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Nachrichten Politik Finanzmärkte trotzen Zypern-Schock
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16:23 20.03.2013
Frankfurt

. Zudem hoffen Anleger auf eine Last-Minute-Rettung durch Russland, wo Zypern über weitere Hilfen verhandelt. Der deutsche Aktienmarkt startete freundlich in den Handel. Der Euro konnte sich auf über 1,29 Euro erholen.

An den Märkten wird nun gerätselt, ob das Vertrauen in das Sicherheitsnetz der Notenbank und die Kooperationsbereitschaft des Kremls ausreicht, um die Märkte dauerhaft zu beruhigen oder ob es sich letztlich doch nur um die berühmte Ruhe vor dem Sturm handelt.

Am deutschen Aktienmarkt wirkten sich am Mittwoch die positiven Vorgaben der Übersee-Börsen stützend aus. Im frühen Handel gewann der Dax 0,68 Prozent auf 8002,01 Punkte. Damit konnte er sich etwas von den Verlusten der vergangenen beiden Tage erholen. Der MDax

rückte um 0,61 Prozent auf 13520,18 Punkte vor, der TecDax

stieg um 0,83 Prozent auf 924,89 Punkte.

Dabei wird die Lage in Nikosia immer kritischer: Das zyprische

Parlament stimmte am Dienstagabend gegen die mit den Europartnern

vereinbarte Zwangsabgabe auf Bankeinlagen und damit auch gegen das

Hilfspaket. Zypern muss eine Selbstbeteiligung von 5,8 Milliarden

Euro aufbringen, um die zugesagten Notkredite in Höhe von zehn

Milliarden Euro erhalten zu können. Derzeit ist keine Lösung in

Sicht, aus Angst vor einem Kundensturm auf die Bankschalter könnten

die zyprischen Geldhäuser noch bis Dienstag kommender Woche

geschlossen bleiben. Die Zeit läuft ab.

Die neue Zuspitzung der Situation in Zypern ließ aber auch den

Devisenmarkt am Mittwoch kalt. Der Euro konnte sich am Morgen sogar

leicht von seinen Verlusten der Vortage erholen. Zuletzt wurde die

Gemeinschaftswährung leicht im Plus bei 1,2895 US-Dollar gehandelt.

Nach der Ablehnung des mit den Europartnern vereinbarten

Rettungspakets im zyprischen Parlament war der Kurs am Dienstagabend

zwischenzeitlich bis auf 1,2844 Dollar gefallen.

Die Entwicklung an den Staatsanleihemärkten des Euroraums lässt

darauf schließen, dass Investoren Zypern als abgeschirmten

Problemfall einschätzen. Am Mittwoch zeigten Staatspapiere aus

den großen Krisenländern Italien und Spanien im frühen Handel trotz

der zugespitzten Lage in Nikosia Kursgewinne. Auch Portugals Anleihen

notierten etwas fester. Unter Druck blieben griechische Titel. Dort

hatten die Risikoaufschläge schon in den Vortagen massiv angezogen,

Griechenland und Zypern sind wirtschaftlich eng miteinander

verflochten. Bundesanleihen, die im Euroraum als Maß aller Dinge in Sachen Ausfallsicherheit gelten, eröffneten zur Wochenmitte mit moderaten Kursverlusten.

Der Goldpreis konnte sich zwar deutlich über der Marke von 1600 US-Dollar halten, notierte aber zuletzt mit 1610 Dollar ebenfalls etwas tiefer als am Vortag.

Als einen Grund für die entspannte Marktreaktion auf die drohende

Zypern-Pleite nennen Analysten das Vertrauen in die EZB. Die

Notenbank hatte unmittelbar nach der gescheiterten

Parlamentszustimmung mitgeteilt, dass die zyprischen Banken vorerst

weiter über die Notfallkreditlinie ELA mit frischen Mitteln versorgt

werden könnten. Laut Zyperns Präsident Nikos Anastasiades hatte die

EZB vor Vereinbarung des Hilfspakets gedroht, diese Kreditlinie

sofort zu kappen. Außerdem setzen Investoren auf mögliche Hilfe aus Russland.

Analysten zweifeln jedoch, wie lange die Entspannung an den

Märkten anhält, wenn sich nicht rasch eine Lösung abzeichnet. „Die

Zeit für weitere Rettungsversuche läuft langsam aus“, kommentierte

Expertin Peggy Jäger von der Commerzbank. „Die zyprischen Banken

können nicht auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben, ohne einen

größeren negativen Einfluss auf die Wirtschaft zu haben.“

dpa

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