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Nachrichten Politik Geldwäsche klettert auf Rekordniveau
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06:15 27.06.2019
„Die Globalisierung hat unsere Welt bereichert, aber auch böswillige Akteure mächtiger gemacht“: Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Quelle: dpa
Berlin

Das Volumen der Gelder, die aus kriminellen Aktivitäten weltweit erwirtschaftet und gewaschen werden, hat in den zurückliegenden zehn Jahren deutlich zugenommen. Für 2018 wird der globale Umfang von Geldwäsche auf bis zu 4,2 Billionen US-Dollar geschätzt – das geht aus einem Bericht der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) hervor, der dem RedaktionsNetzwerk (RND) vorliegt.

Der Bericht zum Thema illegale Handelsströme und deren Auswirkungen auf die internationale Sicherheit wird von der MSC am Freitag am Rande des Gipfels der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) in Nigeria vorgestellt.

Geldwäsche auf Niveau globaler Rüstungsausgaben

Die Ausmaß der globalen Geldwäsche entspricht demnach bis zu fünf Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Selbst vorsichtige Schätzungen, die von einem Geldwäsche-Umfang von 1,7 Billionen US-Dollar ausgehen, entsprächen der Höhe sämtlicher weltweit getätigten Rüstungsausgaben.

Die Zahlen basieren auf einer Analyse der Beratungsgesellschaft Ernst & Young auf Basis von Daten des Internationalen Währungsfonds, des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI, der International Air Transport Association und der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation.

Kryptowährungen verschärfen das Problem

Das gewaschene Geld entstammt meist Organisierter Kriminalität, Steuerhinterziehung, terroristischen Organisationen sowie staatlichen Hacker-Aktivitäten, etwa in Russland oder Nordkorea. Neuartige, digitale Kryptowährungen erschwerten dem Bericht zufolge das ohnehin schwierige Aufspüren illegaler Geldströme zusätzlich.

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„Die Globalisierung hat unsere Welt bereichert, aber auch böswillige Akteure mächtiger gemacht: Terroristen, bewaffnete Gruppen und sogar manche Staaten profitieren davon, dass Geld, Güter und Daten sich immer einfacher durch die Welt bewegen können“, sagte Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

„Um diesen illegalen Strömen entgegenzuwirken, muss die internationale Gemeinschaft dringend enger zusammenarbeiten. Andernfalls könnten wir bald vor einem unkontrollierbaren Problem stehen“, betonte Ischinger.

Schwache Staaten werden schwächer

Illegale Finanzströme tragen der MSC-Studie zufolge erheblich zur Destabilisierung von Entwicklungs- und Schwellenländern bei. So seien den Staaten des afrikanischen Kontinents zwischen 2000 und 2015 allein durch die Angabe falscher Warenwerte pro Jahr durchschnittlich 73 Milliarden US-Dollar entgangen. Geld, das nicht in Bildung, Gesundheitsversorgung oder Infrastruktur investiert werden kann.

So trügen illegale Finanzströme dazu bei, staatliche Autorität zu untergraben. Sie führten zu einem „Teufelskreis aus Gewalt, Korruption, Verbrechen und schlechter Regierungsführung“, schreiben die Autoren.

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Von Marina Kormbaki/RND

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