Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik EU-Parlament will nur einen der Spitzenkandidaten als neuen Kommissionschef
Nachrichten Politik EU-Parlament will nur einen der Spitzenkandidaten als neuen Kommissionschef
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:39 28.05.2019
Wer bekommt hier den Chefsessel? Der Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel. Quelle: Marcel Kusch/dpa
Anzeige
Brüssel

Das Europaparlament will darauf bestehen, nur einen der Europawahl-Spitzenkandidaten zum Chef der EU-Kommission zu wählen. Darauf verständigten sich die Fraktionschefs einer Mehrheit der Abgeordneten am Dienstag, wie Parlamentspräsident Antonio Tajani bestätigte.

Der CSU-Politiker Manfred Weber ist damit einen Schritt weiter auf dem Weg an die Spitze der EU-Kommission: Er sieht sich als Chef der größten Fraktion, der Europäischen Volkspartei, als Favorit. Die übrigen Parteien haben allerdings eigene Kandidaten. Und sie legten sich noch nicht auf Weber als Person fest.

Die Einigung der Fraktionsspitzen in einer Runde bei Tajani ist vor allem eine Ansage an die EU-Staats- und Regierungschefs kurz vor dem EU-Sondergipfel am Dienstagabend. Denn dort gibt es Widerstand dagegen, dass nur einer der Spitzenkandidaten an die Spitze der mächtigen Behörde rücken kann.

„Signal an den Europäischen Rat: Versucht es erst gar nicht“

„Die Mehrheit hat klargemacht, dass an dem Spitzenkandidaten-Prozess als Orientierungspunkt nichts vorbeigeht“, sagte der sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende Udo Bullmann. Dies sei „ein klares Signal an den Europäischen Rat: Versucht es erst gar nicht.“

Die Staats- und Regierungschefs wollen am Abend erstmals über die Personalien beraten. Sie haben zwar das offizielle Vorschlagsrecht für den Posten des Kommissionschefs. Anschließend muss das Parlament jedoch mehrheitlich zustimmen.

Einige der Staats- und Regierungschefs - allen voran der französische Präsident Emmanuel Macron - lehnen das Spitzenkandidatenprinzip ab. Sie wollen lieber unter sich ausmachen, wer dem derzeitigen Chef der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, folgt. Nach der Europawahl mit hoher Wahlbeteiligung fühlt sich das Parlament jedoch in seiner Position gestärkt.

Auch Timmermans und Vestager machen sich noch Hoffnungen

Die EVP wurde trotz herber Verluste bei der Europawahl wieder stärkste Kraft. Aber auch Webers sozialdemokratischer Gegenspieler Frans Timmermans und die Liberale Margrethe Vestager machen sich Hoffnung auf den Spitzenposten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Weber mehrfach ihre Unterstützung zugesichert.

Nach der Europawahl kommen die beiden Volksparteien - EVP und Sozialdemokraten - erstmals in der Geschichte des Parlaments nicht mehr auf eine Mehrheit. Bislang haben sie in Brüssel vieles in einer informellen Koalition unter sich ausgemacht. Nun brauchen sie neue Partner. Für eine Mehrheit sind 376 Stimmen nötig. EVP, Sozialdemokraten und Grüne kommen zusammen auf rund 395 Sitze.

Lesen Sie auch: So geht es nach der Wahl in der EU weiter

Von RND/dpa

Es ist ein Geheimtreffen von Top-Entscheidern aus Politik und Wirtschaft. Viele Verschwörungstheorien ranken sich um die Bilderberg-Konferenz. Dieses Jahr sind unter anderen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Jared Kushner mit von der Partie.

28.05.2019

Die Wahlergebnisse sind ausgezählt, der Kampf um die EU-Spitzenposten tobt bereits. Wann trifft sich das neue Parlament? Bis wann muss es eine neue Kommission wählen? So sieht der Zeitplan für die nächsten Monate aus.

28.05.2019

Der Auftritt von Greta Thunberg bei einem von Arnold Schwarzenegger organisierten Klimagipfel sorgt für Aufsehen. Der Terminator feierte die 16-Jährige Schwedin.

28.05.2019