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Panorama „Von der Polizei schikaniert“: Trecker-Willi bricht Schottland-Tour ab
Nachrichten Panorama „Von der Polizei schikaniert“: Trecker-Willi bricht Schottland-Tour ab
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15:03 27.05.2019
Der als "Deutz-Willi" bekannte Rentner Winfried Langner mit seinem Trecker. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Lauenförde

Weil er sich von der englischen Polizei schlecht behandelt fühlte, hat ein als Deutz-Willi bekannt gewordener Rentner seine Trecker-Tour nach Schottland vorzeitig abgebrochen. Ihr Vater Winfried Langner sei schon auf dem Weg zurück nach Lauenförde (Kreis Holzminden), sagte Sabine Langner-Uslu am Montag. Englische Polizisten hätten den 83-Jährigen stundenlang festgehalten und verdächtigt, er sei zum Betteln auf die Insel gekommen.

„Ihr könnt mich mal“

„Das war reine Schikane, was die mit mir gemacht haben. Da habe ich gesagt: Ihr könnt mich mal“, sagte Langner dem Holzmindener „Täglichen Anzeiger“. Das Blatt titelte daraufhin: „Deutz-Willi macht den Brexit“.

Mit seinem „Robert“, einem 15 PS starken Deutz-Traktor Baujahr 1961, und seinem kleinen Wohnwagen namens „Schnecke“ war Winfried Langner in den vergangenen Jahren schon oft auf großer Tour: Mallorca, das Nordkap oder St. Petersburg in Russland waren nur einige seiner Stationen. Holzmindens langjährige Landrätin Angela Stürzeberg (SPD) hatte begeistert gesagt, Deutz-Willi sei als Botschafter der Region in Europa unterwegs. Das war auch so: „Überall wurde mein Vater willkommen geheißen“, sagte Tochter Sabine. „Und er hat sich überall wohl gefühlt.“ Bei Bedarf habe er immer Hilfe bekommen.

„Er hat sich regelrecht verfolgt gefühlt“

In Großbritannien, wo er in diesem Sommer bis in die schottischen Highlands wollte, um dort die bekannte Ferienstraße NC 500 kennen zu lernen, war dies anders. Auf der Strecke vom Hafen Newcastle nach Edinburgh sei ihr Vater wiederholt von der Polizei gestoppt und kontrolliert worden, sagte Langner-Uslu: „Er hat sich regelrecht verfolgt gefühlt.“

Außer mit dem Vorwurf, er sei zum Betteln auf die Insel gekommen, hätten ihn die Beamten auch mit seinem Alter konfrontiert und erklärt, er sei mit 83 Jahren zu alt, um mit dem Trecker-Gespann durchs Land zu fahren. Zudem hätten sie bezweifelt, dass er eine gültige Fahrerlaubnis besitzt. Dabei habe er einen EU-Führerschein.

2000 Euro für Überfahrt – aber Ziel nicht erreicht

„Mein Vater fand die Vorwürfe unmöglich“, sagte Langner-Uslu. „Er hat überhaupt nicht verstanden, was die Polizisten von ihm wollten.“ Schwierig sei dabei sicher auch, dass Deutz-Willi kaum Englisch spreche.

Ihrem Vater ärgere es, dass er für sich und sein Trecker-Gespann 2000 Euro für die Überfahrten zwischen Amsterdam und Newcastle bezahlt habe, ohne sein ursprüngliches Ziel in Schottland erreicht zu haben. Die Gemeindefahne, die Lauenfördes Bürgermeister Werner Tyrasa (SPD) dem Treckerfahrer mit auf den Weg gegeben hatte, damit er sie am Zielort übergeben kann, bringt Langner nun wieder mit zurück. Vielleicht kann er sie für die nächste Reise gebrauchen.

Sein Traktor ist ein Deutz Baujahr 1961. Zuletzt war er damit im russischen Sankt Petersburg. Auch nach Mallorca hat es den 83-Jährigen bereits im Schneckentempo verschlagen.

Von RND/dpa

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