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Politik Krise in Venezuela: Maduro bricht Beziehungen zu Kolumbien ab
Nachrichten Politik Krise in Venezuela: Maduro bricht Beziehungen zu Kolumbien ab
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22:42 23.02.2019
Ein ausgebrannter Lastwagen mit Hilfshütern steht an der Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien. Quelle: AP
Cúcuta

Der Machtkampf in Venezuela droht sich an den Grenzen des Krisenlandes zu entladen. Am Samstag feuerte die Nationalgarde Tränengas und Gummigeschosse auf eine Menschenmenge, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sehen konnte. Vier Lastwagen mit Hilfsgütern für die leidende Bevölkerung hatten zuvor eine Barrikade im kolumbianischen Grenzort Ureña durchbrochen. Drei der Wagen gerieten in Brand. Rund 100 Menschen wurden verletzt, wie CNN en Español unter Berufung auf örtliche Kliniken berichtete.

Der selbst ernannte venezolanische Übergangspräsident Juan Guaidó hatte das Volk aufgerufen, die Lastwagen mit fast 200 Tonnen Hilfsgüter von Kolumbien aus ins Landesinnere zu bringen. In Venezuela herrscht ein schwerer Notstand in der Lebensmittel- und Medikamentenzulieferung.

Doch Staatschef Nicolás Maduro sieht die Hilfslieferungen als einen US-geführten Versuch, ihn aus dem Amt zu drängen. Das Militär riegelte deshalb Brücken mit Barrikaden ab. Am Nachmittag beendete Maduro als Reaktion auf die Vorfälle in Ureña die offiziellen Beziehungen nach Kolumbien. Die Diplomaten des Landes hätten 24 Stunden Zeit, Venezuela zu verlassen, sagte Maduro in einer Rede vor Tausenden jubelnden Anhängern in Caracas.

Im Grenzgebiet zwischen Venezuela und Kolumbien hat es heftige Proteste gegeben. Das Militär ging mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor. Mehrere Lkw mit Hilfsgütern standen in Flammen.

Die Sorge ist groß, dass der Ansturm letztlich dazu führen könnte, dass die Nationalgarde auch scharfe Munition einsetzt. Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza versicherte aber, das Militär würde „nie Befehle bekommen, auf die Zivilbevölkerung zu feuern“.

UN-Generalsekretär António Guterres mahnte zur Mäßigung. „Wir verfolgen die Situation mit wachsender Besorgnis“, dass humanitäre Hilfe politisiert werde, sagte Sprecher Stephane Dujarric in New York.

Der Oppositionelle David Smolansky zeigte sich optimistisch, dass die Hilfsgüter letztlich ins Land gelangen werden. „Da werden so viele Menschen an der Grenze und in anderen Städten im Land versammelt sein, dass es unmöglich sein wird, sie zu stoppen.“

Vor gut einem Monat hatte sich Guaidó zum Interimspräsidenten erklärt und dies damit begründet, dass der Wahlsieg von Maduro 2018 eine Farce gewesen sei und ihm als Parlamentspräsident daher qua Verfassung das Amt zustehe. Im Volk gibt es große Unterstützung für Guaidó, mehr als 50 Länder, darunter die USA, haben sich hinter ihn gestellt. Doch die Militärführung scheint nach wie vor hinter Maduro zu stehen.

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Von RND/dpa

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