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Politik CSU-Affäre: Haderthauer gerät weiter unter Druck
Nachrichten Politik CSU-Affäre: Haderthauer gerät weiter unter Druck
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00:00 09.08.2014
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München

„Mit Hochdruck“ arbeiteten die beteiligten Ermittlungsbehörden an der Aufklärung der Betrugsvorwürfe gegen Christine Haderthauer. Das erklärte gestern Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich. Christine Haderthauer ist — noch — Staatskanzleichefin des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und offiziell auch weiterhin die Nummer vier auf der Liste der potenziellen politischen Seehofer-Erben. Tatsächlich geht es für die CSU-Politikerin, die wie ihr Chef im Ingolstädter christsozialen Biotop wurzelt, in diesen Stunden um Sein oder Nichtsein im Amt. Es gibt neue Vorwürfe.

Bei einer Durchsuchung in Haderthauers Haus vor knapp drei Monaten scheinen Steuerfahnder auf Hinweise gestoßen zu sein, wonach Christine und Hubert Haderthauer Gewinne aus dem Verkauf von Modell-Oldtimern im Miniaturformat von über 143 000 Euro gegenüber dem Finanzamt verschwiegen haben.

Die Haderthauers hatten die Modellauto-Firma „Sapor“ gegründet. Hubert Haderthauer, Landgerichtsarzt und Geschäftsmann, organisierte die Geschäftsidee: psychisch kranke Straftäter bauten in einem bayerischen Bezirkskrankenhaus werktäglich zwischen 8 und 16 Uhr, manchmal sogar bis 22 Uhr, die Produkte zusammen. Mal war es ein Rolls Royce, Baujahr 1904, der im internationalen Auktionsangebot als „produziert von Dr. Haderthauer“ für 15 000 Euro verkauft wurde. Mal ging es um einen „Mercer35J“, Auktionsstartpreis 14 999 US-Dollar bei Christie‘s.

Die Haderthauers sprachen von geringem finanziellen Gewinn und dominierendem idealistischen Denken mit therapeutischem Hintergrund bei ihrer Modellbau-Firma. Mit bis zu 2,3 Millionen Euro wird der Verkaufswert von exquisiten Modellautos aus der Haderthauer-Firma veranschlagt. Sie waren heiß begehrt, selbst bei internationalen Auktionen. Der „Chef-Handwerker“ des zeitweiligen Sapor-Betriebes, ein psychisch Kranker, der drei Männern ihr Geschlechtsteil verstümmelte, wurde pro Stunde mit 1,25 Euro entlohnt. Das entsprach sieben Prozent seines früheren zivilen Arbeitslohns. Womöglich zum Ausgleich war der händisch talentierte Straftäter von den Haderthauers auch zum nobleren Geschäftsessen eingeladen worden. Die geringe Entlohnung ist nun Gegenstand eines rechtlichen Streits.

Dieter Wonka



OZ

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