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Politik Agentur schaltet „Aufstehen“-Seite ab
Nachrichten Politik Agentur schaltet „Aufstehen“-Seite ab
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15:21 16.12.2018
Am 9. November 2018 veranstaltete „Aufstehen“ eine Kundgebung am Brandenburger Tor. Es sprach unter anderem der linke Bundestagsabgeordnete Diether Dehm. Quelle: Christoph Soeder/dpa
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Berlin

Die Bewegung „Aufstehen“ um Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht hat im Streit um ausstehende Zahlungen ihre Internetadresse wechseln müssen. Wer am Wochenende die alte Seite www.aufstehen.de anklickte, bekam ein schwarzes Bild zu sehen.

Unter der neuen Domain heißt es: „Wir möchten Euch informieren, dass wir vorläufig auf die Domain www.aufstehenbewegung.de umgezogen sind. Hintergrund ist eine juristische Auseinandersetzung mit einer Firma, die versucht, die noch junge Sammlungsbewegung zu beschädigen.“

Drohung schnell wahr gemacht

Konkret gehe es um einen Konflikt mit zwei Initiatoren der Bewegung. Sie hätten in der Gründungsphase wie alle anderen Initiatoren ehrenamtlich für „Aufstehen“ gearbeitet, unter anderem für den Online-Auftritt. Im Nachhinein hätten diese zwei Initiatoren „Aufstehen“ dann eine hohe Rechnung präsentiert.

Und trotz weitgehender Zugeständnisse hätten sie die Drohung, die Domain der Sammlungsbewegung abzuschalten, falls ihre Bedingungen nicht erfüllt würden, schließlich mit einer Frist von wenigen Stunden wahr gemacht. Auch die ursprünglichen E-Mail-Adressen der Bewegung waren der Mitteilung zufolge nicht mehr funktionsfähig.

Sahra Wagenknecht gehört dem Trägerverein von „Aufstehen“ nicht an

Ein Mitgründer der mit der Kritik offenbar gemeinten Kölner WerbeagenturDreiwerk“, Thomas Schmidt, wies der „Bild“-Zeitung zufolge die Vorwürfe zurück: „Wir sind sprachlos darüber, dass Dreiwerk von der Bewegung in die Ecke des unlauteren und gierigen Unternehmers gestellt wird, obwohl alle Entscheidungsträger der Bewegung darum wissen, dass Dreiwerk mit allen Leistungen absprachegemäß in Vorleistung getreten und jetzt zu vergüten ist.“

Dreiwerk“ habe die Zusammenarbeit am 21. November gekündigt und immer wieder neue Zahlungsfristen gesetzt, so Schmidt laut „Bild“: „Ohne Erfolg. Die Rechnungen wurden nicht beglichen.“

Forderungen richten sich nicht an Sahra Wagenknecht

Der Trägerverein der Sammlungsbewegung wies dies zurück. „Das Gegenteil ist der Fall. Die Firma Dreiwerk hat bei höchst streitiger Vertragslage vom Trägerverein 31.000 Euro erhalten. Das ist der volle von ihr für Domain und IT-Leistungen in Rechnung gestellte Betrag", sagte Ida Schillen, Geschäftsführerin des Trägervereins, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Nach Schillens Aussage richten sich die von „Dreiwerk" behaupteten Forderungen überdies „nicht gegen Sahra Wagenknecht, sondern gegen den Trägerverein der Sammlungsbewegung“, dem sie nicht angehöre. Die Forderungen würden seit Anfang 2018 erhoben. „Der Verein, demgegenüber die Rechnung aufgemacht wird, wurde jedoch erst Anfang August 2018 gegründet.“

„Aufstehen geht das Licht aus“

Erstmals habe die Firma Anfang September 2018 von einem bis dahin erbrachten Leistungsumfang von circa 24.000 Euro gesprochen. Danach habe es keine wesentlichen Tätigkeiten der Firma „Dreiwerk“ mehr gegeben, so Schillen. Bei dem strittigen Betrag soll es sich nach RND-Informationen um mehr als 100.000 Euro handeln.

Der Politische Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, kommentierte den Vorgang so: „Dass Sahra Wagenknecht ihre Partei spaltet, war mir klar. Dass sie jetzt noch die Zeche prellt, ist mir neu.“ Er fügte hinzu: „Aufstehen geht das Licht aus.“

Von Markus Decker/Jörg Köpke/RND

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