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Panorama Leichte Entspannung im Waldbrand-Gebiet – Erste Bewohner kehren zurück
Nachrichten Panorama Leichte Entspannung im Waldbrand-Gebiet – Erste Bewohner kehren zurück
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12:16 03.07.2019
Wasserwerfer auf dem Weg in den Wald bei Lübtheen. Quelle: imago images / Michael Trammer
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Lübtheen

Die Lage im Waldbrandgebiet bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich erstmals seit Ausbruch des Feuers am Sonntag leicht entspannt. Am Mittwochmittag konnten einige Bewohner in ihre vorsorglich geräumten Häuser zurückkehren. Als erstes gab die Einsatzleitung den Ort Trebs wieder frei, am frühen Abend sollte das südwestlich gelegene Jessenitz-Werk folgen.

„Wir haben das Feuer das erste Mal im Griff“, konstatierte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim und Chef des Einsatzstabes, Stefan Sternberg (SPD). Da sich der Brand auf dem munitionsbelasteten früheren Truppenübungsplatz in der Nacht kaum noch ausgedehnt habe und die Feuer auch von den zuvor geräumten Dörfern zurückgedrängt worden seien, könnten nun die ersten Bewohner in ihre Häuser zurück. Von einer generellen Entspannung könne aber noch keine Rede sein, betonte Sternberg.

400 Menschen müssen noch in Notunterkünften ausharren

Gesperrt bleiben bis auf weiteres Volzrade und das am dichtesten am Brandgebiet liegenden Alt Jabel. Dort waren die Flammen laut Sternberg am Montag bis auf 50 Meter an die Häuser herangerückt, konnten aber inzwischen auf 300 Meter Abstand zurückgedrängt werden. Nach Angaben des Landrats müssen nun noch etwa 400 Menschen in Notunterkünften oder bei Verwandten ausharren. Erst wenn Sicherheit auch für diese beiden Orte gegeben sei, könnten die Menschen dorthin zurückkehren. Auffrischende Winde könnten das langsam erlahmende Feuer jederzeit wieder anfachen. „Die Entscheidungen werden gut abgewogen“, machte Sternberg deutlich.

Neben dem Dauereinsatz der Feuerwehrleute, der deutlichen Abkühlung und dem nachlassenden Wind habe vor allem das Wirken der Bundeswehr dafür gesorgt, dass sich das Feuer nicht mehr ausdehne, sagte Sternberg. Mit Räumpanzern seien auf früheren Fahrwegen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Schneisen in das Waldgebiet geschlagen worden, die als Brandriegel wirkten.

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Im Video: Löscharbeiten bei Waldbrand gehen weiter

„Das Feuer ist eingekesselt. Die Schlinge zeigt Wirkung“

Nach Angaben von Brigadegeneral Gerd Kropf, Chef des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, wurden seit Dienstagnachmittag um den Brandherd etwa 25 Kilometer Schneisen gezogen, weitere 15 Kilometer sollten am Mittwoch noch folgen. Neun Räumpanzer seien im Einsatz, doch könne die Zahl bei Bedarf noch aufgestockt werden.

Seit Sonntag schon hatten die Feuerwehren am westlichen Rand des alten Manövergeländes mit einer Dauerbewässerung dafür gesorgt, dass die Flammen dort nicht vorankommen. „Das Feuer ist eingekesselt. Die Schlinge, die geplant war, zeigt Wirkung“, sagte der Landrat.

Nach seinen Angaben hat das seit Sonntag wütende Bodenfeuer bislang etwa 1200 Hektar des 6000 Hektar großen früheren Übungsplatzes erfasst. Auf rund 700 Hektar davon loderten aktuell noch Flammen. „Aber die Feuerwalze wurde gestoppt“, betonte der Landrat. Nun werde geprüft, ob auf den von den Räumpanzern freigeschobenen Wegen auch Löschfahrzeuge und Wasserwerfer der Polizei in das Brandgebiet vordringen können.

Mehr als 3000 Kräfte im Einsatz

Doch gelte wegen der Munition im Waldboden höchste Sicherheitsstufe für die Rettungskräfte. Näher als 1000 Meter dürften sie weiterhin nicht an die als sehr hoch belastet eingestuften Brandgebiete heran. Möglicherweise könnten die Wege dann auch noch bewässert werden, mit dem Ziel, „dass sich das Feuer totläuft“, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Wolfgang Krause. Die Sicherheit der Löschkräfte gehe immer vor.

Die Gesamtzahl der abwechselnd eingesetzten Kräfte von Feuerwehr, THW, DRK, Polizei und Bundeswehr bezifferte Sternberg mit mehr als 3000. Ein Teil werde noch am Mittwoch nach viertägigem Einsatz ausgetauscht. Der Landrat dankte für die große Hilfsbereitschaft aus benachbarten Landkreisen und auch anderen Bundesländern, die Feuerwehrtrupps nach Lübtheen entsandt hätten.

Von RND/dpa