Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Nix wie weg: Warum Trump inzwischen überall lieber ist als in Washington
Nachrichten Politik Nix wie weg: Warum Trump inzwischen überall lieber ist als in Washington
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:33 23.05.2019
Bloß weg von Washington: US-Präsident Donald Trump steigt gerne in die Air Force One und jettet davon. Quelle: Jane Barlow/dpa
Anzeige
Washington

Er schläft am liebsten im eigenen Bett und verbringt seine Zeit außerhalb des Weißen Hauses fast ausschließlich in Hotels oder Golfclubs, die ihm gehören. Im Wahlkampf predigte er eine isolationistische Politik und hat seither mit der halben Welt Handelskriege angezettelt. Doch in diesem Sommer will sich Donald Trump in einer neuen Rolle zeigen – der des weltgrößten Diplomaten. Mehr als 57.000 Kilometer wird er nach Berechnungen amerikanischer Medien bis zum August in der Air Force One zurücklegen und dabei Frankreich und Japan sogar zweimal besuchen.

Bereits an diesem Freitag steigt der US-Präsident zum ersten Mal in den Flieger gen Tokio. Protokollarischer Anlass ist der erste Staatsbesuch beim neuen Kaiser Naruhito am Montag. Doch vorher verbindet Trump die Pflicht mit der Kür: Mit Premierminister Shinzo Abe wird er eine Runde Golf spielen und später ein Sumo-Ringer-Turnier besuchen. Dem Sieger will er einen „Trump-Cup“ verleihen. Nach japanischen Medienberichten wurden für den Besuch eigens die Sitzkissen der VIP-Loge gegen normale Stühle ausgetauscht.

„Die Aufmerksamkeit der Medien umlenken“

Wie in Japan vermischen sich auch bei anderen Reisen offizielle mit privaten Teilen, die dem Vergnügen oder eigenen Geschäftsinteressen dienen. Auf jeden Fall dürften die Besuche in Japan, Großbritannien, Irland, Frankreich und Südkorea schöne Bilder für das Publikum in der Heimat abwerfen, wo der Präsident ansonsten im Stellungskrieg mit dem Kongress festhängt und sich die Demokraten im Vorwahlkampf gegenseitig beharken. „Wenn die Dinge in Washington heiß sind, ist es verlockend, sich als Diplomat zu präsentieren, mit ausländischen Regierungschefs zu treffen und die Aufmerksamkeit der Medien umzulenken“, sagte Geschichtsprofessor Julian Zelizer von der Princeton-Universität der Nachrichtenagentur AP.

Wenige Tage nach der Rückkehr aus Japan bricht Trump nach Europa auf, wo er vom 3. bis 8. Juni an mehreren Feiern in England und Frankreich zum 75. Jahrestag des D-Day, der Landung der Alliierten in der Normandie, teilnehmen will. In Großbritannien wird er die vom Brexit zerzauste Premierministerin Theresa May und Königin Elizabeth II. treffen. Den zweiten Teil der Reise aber plant Trump auf seinem Golfhotel in Doonberg im Westen Irlands zu verbringen, was im Vorfeld zu diplomatischen Verwicklungen führte.

Trumps umstrittenes Golf-Hotel

Das Anwesen, das der Milliardär 2014 für elf Millionen Dollar erwarb und seither mit 30 Millionen Dollar aufpäppelte, ist nämlich nicht unumstritten. Nicht nur soll die Anlage um 50 Ferienhäuser erweitert, sondern vor allem durch einen Damm vor Erosion geschützt werden, was nach Meinung von Umweltschützern die Dünenlandschaft bedroht. Irlands Premierminister Leo Varadkar weigerte sich laut irischen Medienberichten, den Gast auf dessen Privatanwesen zu treffen. Trump drohte angeblich, stattdessen zu seinem Golfclub in Schottland zu fliegen. Am Dienstag gab das Weiße Haus bekannt, dass sich die beiden Politiker im 60 Kilometer entfernten Flughafenort Shannon treffen wollen.

Lesen Sie auch: Trumps Präsidenten-Diät Burger ohne Brötchen, Seezunge statt Steak

Von Karl Doemens/RND

Politik Ausschluss von Trauerstaatsakt - AfD reicht Dienstaufsichtsbeschwerde ein

Die Alternative für Deutschland war als einzige Fraktion nicht vertreten.

23.05.2019

Weil er nach einem Gerichtsurteil kleinere Parteien benachteiligen würde, musste der Wahl-O-Mat zwischenzeitlich abgeschaltet werden. Nun ist die Entscheidungshilfe zur Europawahl wieder online, künftig soll sie aber anders aussehen.

24.05.2019

Die Europawahl ist gestartet – mit den Stimmabgaben in den Niederlanden und Großbritannien. Ganz pannenfrei lief dies aber nicht vonstatten, wie EU-Bürger in den sozialen Medien anmerken.

23.05.2019