba de Janeiro“) heute machen, geschweige denn wer sich dahinter verbirgt?

Ausnahmen gibt es aber immer wieder: Kid Rock etwa war längst berühmt, als er mit „All Summer Long“ den Sommerhit des Jahres 2008 landete. US-Künstler Pharrel Williams, der in diesem Jahr sowohl bei „Get Lucky“ als auch bei „Blurred Lines“ mitwirkt, ist seit Jahren ein Superstar in den USA. Und auch Sänger Robin Thicke war vor seinem Hit musikalisch sehr erfolgreich — unter anderem als Songschreiber für Popstar Christina Aguilera.

Sondersingzone Mallorca: Tja. Hier ist alles noch ein bisschen einfacher, noch ein bisschen direkter. Die Interpreten heißen Jürgen Drews (König von Mallorca) oder Mickie Krause (Kronprinz). Einer der aktuellen Kracher auf der spanischen Ferieninsel ist „Scheiß drauf! Malle ist nur einmal im Jahr“ von Peter Wackel. Musikexperte Wandjo zu den Kriterien eines Ballermann- Hits:

„Er muss unter alkoholisiertem Zustand funktionieren — und die niedrigsten Instinkte ansprechen.“

Alle können nach kurzer Zeit mitsingen — ob betrunken oder nicht.“Musikpsychologe

Prof. Andreas Lehmann

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