Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik 30 rechtsextreme Vorfälle bei Bundespolizei seit 2007
Nachrichten Politik 30 rechtsextreme Vorfälle bei Bundespolizei seit 2007
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:10 17.08.2019
Bundespolizisten haben viele Aufgaben, vom Schutz der Bahnhöfe bis zur Terrorbekämpfung. Einige wenige haben zudem Sympathien für ganz rechts. Quelle: Boris Roessler/dpa
Anzeige
Berlin

Konkret geht es nach Angaben des Ministeriums um „rechtsextreme Äußerungen, das Verwenden verfassungswidriger Symbole, das Dulden der Verwendung verfassungswidriger Symbole sowie das Tragen von Bekleidung, die auch der rechtsextremen Szene zugeordnet wird (z.B. der Marke Thor Steinar)“. Die Linken-Bundestagsfraktion hatte die Zahlen erfragt.

Die Auskunft bezieht sich auf Fälle ab 2007 - allein elf davon seien im Jahr 2017 gezählt worden, hieß es. Im laufenden Jahr wurde demnach bislang ein Vorfall bekannt. Mehr als zwei Drittel der Vorkommnisse seien durch interne Hinweise bekanntgeworden. Zehn Beamte seien auf Zeit („auf Widerruf“) entlassen worden. In vier Fällen sei eine Geldbuße verhängt oder ein Verweis ausgesprochen worden. In 21 Fällen seien Strafanzeigen gestellt worden.

Anzeige

Wegen eines Vorfalls in Ostritz wird noch ermittelt

Das Ministerium wies darauf hin, dass 46 573 Menschen bei der Bundespolizei arbeiteten. Die 30 Fälle entsprächen einem Anteil von 0,06 Prozent des Personalbestands.

Gegen einen Bundespolizisten, der bei einem Neonazi-Treffen im sächsischen Ostritz im Juni negativ auffiel, wird noch ermittelt. Der Mann trug Aufnäher mit einem Kreuzritter-Symbol und einem bei Rechtsradikalen beliebten Spartaner-Satz auf der Uniform. Gegen ihn wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, zu dem das Ministerium unter anderem aus Gründen des Datenschutzes keine weiteren Angaben machen wollte.

Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, André Hahn, zeigte sich unzufrieden: „Warum sich das Disziplinarverfahren gegen den betroffenen Beamten so lange zieht und warum die Bundesregierung nicht zumindest über jene Aspekte aufklärt, die nicht dessen Personaldatenschutz direkt tangieren, ist nicht nachvollziehbar“, erklärte er.

Erst kürzlich hatte der CDU-Politiker Friedrich Merz beklagt, dass viele Bundespolizisten Sympathien für die AfD hätten.

Lesen Sie auch: AfD-Sympathien bei der Polizei? Das bringt den Rechtsstaat in Teufels Küche