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Politik AfD-Mann Poggenburg kritisiert „Wucherung am deutschen Volkskörper“
Nachrichten Politik AfD-Mann Poggenburg kritisiert „Wucherung am deutschen Volkskörper“
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11:33 04.02.2017
Auch wenn es sehr danach klingt: AfD-Mann André Poggenburg bestreitet, sich am Nazi-Vokabular bedient zu haben.  Quelle: imago
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Magdeburg

 Es ging um die abgesagte Veranstaltung einer AfD-nahen Hochschulgruppe in Magdeburg, als Poggenburg lospolterte, „linksextreme Lumpen“ müssten von deutschen Hochschulen verbannt werden. Und er fügte hinzu, „statt eines Studienplatzes sollten die Studenten lieber praktischer Arbeit zugeführt werden“. Dass im Landtag daraufhin lautstarke Empörung ausbrach, schien ihn nicht davon abzuhalten, noch eins draufzulegen: „Helfen Sie dabei, die Wucherung am deutschen Volkskörper endgültig loszuwerden“, forderte er die Landespolitiker auf. Das Wort „Volkskörper“ hatte Adolf Hitler auch mehrfach in seinem Propaganda-Werk „Mein Kampf“ benutzt.

Hintergrund der Debatte war eine Veranstaltung der AfD-Hochschulgruppe Campus Alternative an der Uni Magdeburg Mitte Januar, bei der es zu handgreiflichen Ausschreitungen mit Demonstranten gekommen war. Poggenburg war damals als Redner geladen, musste schließlich allerdings unter Polizeischutz aus dem Hörsaal geführt werden.

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Poggenburg auf Twitter: „Ich stehe zu jedem Wort“

Damals war ihm Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht noch beigesprungen, indem er die Demonstranten kritisierte: „Wer der AfD vorwerfen will, sie sei antidemokratisch, darf ihr nicht dadurch begegnen, dass er selbst antidemokratisch ist.“ Nach dem Vorfall im Landtag am Freitag wurde Stahlknechts Tonfall allerdings deutlich schärfer, indem er in die Runde fragte, ob es eine Ähnlichkeit der Rede mit Worten von Adolf Hitler gebe. Scharfe Kritik gab es auch von SPD und Grünen.

Auf Twitter reagierte Poggenburg prompt seine Wortwahl: „Ich steh zu jedem Wort! Das ist aber nicht NS- sondern einfach deutsche Sprache wie gegen Linksextremismus nötig.“

Von RND/caro