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Politik Bundestagsverwaltung bestätigt: Bei uns gibt es Mäuse
Nachrichten Politik Bundestagsverwaltung bestätigt: Bei uns gibt es Mäuse
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15:24 14.06.2019
Kaum zu fassen: Die Bundestagsmaus. Quelle: Sina Schuldt/dpa
Berlin

In den Büros des Bundestages gehen ungebetene Besucher ein und aus. Manchmal tappen sie in die Falle – aber sie kehren immer wieder zurück. Es handelt sich um Hausmäuse. Unter dem Twitter-Hashtag #bundestagsmaus teilte die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg jetzt mit, dass ihr Büro die 19. Maus in anderthalb Jahren gefangen habe.

Die Bundestagsverwaltung bestätigte jetzt dem RND, dass das Parlament ein Nagerproblem habe. Allerdings sei nur ein Gebäude betroffen und zurzeit nur eine Lebendfalle im Einsatz – im Büro von Domscheit-Berg.

Ihre Büros liegen im Erdgeschoss des Jakob-Kaiser-Hauses, wo viele Abgeordnetenbüros untergebracht sind. Das macht den unerlaubten Einstieg in die für Tiere verbotenen Bundestagsbüros für die kleinen Nager einfacher. „Alle Erdgeschoss-Büros haben das Problem, auch in anderen Gebäuden“, sagen Mitarbeiter. Die Nager steigen durch die Bodentanks ein – das sind die Kanäle für Strom- und Telefonkabelverbindungen, die in jedem Büro vorhanden sind.

Der Gebäudeservice des Bundestags hat über eine Vertragsfirma auch Kammerjäger im Einsatz. „Wir sind dort Dauerkunde“, sagt Domscheit-Berg dem RND. Bei Mausbefall stellen sie Lebendfallen auf und kontrollieren sie täglich. Die Mäuse werden im benachbarten Tiergarten wieder ausgesetzt. Nicht immer aber hält die Lebendfalle, was sie verspricht: Die Mitarbeiter von Domscheit-Berg haben bereits drei der Tiere aber tot in der Falle angetroffen.

Das Problem mit der Maus im Hohen Haus ist nicht neu: Der 2017 ausgeschiedene Parlaments-Veteran Hans-Christian Ströbele hatte in seinem Büro Unter den Linden ebenfalls eine Maus. Diese habe sich von Krümeln jener Teilchen ernährt, die auf seinem Boden lagen, sagte Ströbele dem RND, und sie sei ihm zwischen den Beinen rumgelaufen. „Andere haben mir das nie geglaubt – bis ich die Maus mal fotografiert habe.“ Einen Kammerjäger habe er nicht gerufen, fügte der mittlerweile 80-jährige Ex-Politiker hinzu. „Ich wollte nicht, dass sie umgebracht wird.“

Die Frage, wie oft der Bundestags-Kammerjäger zum Einsatz kommt, ließ die Parlamentsverwaltung bis zum Mittwochabend unbeantwortet. Schämen müsste sich die Verwaltung nicht dafür: Auch in der ältesten Demokratie der Welt haben Abgeordnete Probleme mit MäusenWestminster Palace in London gilt als wahres Mäuseparadies.

Die britische Parlamentsverwaltung gibt umgerechnet knapp 150.000 Euro pro Jahr für den Kampf gegen die Nager aus – allerdings ohne Erfolg. Abgeordnete berichten, dass Mäuse in Westminster im wahrsten Sinne des Wortes auf den Tischen tanzen und in den Parlaments-Cafés in den Ecken an Krümeln knabbern, ohne sich im geringsten von den Abgeordneten stören zu lassen. Sie nisten auch in alten Parlaments-Papieren.

Die Bundestagsmäuse sind da noch deutlich zurückhaltender. „Ich finde es eher amüsant“, sagt Domscheit-Berg. „Ich habe auch keine Mäusephobie, schließlich komme ich vom Land.“

Von Markus Decker und Jan Sternberg/RND

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