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Politik Junge Städterinnen und alte Männer vom Land sicherten Ramelow-Sieg
Nachrichten Politik Junge Städterinnen und alte Männer vom Land sicherten Ramelow-Sieg
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16:41 28.10.2019
Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen (Die Linken), erhält vor allem von älteren Thüringern Unterstützung. Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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Berlin/Erfurt

Häufig ist in diesen Tagen vom alten weißen Mann die Rede. Dieser sei frustriert, fürchte sich vor Veränderungen und wähle bevorzugt Populisten vom rechten Rand. Bei der Landtagswahl in Thüringen hat sich dieses Klischee nicht bewahrheitet – zumindest nicht vollständig. Zwar haben laut der Forschungsgruppe Wahlen deutlich mehr Männer als Frauen die AfD gewählt, doch es waren vor allem die jüngeren und mittleren Jahrgänge. Bei den Senioren wurde die Linke mit Abstand stärkste Kraft, die AfD landete bei der Generation 60 plus deutlich unter ihrem Gesamtergebnis.

Dennoch fällt der Unterschied bei der Stimmabgabe zwischen Männern und Frauen bei der AfD besonders deutlich aus. Während 29 Prozent der Männer der Partei ihre Stimme gaben, waren es bei den Frauen nur 18 Prozent. Einen größeren Geschlechterunterschied gibt es bei keiner anderen Partei.

Linke kommt bei Männern vom Land gut an

Im ländlichen Raum, wo laut links-progressiver Definition der „alte weiße Mann“ primär anzutreffen ist, hat dieser allerdings einer anderen Partei mehrheitlich sein Vertrauen geschenkt: der Linken. Das geht aus den Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap hervor. Demnach votierten nur 20 Prozent der „älteren Männer auf dem Land“ für die AfD, also 3 Prozent weniger als alle Altersgruppen im gesamten Bundesland.

Die Linke hingegen konnte in dieser Bevölkerungsgruppe 37 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Verglichen mit dem Gesamtergebnis kommt die Partei von Ministerpräsident Bodo Ramelow damit also auf 5 Prozentpunkte mehr.

AfD punktet bei Arbeitern und Selbstständigen

Bemerkenswert schwach schnitt die AfD bei jüngeren Frauen in Städten ab. Von ihnen gaben lediglich 14 Prozent der Partei von Björn Höcke ihre Stimme. Ramelows Linke hingegen konnte bei diesen Frauen mit 37 Prozent ein überdurchschnittliches Ergebnis einfahren – ein Milieu, das in der jüngeren Vergangenheit vor allem den Grünen gute Wahlergebnisse beschert hatte.

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Auch in Thüringen war das wieder der Fall. Mit 20 Prozent haben die Grünen in dieser Bevölkerungsgruppe ein Vierfaches ihres Gesamtergebnis eingefahren. Insgesamt gibt es unter den Grünen-Wählern allerdings kaum einen Unterschied zwischen Frauen und Männern.

Deutliche Unterschiede bei der Wahlentscheidung gibt es auch mit Blick auf den Berufsstand der Wähler. Während die AfD vor allem bei Arbeitern und Selbstständigen (39 und 28 Prozent) punkten konnte, holte die Linke bei Rentnern (40 Prozent) überdurchschnittliche viele Stimmen. Hier kam die AfD nur auf 17 Prozent.

Von Marcel Sacha/RND

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