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Politik CNN-Moderator antwortet Trump – und kämpft live im TV mit den Tränen
Nachrichten Politik CNN-Moderator antwortet Trump – und kämpft live im TV mit den Tränen
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11:53 29.07.2019
CNN-Moderator Victor Blackwell kämpft während Moderation mit den Tränen. Quelle: Screenshot/Youtube/CNN
Washington

Knapp drei Minuten dauert der Auftritt, und in dieser Zeit geht der CNN-Moderator Victor Blackwell über eine Gefühlsachterbahn. Er beginnt nüchtern, wird dann wütend und endet schließlich aufgewühlt, mit den Tränen kämpfend.

Der Grund sind neuerliche Ausfälle von US-Präsident Donald Trump auf Twitter. Der hatte dem afroamerikanischen Abgeordneten Elijah Cummings vorgeworfen, dieser beschwere sich über lautstarke Kritik an Zuständen in Migrantenlagern an der Grenze zu Mexiko, obwohl sein eigener Wahlbezirk im Großraum Baltimore ein „widerliches, von Ratten und Nagetieren verseuchtes Schlamassel“ sei. Weiter twitterte Trump: „Wenn er mehr Zeit in Baltimore verbringen würde, könnte er vielleicht dabei helfen, diesen sehr gefährlichen und dreckigen Ort aufzuräumen.“ Zudem schrieb er: „Kein menschliches Wesen würde dort wohnen wollen.“

Rassismus ist Trump bereits von mehreren Seiten vorgeworfen worden.

Eine Vokabel mit Hintergrund

Blackwell geht ins Detail: Die Vokabel „verseucht“ werde eigentlich im Zusammenhang mit Nagetieren und Insekten genutzt. Der Präsident habe dieses Wort allerdings schon öfters benutzt, um andere Politiker zu kritisieren. Eingeblendet werden Fotos mehrerer Abgeordneter. „Sehen Sie hier ein Muster?“ fragt Blackwell. Alle Abgeordneten sind nicht-weißer Hautfarbe.

Trump habe über 43.000 Tweets abgesetzt und Tausende Menschen beleidigt. „Aber wenn er über Verseuchtsein twittert, geht es um schwarze und braune Menschen.“

Blackwell bringt mehrere Twitterbeispiele des Präsidenten. „Verseucht, sagt er“, wiederholt er wieder und wieder, mit fester Stimme voller Empörung.

Schließlich ist er bei dem Cummings-Baltimore-Fall angelangt.

Mit schwankender Stimme

Blackwells Mundwinkel verziehen sich, er blickt zur Seite, er ringt mit den Worten. Kein Mensch würde dort leben wollen, habe der Präsident erklärt. „Wissen Sie, wer es getan hat, Herr Präsident? Ich habe es getan.“ Er habe in Baltimore von seiner Geburt an gelebt bis zu dem Tag, an dem er sein Elternhaus verlassen habe, um ans College zu gehen. Und es wohnten immer noch Leute dort – und zwar „viele Menschen, die ich liebe“. Es gebe in der Stadt zweifellos Herausforderungen, aber die Leute seien stolz auf ihre Gemeinschaft.

Blackwell kämpft mit den Tränen „Ich will nicht selbstgerecht klingen. Aber die Leute stehen dort auf und gehen in die Arbeit, sie kümmern sich um ihre Familien. Sie lieben ihre Kinder, die den Fahneneid schwören – genauso wie Kinder in Wahlkreisen von Abgeordneten, die Sie unterstützen“, sagt er und schließt: „Sie sind auch Amerikaner!“ Seine Stimme schwankt.

„Wir sind gleich wieder da“, sagt er und blickt zur Seite. Die Schalte endet.

Der Demokrat Cummings gilt als Vorsitzender des Reform- und Aufsichtsausschusses des Repräsentantenhaus als einflussreicher Abgeordneter. In dieser Funktion hat er schon etliche Untersuchungen zu den Regierungsgeschäften Trumps geleitet.

Von RND/vat

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