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Politik Atomgespräche mit USA: Nordkorea will nicht mehr mit Pompeo reden
Nachrichten Politik Atomgespräche mit USA: Nordkorea will nicht mehr mit Pompeo reden
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13:52 18.04.2019
Die von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Außenminister Mike Pompeo während eines gemeinsamen Treffens. Quelle: -/KCNA/dpa
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Seoul

Nordkorea hat in den festgefahrenen Verhandlungen mit den USA über sein Atomwaffenprogramm gefordert, US-Außenminister Mike Pompeo künftig auszuschließen. Der Leiter des Amerika-Büros im nordkoreanischen Außenministerium, Kwon Jong Gun, warf Pompeo am Donnerstag vor, die Gespräche zu behindern und die Würde von Machthaber Kim Jong Un verletzt zu haben.

Für den Fall einer möglichen Wiederaufnahme des Dialogs sei es wünschenswert, Pompeo durch jemand anderen zu ersetzen, der „vorsichtiger und reifer ist, mit uns zu kommunizieren“, zitierten staatliche Medien Kwon.

Die Kritik an Pompeo kam kurz nach Berichten aus Nordkorea über den Test einer neuartigen taktischen Lenkwaffe. Machthaber Kim Jong Un habe den Test am Mittwoch beaufsichtigt und von einem „sehr bedeutenden Ereignis“ gesprochen, meldeten die Staatsmedien. Über die Waffenart wurde zunächst nichts Näheres gesagt. Es wurde spekuliert, dass Nordkorea mit dem Test auch seinen Unmut über die Verhandlungsposition der USA demonstrieren könnte.

Zweites Treffen zwischen Kim Jong Un und Trump ohne Ergebnis abgebrochen

Pompeo sollte im Auftrag von US-Präsident Donald Trump die Verhandlungen mit Nordkorea im vergangenen Jahr vorantreiben. Er traf mehrfach hochrangige Vertreter Nordkoreas in den USA oder Pjöngjang, darunter auch Kim Jong Un.

Ein zweites Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Ende Februar in Vietnam wurde vorzeitig ohne Ergebnis abgebrochen. Beide Seiten waren uneins in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas. Nordkorea verlangte, den Großteil der Sanktionen aufzuheben. Zuletzt hatte Kim den USA eine Frist bis Ende dieses Jahrs für einen akzeptablen Lösungsvorschlag gesetzt.

Treffen zwischen Putin und Kim Jong Un noch in diesem Monat

Derweil wurde bekannt, dass sich Kremlchef Wladimir Putin und Kim Jong Un nach Angaben der Präsidialverwaltung in Moskau noch in diesem Monat in Russland treffen wollen.

Auf Einladung Putins werde Kim in der zweiten Aprilhälfte in Russland erwartet, teilte der Kreml am Donnerstag in Moskau mit. Der Kreml hatte die Vorbereitungen für ein solches Treffen bereits seit Tagen bestätigt. Einmal mehr gab es aber Angaben weder zum Ort noch zum Zeitpunkt des Treffens.

Russische Medien berichteten, dass das Treffen in Wladiwostok im äußersten Osten Russlands und damit in der Nähe der nordkoreanischen Grenze vorbereitet werde. Als mögliche Termine wurden der 23. oder 24. April genannt. Bestätigt ist das aber nicht.

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Von RND/dpa