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Politik Droht die EU mit Boykott der WM 2018 in Russland?
Nachrichten Politik Droht die EU mit Boykott der WM 2018 in Russland?
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02:00 04.09.2014
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Berlin

Ein Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland als Teil verschärfter Sanktionen ist ins Blickfeld der Europäischen Kommission gerückt. Nachdem bisher in erster Linie wirtschaftliche Sanktionen eingeleitet und vorbereitet wurden, listet ein internes Arbeitspapier der EU auch den Ausschluss Russlands von sportlichen Großveranstaltungen und den Boykott der Fußball-WM 2018 als Möglichkeiten auf.

Ein Boykott der Fußball-WM wäre für Russlands Präsidenten Wladimir Putin „nach den Erfahrungen mit den Putin-Feiern anlässlich der Olympischen Spiele in Sotschi wie ein Stich ins Herz“, bestätigte ein hoher deutscher EU-Beamter derartige Überlegungen. Allerdings stelle sich diese Sanktionsausweitung erst zu einem späteren Zeitpunkt. Ähnlich äußerte sich auch die Bundesregierung. Diese Frage sei „nichts, was heute zu diskutieren wäre“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Der Präsident des Europäischen Parlaments, der Sozialdemokrat Martin Schulz, warnte in diesem Zusammenhang allerdings vor einer weiteren Eskalation mit Russland. Zum Auftakt des Nato-Gipfels beschwor Schulz zugleich „Erinnerungen an den Kalten Krieg“ angesichts der Situation in der Ukraine und der Spannungen mit Russland. Dass Grenzen in Europa gewaltsam verschoben und Länder bewusst destabilisiert würden, sei völlig inakzeptabel. „Deshalb hat Europa Sanktionen beschlossen, die schon jetzt die russische Wirtschaft hart treffen und die auch noch weiter verschärft werden können, wenn die Situation in der Ukraine eskaliert. Aber gerade angesichts dieser Lage muss Politik alles tun, um eine weitere Eskalation zu verhindern“, sagte Schulz. „Der Gesprächsfaden mit Russland darf gerade in Krisenzeiten nicht reißen, und was wir jetzt brauchen, ist kein Säbelrasseln, sondern beharrliche Diplomatie.“

Fifa-Präsident Blatter hatte Russland ungeachtet der Ukraine-Krise das volle Vertrauen ausgesprochen. „Wir stellen die WM in Russland nicht infrage. Wir sind in einer Situation, in der wir den Organisatoren der WM 2018 und 2022 unser Vertrauen aussprechen. Wir warten derzeit noch den Bericht der Ethikkommission ab“, bekräftigte der Schweizer Präsident des Fußball-Weltverbandes. Ein Boykott sei keine Lösung.



DW/dpa

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