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Politik Tilman Kuban: Neuer Junge-Union-Chef und Mann der derben Sprüche
Nachrichten Politik Tilman Kuban: Neuer Junge-Union-Chef und Mann der derben Sprüche
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14:55 17.03.2019
Tilman Kuban, Bundesvorsitzender der Jungen Union (JU). Quelle: Michael Kappeler/dpa
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Berlin

Am Aschermittwoch ist Tilman Kuban nach Passau gefahren und vielleicht hat ihm das seinen neuen Job gesichert. Bierzeltatmosphäre gibt es da bei der Festveranstaltung der CSU, gefeiert werden die Redner, die besonders austeilen.

So hat es Kuban am Wochenende auch gemacht. Er hat sich durch eine Rede gepoltert und gedampft. Danach war der 31-jährige Jurist aus dem niedersächsischen Barsinghausen Bundesvorsitzender der Jungen Union, der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU.

200 der 319 Delegierten des Junge-Union-Deutschlandtags hatte ihn gewählt. Kuban hatte seinen Konkurrenten, den 34-jährigen Thüringer Stefan Gruhner, deutlich überrundet. 

Die CDU hat nun nicht den ersten ostdeutschen Chef und auch nicht den ersten homosexuellen, wohl aber den ersten Europapolitiker: Kuban, der beim Dachverband der niedersächsischen Unternehmerverbände arbeitet, kandidiert bei der Europawahl fürs Europäische Parlament.

Kuban hatte seine Fans besser organisiert

Dabei galt Gruhner eigentlich als Favorit und vor allem auch als Kandidat des zum CDU-Generalsekretär aufgestiegenen bisherigen JU-Chefs Paul Ziemiak. Der Landtagsabgeordnete hielt aber eine deutlich nüchternere Rede. Und seine Fans hatte Kuban deutlich besser organisiert:

Ihr Jubel und Applaus war ohrenbetäubender entschlossen – auch da mag die Unterstützung der meist besonders lautstarken bayerischen JUler geholfen haben. Gut möglich, dass sich Unentschlossene vom Applaus in den Bann ziehen lassen.

Denn inhaltlich gab es ja nicht so viele Unterschiede. Dass die CDU beim Thema Internet und Uploadfilter Gefahr laufe, eine ganze Generation zu verlieren, bemängelten beide Kandidaten. Beide befanden, die Bundeswehr müsse man stärken und der SPD etwas entgegensetzen.

Aber Kuban hatte sich eben die Sprüche für die Applaussalven zurechtgelegt, gerne auch etwas deftig: Die Linken kämpften lieber „für Schultoiletten für das dritte oder das 312. Geschlecht“, rief er. Und: „Wenn die Verteidigungsministerin mehr Kinder als Flugzeuge hat, ist das nicht die Ausrüstung, die wir wollen.“

„Bis zur letzten Patrone für die Meinungsfreiheit“

Dem Juso-Chef Kevin Kühnert rief er mit Blick auf die Forderung nach Enteignung von Immobilienunternehmen zu: „Kevin, mach Dein Studium fertig, dann kannst du dir eine Wohnung leisten.“

Und zum Streit um Internet-Upload-Filter versicherte Kuban, mit ihm werde die Junge Union „bis zur letzten Patrone für die Meinungsfreiheit“ kämpfen. Und jedes CDU-Mitglied, das man nachts wecke, müsse sofort sagen können: „Eins, zwei, drei, dafür steht unsere Partei.“

Auf den eher vermittelnden, zurückhaltenden Ziemiak folgt nun also ein handfesterer JU-Chef. Der hat sich als niedersächsischer JU-Vorsitzender gegen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel gestellt.

Schon 2015 unterzeichnete er einen Brief von Unionspolitikern, die forderten, Flüchtlinge auch an der deutschen Grenze abzuweisen – es war die CSU-Linie.

Nach seiner Wahl befand Kuban, die CDU täte gut daran, Merz baldmöglichst einen Ministerposten zu geben. Gut möglich, dass die internen Debatten in der CDU wieder zunehmen.

Von Daniela Vates/RND

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