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Politik Ex-Verfassungsrichter Papier kritisiert Handballer Kretzschmar
Nachrichten Politik Ex-Verfassungsrichter Papier kritisiert Handballer Kretzschmar
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10:33 15.01.2019
Der Handball WM-Botschafter und frühere Handballer Stefan Kretzschmar will sich nicht weiter für seine Aussage rechtfertigen. Quelle: Soeren Stache/dpa
Berlin

Der frühere Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier hat den Aussagen des ehemaligen Handball-Nationalspielers Stefan Kretzschmar zur Meinungsfreiheit im Profisport widersprochen. „Die Meinungsfreiheit ist eines der wichtigsten Grundrechte unserer Verfassung. Und ich sehe sie nicht in Gefahr“, sagte der langjährige Präsident des Bundesverfassungsgerichts der „Bild“-Zeitung. „Was Herr Kretzschmar da sagt, halte ich für eine grobe Verzerrung der tatsächlichen Gegebenheiten.“

Auch frühere Profisportler widersprachen den Aussagen Kretzschmars zur fehlenden Meinungsfreiheit in Deutschland. „Natürlich kann jeder seine Meinung sagen“, sagte der frühere Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg der Zeitung. Allerdings seien „viele vorsichtiger geworden, weil sie wissen, dass das Gesagte durch digitale Medien schneller verbreitet wird.“

Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen sieht ebenfalls keine Einschränkung der Meinungsfreiheit. „Ich habe in meiner Karriere immer genau das gesagt, was ich dachte“, sagte der 31-Jährige. „Das zeigt, dass man in diesem Land selbstverständlich seine Meinung sagen darf - und es auch tun sollte.“ Ex-Tennisprofi Michael Stich urteilte: „Man kann keinem den Mund verbieten und jeder sollte für seine Überzeugungen einstehen. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern.“

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Der frühere Bundesliga-Trainer Felix Magath dagegen sieht eine „Schieflage“ in Deutschland. „In Zeiten von Fake News und der Macht einiger Medien ist es natürlich schwieriger geworden, mit anderen Meinungen durchzudringen“, sagte der 65-Jährige.

Kretzschmar fühlt sich politisch instrumentalisiert

Kretzschmar hatte in einem Interview mit t-online.de gesagt, dass Profisportler in Deutschland keine gesellschafts- oder regierungskritische Meinung haben dürften. Zuspruch bekam Kretzschmar von Seiten der AfD. Deren Kreisverband in Heidelberg hatte Kretzschmars Äußerungen auf Twitter weiterverbreitet.

Hier sehen Sie das umstrittene Video:

Am Montag hatte der 45-Jährige seine Aussagen bekräftigt und sich eine größere Akzeptanz anderer Ansichten gewünscht. Er sei überrascht von dem, was aus seinen ursprünglichen Aussagen gemacht werde. „Aber ich weiß auch, dass ich mich für das, was ich gesagt habe, nicht rechtfertigen muss und auch nicht weiter rechtfertigen werde, weil es für mich völlig okay ist, so wie ich es gesagt habe“, meinte Kretzschmar. Dass er politisch instrumentalisiert werde von einer Richtung, „der ich fremder und ferner nicht sein könnte, das ist natürlich tragisch und grotesk“.

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Von RND/dpa/ngo

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