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Panorama Zahl gesprengter Geldautomaten so hoch wie nie
Nachrichten Panorama Zahl gesprengter Geldautomaten so hoch wie nie
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12:03 27.12.2018
Kriminelle sprengen immer häufiger Geldautomaten. Die Zahl steigt seit Jahren. Quelle: : Julian Stähle/dpa
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Wiesbaden

Fast jeden Tag wird irgendwo in Deutschland ein Geldautomat gesprengt. Das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden rechnet für 2018 mit einem neuen Höchststand von mindestens 350 versuchten und vollendeten Taten. Die meisten Automaten-Angriffe wurden nach den vorläufigen Zahlen in Nordrhein-Westfalen verübt, gefolgt von Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz sowie Berlin. Die Höhe der dabei entstandenen Schäden ist unklar.

Es fehlt meist an Spuren und Zeugen

Seit Jahren steigt die Zahl der Automatensprengungen: 2008 zählte das BKA noch 33 Fälle, davon 14 Versuche, vor fünf Jahren waren es bereits 89 (68 Versuche). Im vergangenen Jahr registrierten die Ermittler insgesamt 268 Fälle, davon 139 Versuche. Die Täter gehen demnach oftmals arbeitsteilig und sehr professionell vor. Bei den meisten Verdächtigen handelt es sich laut BKA es sich um reisende Täter aus dem europäischen Ausland. Das erschwere die Ermittlungen. Durch die Explosionen würden außerdem häufig Spuren vernichtet und es fehlten Zeugen.

Präventionsmaßnahmen sind immer abhängig vom Einzelfall

Nach Angaben des BKA gibt es verschiedene Präventionsmöglichkeiten. Welche ergriffen werden, hänge vom Standort des Gerätes ab und sei „immer Ergebnis einer Einzelfallprüfung“. Die Maßnahmen reichen von nächtlicher Schließung der Räumlichkeiten, in denen die Automaten stehen, über eine Reduzierung der Bargeld-Befüllung bis hin zu technischen Maßnahmen. Besonders geeignet sind dem BKA zufolge Systeme, die das für die Sprengung verwendete Gas neutralisieren sowie Vorrichtungen, die das Einleiten von Gas oder Sprengstoffen in den Automaten verhindern beziehungsweise erschweren.

Von RND/dpa/jra