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Politik Befeuern bezahlte Retweets den Brexit?
Nachrichten Politik Befeuern bezahlte Retweets den Brexit?
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19:34 12.03.2019
EU-Anhänger demonstrieren vor dem Parlament in Westminster. Ihren Einsatz im Schneeregen kann man vermutlich nicht kaufen - Retweets womöglich schon. Quelle: Matt Dunham/AP/dpa
Helsinki/London

Brexit und kein Ende: Die Debatten um den anstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU werden nicht zuletzt in den sozialen Medien befeuert. Jetzt behauptet das finnische IT-Sicherheitsunternehmen F-Secure: Viele Retweets auf Twitter seien auffällig – und könnten sogar manipuliert sein.

Die Untersuchung fand „anorganische Aktivitäten“ sowohl auf der Seite der Befürworter als auch der Gegner des Brexits. Diese verdächtigen Aktivitäten seien allerdings bei den Brexit-Befürwortern viel stärker ausgeprägt als bei den Brexit-Gegnern.

Die Daten stammen aus der Auswertung von 24 Millionen Tweets, die das Wort „brexit“ enthielten. Das Unternehmen wertete die Aktivitäten von insgesamt 1,65 Millionen Twitter-Konten zwischen dem 4. Dezember vergangenen Jahres und dem 13. Februar 2019 aus.

Nutzer können unerlaubt Retweets kaufen

Von „anorganischen Aktivitäten“ sprechen die Forscher, wenn ein Tweet von einem Konto mit wenigen „Followern“ plötzlich massenhaft durch Retweets bei Twitter weiterverbreitet wird. Auffällig sei auch, wenn von einem Konto außergewöhnlich viele Tweets abgesetzt würden.

Es könne zwar nicht komplett ausgeschlossen werden, dass dies auch ohne Manipulationen durch eine „Graswurzelbewegung“ geschehen könne, räumten die F-Secure-Forscher ein. Gleichzeitig verwiesen sie aber darauf, dass Retweets im Netz erkauft werden könnten, obwohl dies gegen die Richtlinien von Twitter verstoße.

Twitter-Konten aus dem Ausland mischen mit

Ziel der auffälligen Aktivitäten sei es vor allem gewesen, rechtspopulistische Ansichten über den Brexit und andere politische Themen - wie beispielsweise die Proteste der Gelbwesten in Frankreich - zu verstärken. An der Brexit-Debatte war eine beträchtliche Anzahl von Twitter-Konten beteiligt, die nicht aus Großbritannien stammten.

Am 23. Juni 2016 hatten sich bei einem Referendum des Vereinigten Königreiches knapp 52 Prozent der Wähler dafür ausgesprochen, die Europäische Union zu verlassen. Premierministerin Theresa May kündigte daraufhin den Austritt aus der Staatengemeinschaft für den 29. März an.

Bereits im Umfeld des Referendums tauchte der Verdacht auf, dass die politische Debatte auf Twitter und Facebook manipuliert und unter anderem durch den Einsatz von Social-Media-Robotern („Bots“) beeinflusst wurde.

Lesen Sie auch: Automatisierte Meinungsmache: So enttarnt man „Social Bots“ 

Von RND/dpa

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