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Politik Haderthauer erklärt Rücktritt
Nachrichten Politik Haderthauer erklärt Rücktritt
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00:00 02.09.2014
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München

Nach wochenlanger massiver Kritik hat Bayerns Staatskanzleichefin Christine Haderthauer wegen der sogenannten Modellauto-Affäre „mit sofortiger Wirkung“ ihren Rücktritt erklärt. Das gab die CSU-Politikerin gestern beim kurzfristig anberaumten Pressetermin in München bekannt.

Sie habe Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) diesen Entschluss im „freundschaftlichen Gespräch“ am selben Tag mitgeteilt. Der CSU-Vorsitzende hatte Haderthauers Krisenmanagement bei ihrem Engagement bei dem Modellauto-Hersteller wiederholt bemängelt, sich aber bislang hinter seine Ministerin gestellt.

Zur Begründung sagte Haderthauer, es gelte weiterhin, dass allein wegen der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens kein Rücktritt notwendig sei. Es erfordere aber Kraft und Konzentration, um die vielen im Raum stehenden Fragen zu beantworten. Dies habe für sie absolute Priorität.

Haderthauer steht seit langem wegen der Affäre in der Kritik. Gegen sie wird wegen Betrugsverdachts ermittelt. Hintergrund ist eine Anzeige, die der frühere Mitgesellschafter des Unternehmens Sapor Modelltechnik eingereicht hat. Darin wirft der französische Geschäftsmann Roger Ponton dem Ehepaar Hubert und Christine Haderthauer vor, ihn um mehrere 10 000 Euro geprellt zu haben.

Der verurteilte Mörder Roland S. hatte im Gefängnis Modellautos gefertigt, die von Sapor Modelltechnik vertrieben wurden, an der neben den Haderthauers auch Ponton beteiligt war.

Die heutige Staatskanzleichefin war Ende 2003 aus der Firma ausgestiegen. Das zweifelt die ermittelnde Staatsanwaltschaft München nicht an. Haderthauer beteiligte sich aber 2011 an einer Abfindungsvereinbarung.

Sie selbst nannte ihr Engagement als „von Idealismus getragen“. „Das war sicher nicht klug, das habe ich auch im Kabinett selbst gesagt“, kritisierte Seehofer sie. Die Landtags-Opposition hatte ihn mit einem gemeinsamen Antrag im Parlament aufgefordert, seine Staatskanzleichefin zu entlassen. Ende letzter Woche hatte die Landtags-SPD den Druck erhöht und zwei Rechtsgutachten vorgelegt, um zu belegen, dass die CSU-Politikerin mindestens bis 2008, als sie bayerische Sozialministerin wurde, noch Mitgesellschafterin bei Sapor war.



OZ

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