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Politik Die Altfall-Regelung soll den Migrationsstreit beilegen
Nachrichten Politik Die Altfall-Regelung soll den Migrationsstreit beilegen
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09:19 03.04.2019
Abgelehnte Asylbewerber steigen am Baden-Airport im Rahmen einer landesweiten Sammelabschiebung in ein Flugzeug. Quelle: Daniel Maurer/dpa
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Berlin

Vor den geplanten Beratungen über mehrere umstrittene Gesetzesvorhaben zu Abschiebungen und Einwanderung liegt jetzt ein neuer Kompromissvorschlag auf dem Tisch.

Die Union bietet der SPD nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Altfall-Regelung für abgelehnte Asylbewerber mit festem Job an. Die Regelung geht über die im Gesetzentwurf für die sogenannte Beschäftigungsduldung bisher vorgesehenen Möglichkeiten hinaus.

Davon sollen abgelehnte Asylbewerber profitieren, die in den Jahren 2015 bis 2017 nach Deutschland eingereist und „gut in Arbeit integriert“ sind. Der vom Kabinett beschlossene Entwurf sieht vor, dass die sogenannte Beschäftigungsduldung erst ab Januar 2020 erteilt werden kann und bis zum 30. Juni 2022 befristet wird.

Regeln für die Durchsetzung von Abschiebungen

Die SPD solle im Gegenzug die von der Union geforderten Regeln für die Durchsetzung von Abschiebungen mittragen, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg, der Deutschen Presse-Agentur.

Strittig sind zwischen den Koalitionären aktuell vor allem die Regelungen zum Bleiberecht für gut integrierte Ausländer, die mit einer „Duldung“ in Deutschland leben und die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgeschlagenen neuen Regeln für wirksamere Rückführungen und Abschiebungen.

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CDU und CSU wollen erst dann im Bundestag über das Fachkräfteeinwanderungsgesetz beraten, wenn die SPD Seehofers Entwurf für mehr Rückführungen zustimmt. Dieser sieht unter anderem erleichterte Voraussetzungen für die Abschiebehaft vor. Damit soll ein „Untertauchen“ von Ausreisepflichtigen kurz vor einer geplanten Abschiebung verhindert werden.

Sanktionen für kooperationsunwillige Ausreisepflichtige

Außerdem will die Union Ausreisepflichtige, die ihre eigene Abschiebung hintertreiben, sanktionieren. Wer über seine Identität täuscht und an der Beschaffung von Reisedokumenten nicht mitwirkt, soll nach ihren Vorstellungen nur eine Art „Duldung light“ erhalten. Wer diesen Status hat, kann verpflichtet werden, in einer Gemeinschaftsunterkunft zu leben und darf nicht arbeiten.

„Die Koalition hat sich in den Verhandlungen über das Fachkräfteeinwanderungsgesetz und das Geordnete-Rückkehr-Gesetz momentan leider verhakt“, räumte Middelberg ein. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will an diesem Mittwochabend mit führenden Koalitionspolitikern über die Umsetzung der ins Stocken geratenen Gesetzespläne in der Migrationspolitik beraten.

Dabei soll es dem Vernehmen nach auch um zwei neue Vorschläge von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gehen. Dabei geht es um die Anpassung der Geldleistungen für Asylbewerber und um Deutsch-Kurse und Beschäftigungsangebote für Geduldete, deren Ausreise nicht kurzfristig zu erwarten ist. Middelberg warnte davor, diese beiden Vorschläge auch in das Paket der umstrittenen Entwürfe aufzunehmen. Seiner Ansicht nach könnte das „zügige Resultate gefährden“.

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Von RND/dpa/ngo

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