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Panorama Vater von missbrauchten Kindern soll schon 2016 Hinweise gegeben haben
Nachrichten Panorama Vater von missbrauchten Kindern soll schon 2016 Hinweise gegeben haben
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11:33 31.01.2019
Ein Auto und ein Gebäude auf dem Campingplatz Eichwald, das mit Polizeiabsperrband versehen ist. Drei Männer sollen auf dem Campingplatz in Lügde im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe 23 Kinder sexuell missbraucht und kinderpornografisches Material hergestellt haben. Quelle: Friso Gentsch/dpa
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Lügde

Bei den Ermittlungen wegen des massenhaften sexuellen Missbrauchs von mindestens 23 Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei neue Hinweise bekommen. Eine neue Opferzahl gebe es aber nicht, sagte ein Polizei-Sprecher am Donnerstagmorgen zum Geschehen in Lügde bei Detmold. Details zu den Hinweisen nannte er nicht. „Wir müssen weiter ermitteln“, betonte der Sprecher. Die Polizei hoffe auf weitere Hinweise.

Unterdessen werden Vorwürfe an Polizei und Jugendämtern immer lauter. Ein Vater zweier Töchter (damals 8 und 5) aus Bad Pyrmont (Niedersachsen) sagte der „Lippischen Landes-Zeitung“, er habe einen der Täter (56) bereits 2016 bei der Polizei angezeigt – weil der Verdächtige seine beiden Töchter unsittlich berührt habe. Auch zum Jugendamt und zum Kinderschutzbund sei der Mann gegangen – ohne Konsequenzen.

Jugendamt prüfte Hinweise auf Kindeswohlgefährdung, nicht Missbrauch

Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen die Jugendämter des Kreises Lippe und des Landkreises Hameln-Pyrmont in Niedersachsen. „Wir überprüfen, ob die Behörden Fehler gemacht haben“, sagte der Detmolder Oberstaatsanwalt Ralf Vetter.

Bereits Ende 2016 sei nach Angaben einer Sprecherin des Kreises Lippe beim Jugendamt eine Kindeswohlgefährdung angezeigt worden. „Diese Anzeige bezog sich auf den Verdacht der Verwahrlosung eines Kindes – nicht eines möglichen Missbrauchs.“ Das Jugendamt habe „umgehend“ die Situation vor Ort geprüft. „Die Einschätzung der Mitarbeiter ergab: Das Kind lebte in keinem verwahrlosten Umfeld, sodass das Jugendamt das Kind nicht in Obhut nahm.“ Die Behörde habe aber empfohlen, die Unterbringung und häusliche Situation auf Dauer zu verändern.

Mehr als 1000 Missbrauchsfälle

Auf dem Campingplatz in Lügde waren Kinder für Pornodrehs missbraucht worden. Drei Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor.

Zwei der Verdächtigen aus NRW im Alter von 56 und 33 Jahren sollen auf dem Campingplatz nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen die Kinder im Wechsel gefilmt und missbraucht haben. Ein dritter Mann aus Stade in Niedersachsen soll als Auftraggeber aufgetreten sein. Der 46-Jährige war wohl selbst nie am Tatort in Lügde.

Seit 2008 waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge mindestens 23 Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren in mehr als 1000 Fällen zu Opfern geworden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich viele Betroffene noch nicht gemeldet haben. „Wie hoch die Dunkelziffer ist, können wir seriös derzeit nicht sagen“, erklärte der Leiter der Ermittlungskommission, Gunnar Weiß, am Mittwoch.

Von RND/dpa