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22:00 26.03.2019
Kleiner Piks: Die meisten Impfgegner leben in Baden-Württemberg und Bayern. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Berlin

170 Masern-Erkrankungen gibt es in diesem Jahr bereits in Deutschland. Die Zahl der Fälle schwankt stark, es gab auch schon Jahre mit tausend Erkrankungen im Jahr. Größere Ausbrüche treten vor allem in Ballungsräumen auf. Wo sich viele Menschen auf engem Raum aufhalten, hat das hoch ansteckende Virus leichtes Spiel.

Das Ziel, die Krankheit in Deutschland auszurotten, ist in den vergangenen Jahren wieder in weitere Ferne gerückt. Das liegt vor allem daran, dass zu wenig Menschen in Deutschland gegen das Virus geimpft sind. Die Bundesregierung will deshalb eine Impfpflicht für Kinder.

Vielen Erwachsenen fehlt die zweite Dosis

Bei Menschen, die nach 1970 geboren wurden, fehlt oft die zweite Masernimpfung, weil diese in deren Kindheit noch nicht vorgesehen war. Später wird sie oft aus Unwissen oder Schludrigkeit nicht mehr nachgeholt. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) verfügen in einigen Regionen nur 30 Prozent der Erwachsenen über einen vollständigen Impfschutz.

Lesen Sie auch: In Deutschland gab es schon einmal eine Impfpflicht – das hat sie bewirkt

Besser sieht es bei Kindern aus, aber auch hier gibt es Nachholbedarf. Zwar erreichen laut RKI bei Schuleingangsuntersuchung inzwischen alle Bundesländer eine Impfquote von mindestens 95 Prozent für die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Großen Verbesserungsbedarf gibt es allerdings bei der zweiten Impfung, die den Impfschutz ausweiten soll.

41,5 Prozent Impfquote in Baden-Württemberg

Hinzu kommt: Die Unterschiede zwischen den Regionen sind zum Teil erheblich. Während etwa im Rhein-Kreis Neuss in Nordrhein-Westfalen 89 Prozent der Kinder im empfohlenen Alter von zwei Jahren die zweite Impfdosis bereits bekommen haben, sind es im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg gerade einmal 41.5 Prozent. Vor allen in den südlichen Bundesländern ist die Impfquote niedriger als in vielen anderen Regionen Deutschlands.

Eine weitere Besonderheit ist Sachsen. Das Bundesland hat eine eigene Impfkommission, die die Gabe der zweiten Dosis gegen Masern erst bis zum 5. Lebensjahr empfiehlt. Bei den Zweijährigen schneidet Sachsen deshalb extrem schlecht ab, bei Kindern ab fünf Jahren bewegt sich das Land auf einem ähnlichen Niveau wie die restlichen Bundesländer.

Ärzte raten dringend dazu, Kinder zu immunisieren. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Bei Säuglingen stirbt eines von 300 erkrankten Kindern, außerdem kann es schwere Komplikationen wie Mittelohr- und Lungenentzündungen oder Spätfolgen wie eine Gehirnentzündung geben.

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Von RND/ani

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