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Panorama Wolf attackiert Jagdhunde – und wird erschossen
Nachrichten Panorama Wolf attackiert Jagdhunde – und wird erschossen
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11:24 21.01.2019
Der Wolf soll Jagdhunde angegriffen und verletzt haben. Quelle: privat
Rädigke

Ein Jäger hat bei Rädigke in Brandenburg einen Wolf erschossen. Wie der Jagdleiter gegenüber der Jagdzeitschrift „Jawina“ bestätigte, fand an dem Tag eine Drückjagd statt. Der Jäger, ein holländischer Jagdgast, habe mit dem Schuss seine Hunde retten wollen.

Schon kurz nach Beginn der Jagd, am Freitag gegen 14 Uhr, seien Meldungen über Wölfe im Treiben eingegangen, berichtet die Zeitschrift auf ihrer Internetseite. „Ein Wolf zog auf zehn Meter an einem holländischen Jagdgast vorbei. Selbstverständlich schoss der Jäger in dieser Situation nicht.“

Zuvor waren drei bis vier Stück Rehwild etwas weiter entfernt angewechselt. Rehwild war jedoch nicht freigegeben, weshalb kein Schuss auf die Rehe abgegeben wurde.

Wolf habe die Jagdhunde angegriffen

Der Wolf zog weiter und drehte kurz darauf einen kleinen Bogen, vermutlich hatte er das Rehwild gewittert. Kurz darauf kamen Stöberhunde an. Der Wolf habe sofort kehrt gemacht und die Jagdhunde angegriffen.

Der Jäger habe nun versucht, den Wolf durch lautes Pfeifen und Schreien zu vertreiben und schließlich einen Warnschuss abgegeben, heißt es wieder. „Auch von diesem ließ sich der Wolf nicht beeindrucken – ein Verhalten, das auch auf anderen Jagden in Brandenburg beobachtet und geschildert worden ist.“

Jäger sieht „rechtfertigenden Notstand“

Der Wolf habe nicht von den Hunden abgelassen. Neben einem Drahthaar waren nach Aussage des Jagdleiters weitere Hunde beteiligt. „Der Jäger – selber Hundeführer – sah keine andere Chance mehr, um zu verhindern, dass Hunde getötet werden. Er sah einen rechtfertigenden Notstand gegeben und gab einen gezielten Schuss auf den Wolf ab“, notiert die Jagdzeitschrift.

Der Wolf wurde tödlich getroffen. Der Jagdleiter verständigte die Polizei, die den Vorfall aufnahm. Ein Nachbarschütze habe den Vorfall in dem lichten Altholz sehr genau verfolgen können bestätigte dem Jagdleiter zufolge die Schilderung des holländischen Jäger.

Wolfsbeauftragter war anwesend

Der zuständige Wolfsbeauftragte war vor Ort. Der Kadaver des Wolfs wurde zur weiteren Untersuchung abtransportiert. Es sollen mehrere Hunde Blessuren davongetragen haben, die von Tierärzten behandelt und dokumentiert worden seien.

Reinhard Jung, Biobauer aus Lennewitz und Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, teilte dazu am Montag mit: „Der Jäger hat absolut korrekt gehandelt. Gleich ob Jagdhund oder Zuchtkalb – es ist das Recht jedes Tierhalters, besonders wertvolle Tiere in Notwehr gegen angreifende Wölfe zu verteidigen. Der betroffene Jäger hat unsere volle Solidarität.“

Bauernbund fordert Abschuss von Wölfen

Der Bauernbund fordere die Landesregierung auf, 2019 mindestens den Populationszuwachs von mehr als hundert Stück zum Abschluss freizugeben. „Damit die Wölfe wieder lernen, dass sie in der Nähe von Menschen und Viehweiden nichts zu suchen haben“, sagte Jung weiter.

Bei der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark liegt noch keine offizielle Information vor. „Bisher ist die Untere Jagdbehörde nicht einbezogen“, sagte Kreissprecherin Andrea Metzler am Montagvormittag der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“.

Lesen Sie hier:
Das sagt die EU zur Zunahme der Wolfs-Population in Deutschland

Von Heiko Hesse/RND

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