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Politik Abschaffung der 1. Klasse in Regionalzügen – FDP spricht von „Schnapsidee“
Nachrichten Politik Abschaffung der 1. Klasse in Regionalzügen – FDP spricht von „Schnapsidee“
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11:35 15.08.2019
Weg mit der 1. Klasse im Regionalverkehr, fordert Linksparteichef Bernd Riexinger.
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Berlin

Linken-Chef Bernd Riexinger stößt mit seiner Forderung nach Abschaffung der 1. Klasse in Regionalzügen auf scharfe Kritik. „Gerade für Berufspendler über längere Strecken wird die Bahn damit nicht attraktiver, sondern deutlich unattraktiver“, sagte FDP-Verkehrsexperte Torsten Herbst dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die Forderung nach Abschaffung der 1. Klasse in Regionalzügen ist eine Schnapsidee. Dass mit einer Verschlechterung des Angebotes ein Verkehrsmittel besser werden soll, gibt es nur in einer linken Gedankenwelt des Klassenkampfes.“

Bahn: 1. Klasse wird weiter in vielen Regionen nachgefragt

Der Bahn-Konzern reagierte zurückhaltend. „DB Regio fährt fast ausschließlich im Auftrag regionaler Besteller und richtet sich dabei nach deren Ausstattungswünschen für die Fahrzeuge. Dies gilt auch für die 1. Klasse“, sagte ein Sprecher von DB Regio auf RND-Anfrage. Der Anteil der 1.-Klasse-Kapazitäten sei über die Jahre zurückgegangen, allerdings wird dieses Angebot weiterhin in vielen Regionen nachgefragt.

„Gerade auf längeren und touristisch geprägten Distanzen wird der Komfort der 1. Klasse von zahlreichen Fahrgästen geschätzt, die dafür auch bereit sind, einen entsprechenden Aufpreis zu bezahlen“, so der Sprecher weiter. „Die Umwandlung aller 1.-Klasse- in 2.-Klasse-Bereiche würde die Sitzplatzkapazität nur sehr geringfügig erhöhen.“ In „Metropol-S-Bahnen“ der DB wie in Stuttgart oder Frankfurt sei die Bestuhlung in den Abteilen der 1. und 2. Klasse identisch, „sodass hier kein Sitzplatz zusätzlich geschaffen würde“.

Linken-Chef Riexinger hatte argumentiert: „Wir reden über Verkehrswende und die Kosten für den notwendigen Ausbau des Nahverkehrs", sagte er dem RND. "Aber wir leisten es uns, in überfüllten Regionalexpressen fast leere Waggons mit Wagen der 1. Klasse mitzuschleppen. Die sollten einfach für alle geöffnet werden, dann hätten wir auf einen Schlag mehr Kapazität – und zwar praktisch gratis."

In Bussen kommen wir schon heute problemlos ohne Klassen aus. Die 1. Klasse im Nahverkehr gehört abgeschafft.

Bernd Riexinger; Linken-Bundesvorsitzender

Der Bundestagsabgeordnete sagte, es sei darüber hinaus nicht einsehbar, dass sich bei einem Verkehrsmittel, das günstige Mobilität für alle bereitstellen soll, die "besser Verdienenden auf Kosten der allgemeinen Nutzbarkeit" absondern dürften. "Bus und Bahn müssen gut für alle werden, statt überfüllt für die einen und fast leer für die anderen", so Riexinger weiter. "In Bussen kommen wir schon heute problemlos ohne Klassen aus. Die 1. Klasse im Nahverkehr gehört abgeschafft.“

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Der Bundesvorstand der Linken hatte erst vor einer Woche ein Konzept in Umlauf gebracht, das den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bis 2025 schrittweise für jeden Bürger kostenlos nutzbar machen soll. Die Kosten für den Staat sollen sich nach Berechnung der Linken auf bis zu 18 Milliarden pro Jahr belaufen. Dafür sollen Subventionen für Diesel-Technologien gestrichen, in den ÖPNV massiv investiert und eine Sonderabgabe zur Verbesserung der Luftqualität erhoben werden.

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Von Thoralf Cleven, Rasmus Buchsteiner/RND

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