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Politik “Da wirft jedes Wort Fragen auf”: Anne Will erinnert Scholz an frühere Aussagen
Nachrichten Politik “Da wirft jedes Wort Fragen auf”: Anne Will erinnert Scholz an frühere Aussagen
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20:58 18.08.2019
Fernsehjournalistin Anne Will stellt sich nach der Kehrtwende von Finanzminister Olaf Scholz so einige Fragen.
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Berlin

Es war eine Überraschung, die am Freitag publik wurde: Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz will nun doch für den SPD-Vorsitz kandidieren. Wie "Der Spiegel" zuerst berichtete, hat er in einer Telefonschalte gegenüber den kommissarischen Parteivorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer Gümbel gesagt: "Ich bin bereit anzutreten, wenn ihr das wollt."

Dabei hatte er genau das im Juni in einer Anne-Will-Sendung noch ausgeschlossen. "Nein, ich halte das mit dem Amt eines Bundesministers für Finanzen nicht zeitlich zu schaffen", sagte er gegenüber Anne Will dazu. Beides ginge nicht zusammen, wenn man die Aufgaben ernsthaft erfüllen wolle. "Und es wäre nicht richtig, wenn jetzt einer versucht, alle möglichen Ämter an sich zu binden. Das geht schief", sagte er weiter.

Anne Will postet Video-Mitschnitt aus Scholz-Interview

Sätze, die nun Fragen aufwerfen. Vor allem bei der Fernsehjournalistin Anne Will. Auf Twitter postete sie einen Videoausschnitt aus der Sendung und schrieb dazu: "Da wirft (jetzt) jedes Wort Fragen auf."

Auf Twitter diskutieren Nutzer seither über die Kehrtwende des Finanzministers. Die Meinungen fallen, wie üblich, geteilt aus. Eine Userin schreibt etwa mit Blick auf Scholz: "Was schert mich meine Aussage von vorgestern?! Er will, er will nicht, er darf, er darf nicht. Ach, Herr Scholz, den Bürgermeister konnten Sie nicht, den Finanzminister schaffen Sie nicht, jetzt wollen Sie der SPD den Rest geben."

Olaf Scholz: User diskutieren über seine Kehrtwende

Andere User verteidigen den Schritt dagegen. "Wenn sich die Lage ändert, ist es legitim - und manchmal unabdingbar - seine Position zu ändern. Man kann #Scholz nicht im Ernst vorwerfen, dass er sich angesichts des Kandidatendesasters der SPD eines Besseren besonnen hat. Interessant ist allein, was er politisch vorhat", schreibt Ralf Fücks, ein Politiker der Grünen.

Wieder andere zogen Parallelen zu Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die nach ihrem Amt als CDU-Chefin zunächst zögerte, einen Ministerposten zu übernehmen. So sagt User Ali Kaan Sevinc, Kommunalpolitiker der SPD, an Anne Will gewandt: "Wobei bei #AKK war es ja genauso. Hoffe da hat man sich richtigerweise im gleichen Umfang diese Fragen gestellt."

Olaf Scholz hat derweil erklärt, warum er seine Meinung geändert hat. "Viele von denen, die ich gern an der Spitze gesehen hätte, kandidieren nicht. Das kann ich nicht ignorieren", sagte er der "Bild am Sonntag". Informationen aus Parteikreisen zufolge sucht Scholz nun nach einer Mitbewerberin für eine Doppelspitze.

RND/cz

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